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Nachfolge Tillichs : Kretschmer ist neuer sächsischer Ministerpräsident

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Applaus für den Vorgänger: Michael Kretschmer (links) nach der Abschiedsrede Tillichs auf dem Landesparteitag der CDU am 9. Dezember. Bild: dpa

Nach der Wahlschlappe der sächsischen CDU bei der Bundestagswahl kündigte Stanislaw Tillich seinen Rückzug an. Jetzt ist mit Michael Kretschmer jemand zu seinem Nachfolger gewählt worden, der sein Direktmandat im Wahlkreis Görlitz an die AfD verlor.

          Der CDU-Politiker Michael Kretschmer ist zum neuen Ministerpräsidenten in Sachsen gewählt worden. Im Dresdner Landtag erhielt der 42-Jährige am Mittwoch im ersten Wahlgang 69 von 122 abgegebenen Stimmen.

          Kretschmer tritt die Nachfolge von Stanislaw Tillich (CDU) an, der rund neun Jahre Regierungschef im Freistaat war. Er kündigte im Oktober seinen Rückzug an, nachdem die CDU in Sachsen bei der Bundestagswahl eine herbe Wahlschlappe erlitten hatte und nur zweitstärkste Kraft knapp hinter der AfD geworden war.

          Kretschmer rückt damit an die Spitze der Regierungskoalition aus CDU und SPD, die im Landtag über 77 Stimmen verfügt. Damit votierten offenbar nicht alle Abgeordnete von CDU und SPD für den neuen Regierungschef.

          Insgesamt sitzen im Dresdner Parlament 126 Abgeordnete, vier nahmen an der Wahl nicht teil. Gegen Kretschmer stimmten 48 Parlamentarier, zwei enthielten sich, drei Stimmen waren ungültig.

          Im Anschluss an die Wahl wurde Kretschmer im Landtag vereidigt. Bereits am Samstag war er als Nachfolger Tillichs zum neuen Landesvorsitzenden der sächsischen CDU gewählt worden.

          Kretschmer selbst hatte bei der Bundestagswahl am 24. September nach 15 Jahren sein Direktmandat im Wahlkreis Görlitz an die AfD verloren.

          Seine politische Karriere startete Kretschmer 1994 als Stadtrat in seiner Heimatstadt Görlitz. Von 2002 bis zu diesem Herbst saß er im Bundestag, wo er zuletzt stellvertretender Unionsfraktionschef mit Schwerpunkt Bildung war. Kretschmer kündigte bereits an, dass er die CDU im Freistaat weiter auf konservativem Kurs halten wolle.

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