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Veröffentlicht: 28.01.2013, 17:22 Uhr

Lagerwahlkampf Nachtigall, ick hör dir trapsen!

Die CDU will im Wahlkampf nicht kleinbürgerlich sein, sondern großzügig: Stimmen aus dem rot-grünen Lager (dort gibt es noch eines) sind ihr herzlich willkommen. Man muss sich auf alles gefasst machen.

von

Was erlauben Rösler! Da will die CDU unverwechselbar sein und dem Ökostrom-Wahn den Saft abdrehen - und dann das: Lob von der FDP, mit der man nicht mehr verwechselt werden will, obwohl im Irrtumsfall vielleicht auch ein paar Leihstimmen zur CDU zurückflössen. Der Niedersachsen-Schock steckt der Union aber noch so in den Knochen, dass ihr die Abgrenzung von der FDP wichtiger zu sein scheint als die Unterscheidung von der SPD.

Berthold  Kohler Folgen:

Fraktionschef Kauder will das Thema Gerechtigkeit ins Zentrum des Wahlkampfs stellen, Minister de Maizière keinen Koalitions- und, anders als Rot-Grün, nicht einmal einen Lagerwahlkampf führen: Man dürfe die Wähler nicht abschrecken. „Kleinbürgerliches Auftreten“ sei nicht attraktiv. Nachtigall, ick hör dir trapsen! Leihstimmen sind also nur schlecht, wenn sie von der CDU an die FDP gehen, aber nicht, wenn sie von SPD und Grünen zur CDU fließen. Diese Wanderung könnte nämlich als Zeichen gedeutet werden, dass die Wähler eine andere Koalition wollten. Welcher künftige Kanzler würde es schon wagen, diesen Wunsch zu ignorieren?

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