http://www.faz.net/-gpf-972sk

„Starke und kämpferische Frau“ : Kurt Beck für Nahles als SPD-Vorsitzende

  • Aktualisiert am

Kurt Beck, damals noch Parteivorsitzender, im Oktober 2007 mit seiner damaligen Stellvertreterin Andrea Nahles auf dem Parteitag in Hamburg Bild: dpa

Vor fast zehn Jahren stürzte Kurt Beck als SPD-Vorsitzender ähnlich unschön wie jetzt Martin Schulz. In einem Interview übt er heftige Kritik an den Umgangsformen in der Partei – und macht sich für Andrea Nahles stark.

          Der frühere SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat heftige Kritik am Zustand seiner Partei und den anhaltenden Personalquerelen geübt. „Der Wert der Solidarität zählt in der SPD offensichtlich nicht mehr so viel, wenn es um Posten und Personal geht“, sagte Beck dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wir brauchen in schwieriger Zeiten wieder Teamplay.”

          Im Fall von Martin Schulz habe „mangelnde Solidarität“ ebenso eine Rolle gespielt wie bei seinem eigenen Rücktritt als Parteivorsitzender vor fast zehn Jahren. Der Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung spricht sich klar für Andrea Nahles als künftige Parteivorsitzende aus und fordert ein Ende des Postenstreits.

          „Man kann all diese Herausforderungen, vor denen wir stehen, nicht auf eine Schulter laden und sagen: Nun, mach mal. Und je schöner die Pirouetten, umso mehr klatschen wir Beifall. Aber wehe, Du stolperst. Dann sind wir die ersten, die Dir in die Beine treten“, so der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. „Das nicht mehr zuzulassen, ist jetzt das Gebot der Stunde. Das muss der neue Rütli-Schwur in der Partei werden.“ Es sei höchste Zeit, dass die SPD und alle, die in ihr Verantwortung tragen würden, sich jetzt besinnen.

          Beck bescheinigt Fraktionschefin Nahles herausragende Führungsqualitäten. „Sie ist eine starke und kämpferische Frau”, sagte er. „In den letzten Jahren hat Andrea Nahles inhaltlich hervorragend gearbeitet. Das ist ein bemerkenswerter Reifeprozess gewesen.“

          Weitere Themen

          „Hier ist noch Alles möglich“ von Gianna Molinari Video-Seite öffnen

          1 Buch, 1 Satz : „Hier ist noch Alles möglich“ von Gianna Molinari

          Ein Wolf wurde gesichtet. In einer Fabrik. Eine junge Frau wird als Nachtwächterin eingestellt. - Warum die traurige Geschichte, die mit großem Witz erzählt wird, ein großartiges Psychogramm schafft und der Roman ein erstaunliches Debüt ist, beschreibt Andreas Platthaus.

          Topmeldungen

          Kommunikationschef : Trumps neuer Mann im Weißen Haus

          Bill Shine ist Donald Trumps neuer Kommunikationschef. Der ehemalige Vize-Präsident von Fox News wird in Gerichtsverfahren beschuldigt, im Sender eine frauenfeindliche Kultur gefördert zu haben.

          Salvini verklagt Saviano : Minister der Unterwelt

          Der italienische Innenminister Matteo Salvini von der Lega verklagt den Mafia-Rechercheur Roberto Saviano. Seine Klage kündigt er per Twitter an, als sei das alles sehr spaßig. Dabei ist es todernst. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.