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Wulff und Schröder : Prokuristen

Die Linkspartei stört sich daran, dass der frühere Bundespräsident Wulff Einkünfte aus der Tätigkeit für eine türkische Modefirma bezieht. Schröders „Ehrensold“ aus Moskau stört sie nicht.

          Man könnte sagen, Linksparteichef Riexinger habe den Bundespräsidenten a.D. Wulff nur beim Wort genommen. Dieser hatte, als er Kandidat für das höchste Amt im Staate war, die schon damals geführte Debatte über Abstriche bei der Versorgung ehemaliger Präsidenten als berechtigt bezeichnet und verlangt, dass „ein Zeichen gesetzt“ werde, was freilich nie geschah.

          Auch hatte Wulff angekündigt, nach seiner Amtszeit weiterarbeiten zu wollen. Will man ihm da verübeln, dass er sich jetzt als Prokurist für eine türkische Modefirma ein Zubrot zum lebenslangen „Ehrensold“ verdient, der sich auch als Schmerzensgeld verstehen ließe? Jedenfalls gäbe es einen Fall, über den sich Deutschland mehr erregen könnte – von der Linkspartei abgesehen, denn die regt sich über niemanden auf, der gute Beziehungen zu Moskau hat.

          Die sind im Fall des ehemaligen Bundeskanzlers Schröder so alt und tief, dass er nun Aussicht auf einen weiteren schönen Posten in Putins Öl- und Gasreich hat. Auch in anderen Staaten scheinen Verdienste mit einer Art Ehrensold vergolten zu werden, in den landestypischen Formen natürlich.

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