http://www.faz.net/-gpf-90jwm

Wulff und Schröder : Prokuristen

Die Linkspartei stört sich daran, dass der frühere Bundespräsident Wulff Einkünfte aus der Tätigkeit für eine türkische Modefirma bezieht. Schröders „Ehrensold“ aus Moskau stört sie nicht.

          Man könnte sagen, Linksparteichef Riexinger habe den Bundespräsidenten a.D. Wulff nur beim Wort genommen. Dieser hatte, als er Kandidat für das höchste Amt im Staate war, die schon damals geführte Debatte über Abstriche bei der Versorgung ehemaliger Präsidenten als berechtigt bezeichnet und verlangt, dass „ein Zeichen gesetzt“ werde, was freilich nie geschah.

          Auch hatte Wulff angekündigt, nach seiner Amtszeit weiterarbeiten zu wollen. Will man ihm da verübeln, dass er sich jetzt als Prokurist für eine türkische Modefirma ein Zubrot zum lebenslangen „Ehrensold“ verdient, der sich auch als Schmerzensgeld verstehen ließe? Jedenfalls gäbe es einen Fall, über den sich Deutschland mehr erregen könnte – von der Linkspartei abgesehen, denn die regt sich über niemanden auf, der gute Beziehungen zu Moskau hat.

          Die sind im Fall des ehemaligen Bundeskanzlers Schröder so alt und tief, dass er nun Aussicht auf einen weiteren schönen Posten in Putins Öl- und Gasreich hat. Auch in anderen Staaten scheinen Verdienste mit einer Art Ehrensold vergolten zu werden, in den landestypischen Formen natürlich.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Türkische Winzer haben es schwer Video-Seite öffnen

          Weinbau : Türkische Winzer haben es schwer

          In vielen Regionen der Türkei herrschen ideale Bedingungen für den Weinanbau, doch die zunehmend strengere Auslegung des Islams im Land macht es den Winzern schwer ihren Wein herzustellen und zu verkaufen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.