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Freitag, 10. Februar 2012
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Kritik an katholischer Kirche Zollitsch empört über Justizministerin

23.02.2010 ·  Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Zollitsch, hat Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) aufgefordert, ihre Kritik am Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen zurückzunehmen. Sie habe maßlos polemisiert, sagte er.

Von Reinhard Bingener, Freiburg
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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Dienstagnachmittag dazu aufgefordert, ihre aus seiner Sicht maßlose Kritik am Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen innerhalb von 24 Stunden zurückzunehmen.

Er könne sich keiner schlimmeren Attacke eines Mitglieds einer Bundesregierung gegen die katholische Kirche entsinnen, sagte Zollitsch bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz in Freiburg. „Sie hat maßlos gegen unsere katholische Kirche polemisiert.“ Noch für Dienstag sei ein Gespräch zwischen Zollitsch und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den Einlassungen der Ministerin anberaumt.

„Kindesmissbrauch ist ein Offizialdelikt“

Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte am Montagabend in der ARD gesagt, sie habe bisher nicht den Eindruck, dass die „Verantwortlichen der katholischen Kirche mit den Strafverfolgungsbehörden konstruktiv zusammenarbeiten“. Es sei „leider bisher nicht ersichtlich, dass sie ein aktives Interesse an wirklich rückhaltloser und lückenloser Aufklärung“ habe. Sie erwarte, „dass die Verantwortlichen der katholischen Kirche endlich konstruktiv mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, Hinweise geben, mit aufklären“.

Über die Leitlinien der Bischofskonferenz zum Umgang mit sexuellem Missbrauch, die zunächst eine kircheninterne Voruntersuchung vorsehen, sagte sie: „Kindesmissbrauch ist ein Offizialdelikt, und da können nicht andere drüber entscheiden, ob dieses Delikt verfolgt wird oder nicht, und da muss es eben andere Richtlinien geben. Ich glaube, es ist vorbei zu versuchen, solche Richtlinien zu rechtfertigen.“

Abermals lud sie Vertreter der katholische Kirche zu einem „Runden Tisch“ mit unabhängigen Vertretern ein, um Aufarbeitung zu ermöglichen. Zollitsch sagte dazu, die Ministerin setze sich offensichtlich „auf eine Welle in der Hoffnung, irgendetwas zu gewinnen“. Dabei erwecke sie fälschlicherweise den Eindruck, die Kirche verweigere sich der Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften.

Wer die Ministerin höre, könnte meinen, die bislang 115 bekanntgewordenen Fälle von Missbrauch und Misshandlung an Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche seien erst in jüngster Zeit begangen worden. Sie lägen aber 25 bis 30 Jahre zurück. Zollitsch versicherte, dass die katholische Kirche den Missbrauchsfällen, für die er sich entschuldige, nachgehen werde.

Die Bischofskonferenz konnte bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Freiburg unterdessen nicht zu einer einheitlichen Bewertung der neuen Afghanistan-Strategie gelangen. Militärbischof Walter Mixa hob hervor, die deutschen Soldaten sorgten in Afghanistan für Befriedung bei Menschen, die ihnen anvertraut seien. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen kritisierte hingegen, die deutschen Soldaten würden zunehmend als Besatzungsregime mit eigennützigen Interessen wahrgenommen. Auch habe die internationale Gemeinschaft ihre finanziellen Zusagen für den zivilen Aufbau bisher nicht so eingehalten wie zugesagt.

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