Home
http://www.faz.net/-gpg-z1z5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Kritik an FDP-Vorschlag CSU-Familienexpertin Bär hält an Elterngeld fest

Die familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Dorothee Bär, hat das Elterngeld gegen die Kritik der FDP verteidigt. An diesem „Erfolgsmodell“ werde nicht gerüttelt, sagte sie am Dienstag. FDP-Generalsekretär Lindner hatte das Elterngeld in Frage gestellt.

© Vergrößern

Die familienpolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Dorothee Bär (CSU), hat die FDP-Forderung nach Abschaffung des Elterngeldes zurückgewiesen. An dem Erfolgsmodell Elterngeld werde nicht gerüttelt, sagte sie am Dienstag im Deutschlandfunk. „Wir wollten, dass es mehr finanzielle Gerechtigkeit gibt. Natürlich war uns von Anfang an bewusst, dass das Elterngeld allein die Geburtenrate nicht steigern kann.“

Seine volle Wirkung entfalte es nur in einem Gesamtkonzept. Der Staat könne nicht das gesamte Geld zur Verfügung stellen, das ein Kind koste. Kinder bedeuteten auch Verzicht. FDP-Generalsekretär Christian Lindner hatte den Erfolg des Elterngeldes infrage gestellt. Er sieht die vier Milliarden Euro jährlich für die Förderung als Fehlinvestition an.

Mehr zum Thema

Kinder-Grundeinkommen als Alternative

Als Alternative schlug die Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestages, Sibylle Laurischk (FDP), die Einführung eines Kinder-Grundeinkommens vor. „Es würde Elterngeld, Kindergeld, das Ehegatten-Splitting sowie alle weiteren Kinderzuschläge ersetzen“, sagte sie der „Saarbrücker Zeitung“ (Dienstagausgabe). Mit einem Kinder-Grundeinkommen stehe jedem Kind ein bestimmter Betrag zu. „Eltern und vor allem Alleinerziehende, die kein eigenes Einkommen haben, können damit das, was ein Kind braucht, finanzieren.“ Zur möglichen Höhe wollte sich Laurischk nicht äußern.

Die FDP-Politikerin sagte, das Elterngeld löse nicht das Problem der besseren Förderung von Kindern entsprechend ihrer Fähigkeiten. Es sei „eine aus Steuermitteln finanzierte Sozialleistung, die nichts mit Bedürftigkeit zu tun hat und einen großen Posten im Bundeshaushalt einnimmt“. Selbst das frühere Erziehungsgeld habe den Vorteil gehabt, dass es vor allem den Menschen zugute gekommen sei, „die es gebraucht haben“.

Quelle: dapd/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hohe Schulden Frankreich spart an den Kindern

Um die dramatische Staatsschuld zu mindern, kürzt Frankreich an den Familienleistungen: Das Kindergeld wird gesenkt, die Elternzeit für Mütter halbiert. Das sorgt für heftige Proteste. Mehr Von Christian Schubert, Paris

30.09.2014, 18:16 Uhr | Wirtschaft
Thailändische Leihmutter übernimmt behindertes Baby

Eine Thailänderin hat zwei Kinder für ein australisches Paar ausgetragen, doch eines ist behindert und das hatten die Australier ja nicht bestellt. Sie haben den Jungen mit Down-Syndrom bei der Leihmutter gelassen. Mehr

04.08.2014, 17:07 Uhr | Gesellschaft
Vergleich mit der Tea Party Wie amerikanisch ist die Alternative für Deutschland?

Agitation gegen staatliche Bevormundung, Bürokratie, hohe Steuern und Überregulierung: Ideologisch finden sich viele Berührungspunkte zwischen der Alternative für Deutschland und der amerikanischen Tea Party. Es gibt aber auch entscheidende Unterschiede. Mehr Von Markus Günther

24.09.2014, 13:16 Uhr | Politik
Mit dem Fußball-Dirndl zum Public Viewing

Ob schwarz-rot-goldene Lederhosen oder Mieder aus Kunstrasen: der Münchner Trachtenhersteller Angermaier bietet eine modische Alternative zum klassischen Fan-Trikot. Mehr

28.05.2014, 06:58 Uhr | Lebensstil
Gesetz gegen Kinderpornographie Zieht euch sofort wieder an!

Angeblich will die Bundesregierung mit ihrem neuen Gesetz die Kinder vor den Pornographen schützen. Die Strafverschärfung ist aber vielmehr ein Hinweis auf die künftige Totalüberwachung unseres Lebens. Mehr Von Claudius Seidl

27.09.2014, 19:19 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.05.2011, 09:26 Uhr