22.03.2010 · Es sei eine „Kampagne gegen die Kirche“ im Gange - „mit Schalmeien wie 1941“, predigt der Regensburger Bischof Müller. Der Erzbischof von München und Freising, Marx, setzt andere Akzente: Es sei „nicht die Stunde, andere zu beschuldigen und Kampagnen der Medien zu beklagen“.
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Bischof Müller, die Pressefreiheit und die Nazis
Es gab einmal eine Tierschutzorganisation, die die Hühnerställe in Legebatterien mit KZs verglich. Der Aufschrei - nicht nur unter jüdischen Mitbürgern - war groß. Völlig zu Recht! Wer allerdings die Berichte unabhängiger Medien in einer freiheitlichen Demokratie - wie Bischof Müller - mit Nazi-Hetze von 1941 vergleicht, hat dieselbe Aufschrei-Reaktion verdient und muss sich fragen lassen, ob er noch ganz bei Trost ist. Wenn es sich bei solchen geschichtslosen Gesellen wie Müller auch noch um einen katholische Bischof handelt, sollte er sich überdies erst einmal kundig darüber machen, welchen Anteil die Katholische Kirche im Dritten Reich an der sog. "Endlösung der Judenfrage" hatte. Und wenn das Gesellen wie Müller getan haben, sollten sie sich klar machen, dass ihre historischen Vergleiche so abwegig und so unerträglich sind, dass nur noch der Rücktritt bleibt. Bischof Marx, Müllers Kollege, hat das erkannt und versucht, Müller in die Schranken zu weisen. Es wird Zeit, dass sich Müller für seine Nazi-Vergleiche entschuldigt - oder aber vom Papst aus dem Verkehr gezogen wird. Auch gute Katholiken können seine abstrusen Äußerungen nicht mehr hören! Im Übrigen wäre das ein Zeichen für die längst überfällige Erneuerung der Kirche!
Auch hier verehrte Kommentatoren, bitte nachlesen und den Zusammenhang herstellen. Auf der Seite des Bistums Regensburg ist sowohl die Predigt (in Auszügen) als auch ein Hirtenbrief von Bischof Müller nachzulesen, der das Ganze Getöse in ein etwas anderes Licht setzt.
Dr. med. Karl-Heinz Schöter
Jeder einzelne Missbrauch insbesondere von Kindern ist widerlich und gehört strengstens verfolgt und bestraft. Jeder....
Die derzeitige Diskussion in den Medien erscheint aber auch mir als eine (wieder mal) gezielte Kampagne der Medien (besonders in Deutschland) gegen die katholische Kirche, die eben für Teile der Medienschaffenden ein Lieblingsfeindbild abgibt (wie damals bei den Nazis). Von daher kann ich Herrn Bischof Müller nur Recht geben.
Bei der Diskussion des Themas Kindesmissbrauch an sich fällt auf, das die riesige Dunkelziffer offensichtlich keiner Erörterung wert ist. Die Odenwaldschule ist, im Vergleich zur katholischen Kirche, lediglich eine Randnotiz. Missbrauch in Sportvereinen oder den staatlichen Schulen scheint nicht existent und wird nicht thematisiert.
Statistisch gesehen liegt der Anteil der Missbrauchfälle verursacht durch der kath. Kirch bei deutlich unter 1% - nur der Medienrummel suggeriert etwas ganz anderes.
über den fällt die gleichgeschaltete, "politisch korrekte" Meinungsmafia her. Gäbe es doch mehr Menschen in unserem Volk, die so beherzt wie Bischof Müller die Meinung sagen und damit der Wahrheit die Ehre geben.
Schon der Begriff ist bezeichnend mal ab vom Kontext, auf den er angewendet wird.
Wird doch alles, was nicht "christ-katholisch" ist als "heidnisch" bezeichnet.
Die kath Kirche wäe gut beraten, selbst für eeine lückenlose und vollständige Aufklärung zu sorgen. Das wäre mal wieder eine Aufgabe für die Inquisition, war sie doch eben gegründet worden, um in der Kirche "aufzuräumen".
Ach ja, Hinweise auf die NS-Zeit werden zwar immer wider gerne gemacht, aber im Fall der kath. Kirche ist das ein Eigentor.
Herrn Müller sei nahegelegt, mal die Rolle seines Arbeitgebers in dieser Zeit kritisch zu hinterfragen.
Gegen die fürchterlichen Verharmloser
hilft offenbar nur die konsequente Aufarbeitung der Fakten. Und wenn der Herr Bischof Müller nun versucht, diese schmerzliche, aber von seiner demokratiefreien Organisation bislang konsequent verhinderte Aufklärungsarbeit als "Kampagne" zu diffamieren, dann beweist das, dass diese Aufklärungsarbeit endlich Wirkung zeigt. An dieser Stelle gilt mein Dank auch der FAZ, dass sie bei dieser Aufklärungsarbeit nicht nachlässt - auch wenn sich selbst hier im Forum die fürchterlichen Verharmloser melden.
@ Ogdan Ücgür (Ogdan): Wenn Ihre Bekannten so haarsträubende Opferzahlen vermuten, liegt das nicht an den Medien, sondern daran, dass sie keine Zeitung lesen. Ihre Zahlenspielereien bei solch einem Thema sind schlicht ekelhaft. "Tatsache ist, bisher sind nie mehr als 150 Fälle genannt worden", schreiben Sie da tatsächlich. Unfassbar - geht's denn noch zynischer? Wäre denn nicht schon ein einziger Fall schrecklich genug? Was, wenn Sie selbst, Ihr Kind, Ihr Lebenspartner darunter wären? "Nur" einer mehr???
Wenn ich Bischof Müllers Re-Aktion auf die Medienberichte lese, fühle ich mich an Zeiten erinnert, in denen der Überbringer der "schlechten Nachricht" durch die Herrschaften belangt wurde.
Wäre die Institution Kirche ein privates Wirtschaftsunternehmen und Herr Bischof Müller "nur" ein leitender "Pressereferent Müller", würde er nach solch einer armmütigen Rede seinen Hut nehmen dürfen.
Solche Projektion ist nicht nur eine weitere Ohrfeige für die Opfer, sondern auch nahe dran an einer handfesten Paranoia ...
Erste Frage: Sind die zu Tage getretenen Fälle Einzelfälle?
Antwort: Gibt es überhaupt "Einzelfälle"? Ein einzelner Fall ist ein Einzelfall und kein Plural. Selbst bei großzügiger Auslegung gehen die bekannt gewordenen Fälle weit über Einzelfälle hinaus.
Die Verteidigungsstrategie der Kirche ähnelt denen von Vergewaltigern: Nicht der Täter ist Schuld, sondern das Opfer oder die Gesellschaft. Angesichts der Enthemmung der Gesellschaft konnte der Verbrecher (Vergewaltigung ist ein Verbrechen) gar nicht anders als Verbrechen zu begehen. Eine solche Argumentation ist schlichtweg abwegig.
Mein Beileid gilt den vielen ehrlichen Priestern und kirchlichen Mitarbeitern, die den Dienst am Menschen ernst nehmen.
Frage: Warum kommen diese Exzesse in diesem Umfang in der evangelischen Kirche nicht vor?
Frage: Wenn derartige Exzesse in der Scientology Kirche vorkämen, würde diese "Kirche" nicht sofort verboten? Diese Frage impliziert keine Existenzberechtigung der Scientolgy "Kirche".
Sehr geehrter Herr Müller,
wie schon einige Ihrer werten Kollegen zu diesem Thema bemerkt haben, Kindesmißbrauch ist kein Problem allein der Kirche. Damit haben Sie vollkommen recht. Die Tatsache daß über die Taten einzelner Ihrer Kollegen so intensiv in den Medien berichtet wird stellt aber keine Verfolgung der Kirche dar, die Ihren Nazi-Vergleichen gerecht wird. Vielmehr dürfte der Hauptgrund dafür darin begründet sein daß das Verhältnis vieler zur Kirche und ihrer Vertreter in Vertrauen begründet war, das durch diese nachweislich verschwiegenen Verbechen besonderen Schaden genommen hat. Unbegreiflich daß einem Mann Ihres Amtes so etwas gesagt werden muß. Nazivergleiche reichen wohl zum Glück nicht mehr in jedem Falle aus Kritiker mundtot zu machen. Besinnen Sie sich lieber den Tugenden, denen Sie sich mit Ihrer Berufswahl verschrieben haben und gewinnen Sie die Achtung und das Vertrauenden der Menschen zurück, die Sie mit solchen Aussagen verletzen.
der KDF hat geegn die Nazis demonstriert, sagt der Bischof
will er uns jetzt auch an die Unterstützung der Nazidiktatur durch manche Kirchenfürsten erinnern? Ja ich weiß, die Kirche hat viel Schuld auf sich geladen.
Aber es gibt und gab ja auch ein paar Gute. Zu diesen gehört Bischof Müller nicht.
Die maxima culpa sollte er auch erst bei sich sehen und dann bei den anderen.
Das wäre für mich Christentum.
kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, daß die meisten Kommentatoren so tun, als wäre die Kirche, vor allem die katholische Kirche, verantwortlich für die Erfindung der Atombombe, sowie Pest und Cholera. Und wenn es auf dieser Welt überhaupt einen Schuldigen gibt, dann ist es der Papst.
Mit beiden Füßen in Fetttröge und dabei den Ball ins eigene Tor geschossen. Und das mit einer Wortwahl wo man sprachliche Hygiene vergeblich sucht. Wen selbst das mittlere Management dieses Unternehmens nix begriffen hat, wie soll man es dann dem Fußvolk erklären. Bischoff Müller war schon immer ein Mann der geraden Worte, manchmal wäre Nachdenken vor dem Reden gewinnbringender. Ich hoffe, daß dieses billige Gerede in den Medien nicht weiter gewürdigt wird und daß erzieherische Maßnahmen seitens des Erzbischofs nicht so lange auf sich warten lassen wie der Hirtenbrief.
Da verkennt ein Diener des Herrn Ursache und Wirkung. Meine gute Erziehung lässt leider eine drastische Antwort nicht zu. Pfui, Herr Müller!
Die Kirche darf durchaus die Medien an ihre Verantwortung erinnern
Ganz klar: die Kirche hat sich völlig unzweideutig positioniert: Prävention, vollständige AUfklärung, Strafverfolgung, totale Transparenz - auch über die gesetzlichen Regelungen hinaus. Daran beißt die Maus keinen Faden ab.
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Allerdings haben auch die Medien eine Verantwortung. Sie sollten in Art und Umfang der Berichterstattung ein halbwegs echtes Bild der Realität geben. Ich habe einen kleinen Test unter Bekannten gemacht und gefragt, wie sie die Zahl der Missbrauchsfälle einschätzen, absolut - also wieviele Fälle aus den letzten 60 Jahren diskutiert werden - und relativ, wieviel Prozent von Missbrauchsfällen in Schulen, Internaten und ähnlichen Institutionen die katholischen Missbrauchsfälle ausmachen.
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Auf die Frage nach absoluten Zahlen reichte die Antwort von einigen Tausend bis zu 50.000 - Tatsache ist, bisher sind nie mehr als 150 Fälle genannt worden. Bei der Prozentzahl klafft eine größere Lücke: hier reichten die Schätzungen von 10% bis zu 50% - Faktum ist: auf eine Stelle nach dem Komma gerundet sind tatsächlich nach Fakten zwischen 0,0 und 0,5%.
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Es ist also durchaus berechtigt, zu fragen, ob die Medien hier verantwortlich handeln. Vielleicht könnte die Medienaufmerksamkeit z. B. den Menschen in Haiti mehr helfen.