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Kriminologe Christian Pfeiffer Zugespitzt und unabhängig

 ·  Die Bischöfe hätten wissen können, was auf sie zukommt, als sie den Kriminologen Christian Pfeiffer und sein Institut baten, den Missbrauch an Kindern in der katholischen Kirche zu untersuchen. Äußere und innere Unabhängigkeit ist ihm ein Glaubenssatz.

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Ein Frühwarnsystem schaffen für Gewalt gegen Kinder: Damit hatte sich der Kriminologe Christian Pfeiffer immer wieder beschäftigt. Nach Amokläufen Jugendlicher oder nach Missbrauchsfällen gegen Kinder, die die Öffentlichkeit bewegten: Stets sind Rat und Einschätzung Pfeiffers gefragt von Politikern oder durch Medien. So gewann er das Bild eines „Medienprofessors“ wie kaum ein anderer.

Die Aufmerksamkeit half ihm auch. Sie trugen dazu bei, dass das von ihm seit 25 Jahren - unterbrochen von drei Jahren als niedersächsischer Justizminister - geleitete unabhängige Kriminologische Institut Niedersachsen Aufträge erhielt und sich damit finanzieren konnte. Äußere und innere Unabhängigkeit ist ihm ein Glaubenssatz.

Insofern hätte die Katholische Kirche wissen können, was auf sie zukommt, als sie Pfeiffer und sein Institut bat, den Missbrauch an Kindern in der katholischen Kirche zu untersuchen.

Dass der 68 Jahre alte Pfeiffer die Widerstände vor allem in München verortet, muss ihn ärgern. In Bayern wuchs er als Flüchtlingskind auf und in München gründete er einen Verein, der sich um die Betreuung straffälliger Jugendlicher kümmerte. Ehrenamtliches Engagement setzte er nach seinem Wechsel nach Hannover 1985 fort mit seiner Stiftung „Pro Kind“ zur Frühförderung von Kindern. Die Studien seines privaten Instituts, haben oft erhebliche Wirkung - und führten auch schon zu Kritik.

Pfeiffer kümmern sich um Auswirkungen von Gewalt auf die Opfer, um Übergriffe durch Jugendliche auch als Folge von Videospielen, oder um Gewalt gegen Polizisten. Dafür erhält der Sozialdemokrat Lob auch von CDU-Politikern, die zum rechten Flügel gezählt werden. Bei der Vermittlung der Erkenntnisse neigt Pfeiffer zu zugespitzten Formulierungen, was ihm Aufmerksamkeit bringt und nicht immer nur Freunde.

So wurde er zum Hassobjekt von Altkadern der früheren DDR mit seiner Behauptung, die Fremdenfeindlichkeit ostdeutscher Jugendlicher hänge auch zusammen mit dem Drill der DDR-Erziehung in den Kinderkrippen.

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