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Kriminalstatistik : So wenige Straftaten wie seit 1992 nicht mehr

  • Aktualisiert am

Bundesinnenminister Horst Seehofer bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2017 Bild: dpa

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 5,76 Millionen Strafdelikte aktenkundig geworden. Das ist ein Rückgang von fast zehn Prozent. Allerdings steigt die Zahl von Morden und Drogendelikten.

          In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 9,6 Prozent weniger Straftaten registriert. Das ist der stärkste Rückgang seit 1992. Insgesamt verzeichnet die am Dienstag in Berlin vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2017 rund 5,76 Millionen Delikte. Die Aufklärungsquote stieg von 56,2 auf 57,1 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchststand. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte: „Deutschland ist sicherer geworden. Gleichwohl gibt es zur Entwarnung keinen Anlass.“ Für die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern bleibe viel zu tun.

          Rechnet man die ausländerrechtlichen Verstöße heraus, kommt man auf 5,58 Millionen Straftaten (minus 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Als ein Grund für den Rückgang gilt, dass wegen der geringeren Einwanderung weniger ausländerspezifische Vergehen wie illegale Einreisen und unerlaubte Grenzübertritte registriert wurden. Zum anderen ist es gelungen, Massendelikte wie Diebstahl einzudämmen.

          Diebstähle machten wie in den Vorjahren einen Anteil von 36,3 Prozent an der gesamten Kriminalität aus. Im Vergleich zum Jahr 2016 sank ihre Anzahl um 11,8 Prozent auf 2,09 Millionen Fälle. Mit 23 Prozent besonders stark zurückgegangen sind Wohnungseinbrüche, die aber immer noch 116.540 Fälle ausmachen. Bei 52.495 davon handelte es sich um Versuche. Mit 9,2 Prozent stark gestiegen sind allerdings Rauschgiftdelikte. 330.580 Fälle wurden registriert.

          Die Zahl von Vergewaltigungen und Fällen von sexueller Nötigung stieg im vergangenen Jahr auf 11.282, im Vorjahr waren es lediglich 7919. Allerdings weist das Bundeskriminalamt darauf hin, dass aufgrund der Verschärfung des Sexualstrafrechts im Laufe des Jahres 2016 die beiden Werte nicht direkt miteinander verglichen werden könnten.

          Rückläufig ist auch die Zahl der Gewaltverbrechen mit einem Minus von 2,4 Prozent (Gesamtzahl 188.946). In 137.058 Fällen handelte es sich um gefährliche und schwere Körperverletzung (minus 2,1 Prozent). Raubdelikte gingen um 9,7 Prozent zurück (38.849 Fälle). Fälle von Mord und Totschlag sowie Tötung auf Verlange nahmen um 1,6 Prozent auf 2379 Fälle ab, wobei hier die Zahl der Versuche mit 72,4 Prozent überwiegt. Betrachtet man nur die registrierten Morddelikte, so gibt es allerdings einen Anstieg um 24 auf 785 Fälle. Bei mehr als der Hälfte von ihnen handelt es sich um Versuche.

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