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Kreditaffäre Wulff sieht keinerlei Interessenkollision mit LBBW

 ·  Bundespräsident Wulff hat Spekulationen zurückgewiesen, nach denen der Hauskredit eine Gegenleistung der BW-Bank gewesen sein könnte - für das Engagement Wulffs bei der Rettung von Porsche. Die LBBW ist die Hausbank von Porsche.

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Bundespräsident Christian Wulff hat Spekulationen zurückgewiesen, nach denen der Kredit an ihn - ungeachtet der Frage, wer den konkreten Kontakt herstellte - auch eine Art Gegenleistung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) für seinen Einsatz während seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsidenten gewesen sein könnte. Wulff spielte in seiner Funktion als Aufsichtsrat von VW eine bedeutende Rolle in den Verhandlungen über die Zukunft von Porsche und VW, die LBBW wiederum ist die Hausbank von Porsche.

Der Zeitschrift „Der Spiegel“ gegenüber dementierte Wulff die Mutmaßung, die BW-Bank, die ein Teil der LBBW ist, könnte den zinsgünstigen Kredit aus Dankbarkeit für sein Engagement in diesem Fall gewährt haben. Es bestehe „keine irgendwie geartete Interessenkollision“, äußerte Wulff. Vorgänge aus dem Aufsichtsrat könne er aber nicht kommentieren, weil sie „fortgeltender Verschwiegenheitsverpflichtungen“ unterlägen.

Bekannt ist indes, dass die LBBW um mehrere Milliarden Euro fürchten musste, die sie bei Porsche investiert hatte. Für die Übernahme von VW hatte Porsche unter anderem einen Kredit über zehn Milliarden Euro bei einem internationalen Bankenkonsortium aufgenommen, an dem in nennenswertem Umfang auch die LBBW beteiligt war. Als der Kredit im März 2009, mitten in der Wirtschaftskrise, auslief, hatte der Sportwagenbauer extreme Schwierigkeiten, eine solche Geldsumme abermals auszuleihen. Bis tief in die Nacht liefen die Verhandlungen mit verschiedenen Banken - auch mit der LBBW -, in letzter Minute wurde ein neuer Kredit gewährt. Wäre die Einigung mit den Banken nicht gelungen, hätte Porsche den Zehn-Milliarden-Kredit nicht zurückzahlen können. Das hätte die Insolvenz bedeutet, und die LBBW als Hausbank hätte möglicherweise einen Milliardenschaden zu verbuchen gehabt.

VW half Porsche mit 700 Millionen Euro

Welche Rolle Wulff als VW-Aufsichtsrat in den Verhandlungen über den Kredit genau spielte, ist zwar nicht öffentlich bekannt. Allerdings fällt auf, dass VW selbst einen Beitrag dazu leistete, dass Porsche nicht in die Insolvenz gehen musste: Mit immerhin 700 Millionen Euro half VW, den laufenden Betrieb von Porsche zu finanzieren. Damit war die akute Not gelindert. Bekannt wurde diese Hilfsmaßnahme erst im Mai. Grundsätzlich gesichert wurde Porsche dann im August 2009 durch eine „Grundlagenvereinbarung“, in der die Integration des Sportwagengeschäfts in den VW-Konzern geregelt wurde. Auch an der Ausarbeitung dieser von allen VW- und Porsche-Aufsichtsräten unterzeichneten Vereinbarung dürfte Wulff als VW-Aufsichtsrat beteiligt gewesen sein.

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