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Krawalle in Leipzig : „Das ist offener Straßenterror“

  • Aktualisiert am

Gegendemonstranten vor einer brennenden Barrikade in Leipzig. Bild: dpa

Bei einer Neonazi-Demonstration in Leipzig kam es zu Zusammenstößen von Polizisten und Gegendemonstranten. Dabei sollen Polizisten gezielt angegriffen worden sein. 40 Beamte wurden verletzt.

          Brennende Müllcontainer, Wasserwerfer und zerschlagene Scheiben: Am Rande einer Neonazi-Demonstration in Leipzig ist es am Samstag zu schweren Ausschreitungen zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Vermummte warfen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper, die Beamten gingen mit Wasserwerfern und Reizgas gegen die schwarz gekleideten Krawallmacher vor.

          Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden Polizisten aus einer Menge von etwa 1000 Menschen heraus „massiv“ angegriffen. 40 Beamte wurden nach Polizeiangaben verletzt. Die Polizei nahm mehrere Menschen in Gewahrsam. Zahlen nannte sie zunächst nicht.

          Nach Angaben der Studentengruppe „Durchgezählt“ beteiligten sich etwa 2500 Menschen an mehreren Gegendemonstrationen. Die Polizei wollte diese Zahl nicht bestätigen. Anlass der Krawalle war eine Demonstration von Rechtsextremisten im Stadtteil Südvorstadt. Dazu seien weit weniger Teilnehmer gekommen als die angemeldeten 600, so die Polizei. Zuvor war nur von 200 angemeldeten Teilnehmern die Rede gewesen. Gegen 17:30 Uhr endete die Veranstaltung.

          Ursprünglich wollten die Neonazis durch den eher links-alternativ geprägten Stadtteil Connewitz marschieren. Das wurde vom Ordnungsamt verweigert, weil dort ein Weihnachtskonzert und ein alternativer Weihnachtsmarkt stattfanden.

          Die Demonstration der Partei „Die Rechte“ sollte eigentlich durch den linken Stadtbezirk Connewitz führen. Bilderstrecke

          Bei den Ausschreitungen ging eine Bushaltestelle zu Bruch, Müllcontainer brannten. Selbst die Feuerwehr sei angegriffen worden, twitterte die Polizei. Es habe am Nachmittag eine bedrohliche Stimmung und hohes Gewaltpotenzial in der Leipziger Südvorstadt gegeben. Am Abend habe sich die Lage jedoch etwas beruhigt.

          Die Polizei war mit einem Großaufgebot und Verstärkung aus anderen Bundesländern vor Ort. Die Beamten nahmen zeitweise den gegen Rechtsextremismus engagierten Jenaer Stadtjugendpfarrer Lothar König in Gewahrsam. Er hatte auf einer linken Gegendemo von seinem Lautsprecherwagen aus gesprochen. Am Abend kam er wieder frei. Laut Polizei wird gegen ihn unter anderem wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch ermittelt. Zudem habe er sich Beamten widersetzt.

          Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nannte die Ausschreitungen „schockierend“. „Das ist offener Straßenterror“, teilte er mit. Kriminelle diskreditierten den so wichtigen, friedlichen Protest gegen Neonazis.

          Schon am frühen Morgen hatten Unbekannte mehrere Brände gelegt. In den Stadtteilen Südvorstadt und Connewitz brannten laut Polizei an mehreren Stellen Autoreifen sowie Container.

          Am frühen Abend baute die Polizei die Straßensperren, die errichtet worden waren, wieder ab.

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