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Krawalle am 1. Mai Berliner Senator Körting wegen Vergleich in der Kritik

03.05.2009 ·  Für einen Vergleich der Krawalle am 1. Mai mit der Vergewaltigung einer Frau ist der Berliner Innensenator Ehrhart Körting heftig kritisiert worden. Mittlerweile hat der SPD-Politiker seine Aussage selbst als unglücklich bezeichnet.

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Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) ist durch einen Vergleich der Krawalle am 1. Mai mit der Vergewaltigung einer Frau in die Kritik geraten. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt forderte den Rücktritt des Senators. „Körting muss sich öffentlich entschuldigen und dann seine Koffer packen und abhauen. Solche perversen und unverschämten Parolen sind eines Berliner Senators unwürdig“, sagte Dobrindt der Zeitung „Bild am Sonntag“.

Körting hatte am 1. Mai über Steinewerfer und Autoanzünder gesagt: „Das ist wie bei Sexualdelikten: Ist die Frau erst mal ausgezogen und vergewaltigt, dann fällt es anderen leichter, auch mitzumachen.“ Mittlerweile bezeichnete er den Vergleich selbst als unglücklich. „Was ich aber damit sagen wollte: Jeder, der die körperliche Integrität eines Menschen so angreift, begeht eine schwere Straftat“, sagte Körting der „Bild am Sonntag“. „Ob er nun als erster handelt oder es anderen nachmacht, ändert nichts an seinem Vergehen.“

„Die Randale stand im Vordergrund“

Auch andere Politiker kritisierten Körting. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla forderte eine öffentliche Entschuldigung und bezeichnete den Vergleich als abstoßend und als Skandal. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel zeigte sich entsetzt: „Mit seiner Äußerung bagatellisiert Körting Sexual- und Gewaltstraftaten. Statt solcher Vergleiche sollte Körting sich darum kümmern, dass keine Steine geworfen werden und Autos nicht angezündet werden“, wird er von der Zeitung zitiert.

Video: Krawalle vor dem 1. Mai

In Berlin hatten sich die schwersten Krawalle seit Jahren ereignet. Teils massive Angriffe rechter und linker Chaoten in ganz Deutschland ließen die Polizei sogar von einer neuen Qualität der Gewalt sprechen. Im Berliner Stadtteil Kreuzberg lieferten sich in der Nacht auf Samstag etwa 2500 meist linke Randalierer stundenlange Straßenschlachten mit der Polizei. 289 Menschen - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (139) wurden festgenommen. Unter anderem durch Würfe von Steinen, Flaschen oder Knallkörpern wurden 273 Polizisten zumeist leicht verletzt. (Siehe auch: Randale zum 1. Mai in Berlin und Hamburg )

Die Gewaltbereitschaft war deutlich höher sei als früher, hatte Innensenator Körting am Samstag gesagt. Zwei Beamte wurden laut Polizei mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und fingen Feuer - die Flammen konnten schnell gelöscht werden, die Polizisten blieben unverletzt. „Das war eine andere Qualität als in den Vorjahren“, sagte Körting. Mit sozialen Unruhen habe das aber nichts zu tun. „Die Randale stand im Vordergrund.“

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