http://www.faz.net/-gpf-842rf

Kramp-Karrenbauer zur Homo-Ehe : CDU-Ministerpräsidentin warnt vor Verwandten-Heirat

  • Aktualisiert am

Mit einem Mann verheiratet, drei Kinder: Annegret Kramp-Karrenbauer Bild: dpa

Saarlands Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer ist besorgt über mögliche Konsequenzen, sollte im Grundgesetz die Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau aufgegeben werden. Indes befürwortet die Mehrheit der Deutschen in einer aktuellen Umfrage die Homo-Ehe.

          Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) lehnt eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ab. „Es stellt sich die Frage, ob wir grundlegende Definitionen unserer Gesellschaft verändern wollen, und zwar mit womöglich weitreichenden Folgen“, sagte die CDU-Landesvorsitzende der „Saarbrücker Zeitung“. Es gebe in Deutschland bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau.

          „Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen“, mahnte Kramp-Karrenbauer.

          Bestehende Diskriminierungen zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft müssten aber abgebaut werden. „Am Ende dieses Prozesses werden wir uns wahrscheinlich auch mit der Frage nach der Volladoption befassen müssen.“ Diese lehne sie ab, sagte Kramp-Karrenbauer. Seit Jahren heiße es, dass für die Entwicklung von Kindern Vater und Mutter die beste Konstellation sei. „Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht - sondern allein am Kindeswohl.“

          Mehrheit für Homo-Ehe

          Zwei Drittel der Deutschen befürworten nach einer Umfrage im Auftrag der „Bild“-Zeitung die Homo-Ehe. Von 2168 Befragten sprachen sich 65 Prozent für die Homo-Ehe aus, während 26 Prozent dagegen waren.

          Dennoch vertraten 71 Prozent der Befragten die Ansicht, dass es für die Entwicklung eines Kindes am besten wäre, wenn es mit Mutter und Vater aufwächst. 19 Prozent waren in der INSA-Umfrage gegenteiliger Meinung.

          Generell meinten 51 Prozent der Deutschen, dass Homosexuelle in Deutschland benachteiligt würden. 33 Prozent sahen keine Benachteiligung.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          CSU sitzt Personalfragen aus Video-Seite öffnen

          Auf der langen Bank : CSU sitzt Personalfragen aus

          Erst Anfang Dezember möchte die CSU über ihre künftige personelle Neuaufstellung entscheiden, so Thomas Kreuzer, Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag. Über Namen und Personen sei nicht gesprochen worden.

          Rohingya dürfen nach Hause Video-Seite öffnen

          Absichtserklärung : Rohingya dürfen nach Hause

          Myanmar und Bangladesch haben sich auf die Rückkehr der geflüchteten Rohingya geeinigt. Eine Absichtserklärung beider Länder sieht vor, dass die Angehörigen muslimischen Minderheit in zwei Monaten in ihre Heimat zurückkehren dürfen.

          Topmeldungen

          Berthold Albrechts Witwe Babette kämpft im Rechtsstreit bei Aldi Nord um ihren Einfluss (Bild aus dem Jahr 2015)

          Gerichtsverfahren : Machtkampf bei Aldi Nord geht weiter

          Vor Gericht streiten die Firmenerben von Aldi Nord weiter um ihren Einfluss auf die Führung des Discounters. Wie steht es um die Entscheidung im Machtkampf der Nachfahren von Theo Albrecht?

          Schwierige Regierungsbildung : Die Verantwortung der SPD

          Die Sozialdemokraten stehen vor einem entscheidenden Wendepunkt. Solange Jamaika möglich war, sprach nichts gegen konsequente Opposition. Doch jetzt sieht die Lage anders aus. Ein Kommentar.

          Kampf um CSU-Spitze : Seehofer und der verdrehte Kalender

          Einigen in der CSU reißt langsam der Geduldsfaden. Doch Vorsitzender und Ministerpräsident Horst Seehofer bestimmt immer noch selbst, wann was entschieden wird. Ein Beraterkreis soll helfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.