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Der Fall Susanna F. : Tödliche Absurditäten

Trauerbekundungen in der Nähe des Ortes, wo die Leiche von Susanna gefunden wurde. Bild: dpa

Der Tod von Susanna F. ist Ergebnis der Absurditäten, die sich Deutschland im Asylrecht leistet. Angesichts des Widersinns, der darin steckt, darf es nicht wundern, wenn viele auf den Unsinn von Rattenfängern hereinfallen. Ein Kommentar.

          Der Mord an dem 14 Jahre alten Mädchen in Wiesbaden ist ein Einzelfall. Aber solche Einzelfälle häufen sich. Es ist vernünftig, sie weder zu verharmlosen noch aufzubauschen. Vernünftig ist aber auch die Frage, wie sehr die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats leidet, wenn er sich zu viele Absurditäten leistet.

          Ein polizeibekannter „Flüchtling“ flüchtet mit seiner Familie aus Deutschland – in den Irak. Ist das nicht absurd genug? Man könnte die Reihe beliebig fortsetzen: Taliban haben Aussichten auf Asyl in Deutschland? Absurd. Antisemiten? Absurd. Und dann muss man sich anhören, es sei unmenschlich, abgelehnte Asylbewerber in den Irak oder nach Afghanistan abzuschieben – absurd!

          Wen wundert es angesichts solchen Widersinns, dass viele auf den Unsinn von „Rattenfängern“ hereinfallen. Dafür sind in erster Linie die Rattenfänger verantwortlich, aber auch Entscheidungsträger, denen die Courage fehlt, sich gegen blinde Moralprediger und Moralpredigerinnen zu stellen. Es reicht nicht, sich über das Bamf zu ärgern. Auch Sonntagsreden zur Asylpolitik sind manchmal einfach nur dumm.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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