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Kommentar : Deutschland einig Brückentagland

Der Montag ist zwar kein Feiertag, wird von vielen Bürgern aber als solcher behandelt. Bild: dpa

Der Süden hat mehr Feiertage als der Norden. Das ist ungerecht. Die Lösung liegt doch so nahe.

          Nanu? Wo sind sie denn, die schweren Autos der vermeintlich schwer arbeitenden Bevölkerung an diesem Freitag vor dem Kindergarten? Und warum weist die Schule darauf hin, dass am Montag kein Feiertag sei? Ganz einfach: Dienstag ist einer. Und dann nimmt man doch gern die halbe Woche frei. Wogegen nichts zu sagen ist – Voraussetzung ist freilich ein Feiertag.

          Deshalb will die Hamburger CDU den Reformationstag generell zum gesetzlichen Feiertag machen – in diesem Jahr ist das ohnehin der Fall wegen des fünfhundertjährigen Reformationsjubiläums. Dafür spricht vieles: Die Bedeutung der Reformation für Kirche und Staat gibt locker einen Feiertag her. Und tatsächlich: Der arbeitsfreie Tag solle dazu beitragen, dass sich die Bürger „auch zukünftig mit den Impulsen der Reformation für Hamburg“ beschäftigen.

          Schön wär's. Feiertag meint doch eigentlich: freier Tag. Womöglich kommen die Gewerkschaften der Wahrheit näher, die seit langem ein großes Gefälle kritisieren – der Norden habe viel weniger Feiertage als der Süden. Das ist doch ein Argument. Aber warum verlängert Hamburg nicht einfach seine Skiferien – das Wahrzeichen der Hansestadt schlechthin? Mehr Feierwochen braucht das Land.

          Reinhard Müller

          In der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“ und für „Staat und Recht“.

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          Quelle: F.A.Z.

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