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Umfrage : Klare Mehrheit der Unionswähler will „Ehe für alle“

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„Ehe für alle“ – die Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage dafür. Bild: dpa

Am Freitag stimmt der Bundestag über eine Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare ab. Eine Mehrheit gegen diesen Schritt findet sich offenbar nur noch unter Anhängern einer Partei.

          Die „Ehe für alle“, über die der Bundestag am Freitag abstimmt, wird laut einer aktuellen Umfrage von einer breiten Mehrheit der Deutschen befürwortet. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, sprechen sich in einer Umfrage des Instituts Insa drei Viertel der Befragten, für die debattierte Öffnung der Ehe aus, 20 Prozent sind dagegen. Zwei Drittel der Befragten befürworteten zudem ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, 22 Prozent lehnten das ab.

          Die einzige Partei, deren Anhänger die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare mehrheitlich ablehnen, ist der Erhebung zufolge die AfD. Unter ihren Wählern seien 40 Prozent für und 55 Prozent gegen die Ehe für alle, berichtete die Zeitung.

          Selbst die Wähler der Union sind mit 73 Prozent deutlich für die „Ehe für alle“. Bei den Grünen sind der Umfrage zufolge sogar 93 Prozent ihrer Anhänger dafür, bei der SPD 87 Prozent und bei der Linkspartei 84 Prozent der Anhänger.

          Die Insa-Umfrage übergab überdies, dass eine große Mehrheit der Deutschen die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßt, bei einer Abstimmung zur Ehe für alle den Fraktionszwang aufzuheben. Von den Befragten sahen 72 Prozent den Entschluss der Kanzlerin positiv. Nur 13 Prozent bewerten ihn negativ, schreibt die „Bild“-Zeitung. Die übrigen Befragten hatten keine Meinung oder wollte keine Angaben machen.

          Für die Umfrage wurden am Mittwoch 1001 Nutzer online befragt. Die Ergebnisse sind laut Insa repräsentativ und nach Alter, Geschlecht sowie Bundesland gewichtet.

          Eine andere Umfrage hatte vor wenigen Tagen ergeben, dass zwei Drittel die „Ehe für alle“ befürworten. Das Institut YouGov ermittelte, dass nur 26 Prozent dagegen sind. Gefragt wurden in einer Online-Befragung zwischen dem 16. und dem 20. Juni 1099 Personen in Deutschland ab 18 Jahren.

          Pflegekinder auch an gleichgeschlechtliche Paare

          Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter plädierte ebenfalls für eine Gleichstellung homosexueller Paare. „Es ist seit Jahren eine Selbstverständlichkeit, dass Pflegekinder auch gleichgeschlechtlichen Paaren anvertraut werden“, sagte die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft, Birgit Zeller, der Zeitung „Rheinische Post“.

          Für das Wohlergehen der Kinder mache es keinen Unterschied, ob sie von gleichgeschlechtlichen Paaren oder einem Mann und einer Frau betreut würden. „Es kommt immer auf die Qualität der Beziehung an“, sagte Zeller.

          Merkel war am Montag bei einer Diskussionsveranstaltung öffentlich vom bisherigen Nein ihrer Partei zur Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare abgerückt und hatte die Frage zu einer individuellen Gewissensentscheidung erklärt. Die SPD kündigte daraufhin am Dienstag an, noch in dieser Woche im Bundestagsplenum über einen entsprechenden Gesetzentwurf abstimmen zu wollen. Am Mittwoch nahm das Gesetz die erste Hürde im Parlament: Der Rechtsausschuss billigte eine entsprechende Vorlage mit den Stimmen von SPD, Linkspartei und Grünen. CDU und CSU reagierten empört auf das Vorgehen des Koalitionspartners SPD, auch Merkel äußerte sich verärgert.

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