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Kirche Kardinal Meisner beklagt „Katholikenphobie“

Kardinal Meisner sieht seine Kirche als Opfer gezielter öffentlicher Angriffe. Keine Religion oder Konfession werde so sehr angegriffen wie die katholische Kirche.

© dapd Beklagt einen „Vertrauensverlust“: Der Kölner Kardinal Joachim Meisner

Der Kölner Kardinal Meisner sieht die katholische Kirche als Opfer gezielter öffentlicher Angriffe. „Die Entschiedenheit der katholischen Positionen zum Lebensschutz, zu Ehe und Familie sowie eine deutliche Repräsentanz durch Personen wie den Papst und die Bischöfe polarisieren in der Gesellschaft immer stärker,“ heißt es in einem Brief, den der Erzbischof von Köln unter dem Datum des 5. Februar an „Priester, Diakone und Laien im Pastoralen Dienst“ gerichtet hat. Französische Wissenschaftler, schreibt der Kardinal, sprächen schon von „Katholikenphobie“. Keine Religion oder Konfession werde so sehr angegriffen wie die katholische Kirche.

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Zugleich bedauert Meisner, dass die die Kirche einen „Vertrauensverlust“ erlebe. Zurückzuführen sei dieser „konkret“ auf die Aufkündigung der Zusammenarbeit mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen zwecks wissenschaftlicher Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Raum der katholischen Kirche sowie die Abweisung einer Frau, die Opfer einer Vergewaltigung geworden war, durch zwei katholische Krankenhäuser.

Der „beschämende Vorgang“ in den beiden Krankenhäusern dürfe sich nicht wiederholen, schreibt Meisner, zumal er sich als Erzbischof mittlerweile „lehramtlich“ zu Fragen der „Pille danach“ geäußert habe. Das Ergebnis seiner Beratung mit Fachleuten sei „keine neue Lehrmeinung, vielmehr die Anwendung unserer bisherigen moraltheologischen Prinzipien auf eine neue Situation, die jetzt durch eine Vielzahl neuer Medikamente gegeben ist, die unter den Begriff ,Pille danach‘ fallen, aber keine abtreibende Wirkung haben, sondern ausschließlich eine Verhinderung der Befruchtung verursachen.“

„Für solche Angriffe keine Gründe liefern“

In diesem Zusammenhang beklagte Meisner, dass die Bereitschaft der Kirche zur Aufklärung und zum Handeln „vielfach“ in Abrede gestellt werde. „Die Häme und die Aggression, mit der uns Teile der Öffentlichkeit - und damit auch der veröffentlichten Meinung - uns begegnen, macht mich sehr betroffen,“ schreib der Kardinal. Um so wichtiger sei, „dass wir für solche Angriffe keine Gründe liefern“.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, äußerte Verständnis für Meisners Kritik. In dessen Vorwurf einer „Katholikenphobie“ sei zwar die Defensive spürbar, doch argumentiere der Kölner Erzbischof differenzierter als der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, der erst vor wenigen Tagen eine „Pogromstimmung“ angeprangert hatte. „Immerhin hatte der Kardinal den Mut, Bewegung in die Debatte über die ,Pille danach‘ zu bringen“, sagte Glück der Zeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Das war überraschend und verdient Anerkennung.“ Glück äußerte zudem im ZDF den Wunsch nach einer einheitlichen Haltung der deutschen Bischöfe zur „Pille danach“. Es könne nicht sein, dass es je nach Bistum unterschiedliche Regelungen gebe.

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Quelle: F.A.Z.

 
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