27.08.2007 · Die Zahl ist alarmierend: Insgesamt 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollen in Deutschland auf Sozialhilfe-Niveau leben. Vor allem Heranwachsende im Osten seien betroffen. Der Kinderschutzbund fordert deshalb eine Reform des Kinderzuschlags.
Die Zahl der in Deutschland in Armut lebenden Kinder hat im vergangenen Jahr zugenommen. Im März dieses Jahres lebten mehr als 1,9 Millionen Kinder, die jünger als 15 Jahre alt sind, auf Sozialhilfe-Niveau, teilte der Bundesverband des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) mit.
Das entspreche einem Zuwachs von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Berücksichtige man noch die Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren, lebten derzeit insgesamt 2,6 Millionen Kinder in Deutschland in Familien, deren Eltern Arbeitslosengeld II (ALG II) oder Sozialhilfe bezögen, sagte der DKSB-Präsident Hilgers am Montag in Berlin.
„Kinderzuschlag weiterentwickeln“
Er forderte die Bundesregierung auf, den Kinderzuschlag zu erhöhen, die Hartz-IV-Gesetze zu reformieren sowie einmalige Beihilfen für Kinderbekleidung und Schulbedarf wieder einzuführen. Hilgers verwies in diesem Zusammenhang auf das von der großen Koalition gemachte Versprechen, „den Kinderzuschlag mit Wirkung ab dem Jahre 2006 weiterzuentwickeln“.
Doch bisher habe die Bundesregierung kein Interesse daran gehabt, sich mit dem Thema Armut zu beschäftigen. Auf der Kabinettsklausur in Meseberg hatte die Koalition sich darauf verständigt, Ende September Eckpunkte für eine Weiterentwicklung des Kinderzuschlag zu präsentieren.
„Potentielle Leistungsempfänger“
Besonders die Kinder in ostdeutschen Städten sind nach Hilgers Worten von Armut betroffen. Nach Berechnungen des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) übersteigt in zehn Kreisen der Anteil der Kinder, die jünger als 15 Jahre alt sind und deren Eltern ALG II beziehen, die 40-Prozent-Marke. Neun der zehn Kreise liegen in den neuen Bundesländern: So lebten in Görlitz mehr als 44 Prozent der Kinder in ALG-II-Bedarfsgemeinschaften. Dagegen belaufe sich der Anteil armer Kinder im oberbayerischen Landkreis Ebersberg auf nur 2,9 Prozent. Die Länderquoten reichten von 37,6 Prozent in Berlin bis 8,5 Prozent in Bayern, heißt es in der BIAJ-Studie weiter.
Der Kinderzuschlag für Geringverdiener müsse deshalb auf monatlich 175 Euro erhöht werden, forderte Hilgers. Vom dritten Kind an sollten 225 Euro gezahlt werden. Im vergangenen Jahr erhielten nach Angaben des Bundesfamilienministeriums rund 124.000 Kinder den derzeitigen Kinderzuschlag von bis zu 140 Euro im Monat.
Es handelt sich dabei um Leistungen für Familien, wo sich die Eltern zwar selbst finanzieren können, das Einkommen jedoch nicht auch noch für die Kinder ausreicht. Hilgers warnte davor, dass „ein großer Teil der derzeit in Armut lebenden jungen Menschen auch in ihren späteren Lebensphasen potentielle Leistungsempfänger sein werden“.
Leitspruch unserer Regierung
Eberhard Ottlinger (Ottlinger)
- 27.08.2007, 18:40 Uhr
Geld allein machts nicht besser
Rene Meyer (matrix1329)
- 27.08.2007, 18:53 Uhr
Kinderarmut kommt von Elternarmut
Georg Müller (muellergeorg)
- 27.08.2007, 19:32 Uhr
"Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie halt Kuchen essen!"
Andreas Bächtle (Andreas_B.)
- 27.08.2007, 20:11 Uhr
Armes Deutschland -arme Kinder....
Walter Wasilewski (wwasilewski)
- 27.08.2007, 20:21 Uhr