15.08.2010 · Gegner der Internetsperren behaupten seit Jahren, „Inhope“ lösche Kinderpornos in Stunden. Deshalb brauche es die Sperren nicht. Doch was ist eigentlich die Bilanz dieses Verbandes? Schnelle Löscherfolge wurden meist nur vorgegaukelt.
Von Stefan TomikRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Sehe ich das richtig, dass sie bei sich 'digital natives' - also jeden unter 25 - mit Kinderpornonutzern gleichsetzen und allen Ernstes unterstellen, jeder der sich mit dem Internet auskennt wollte irgendwie Kinderpornografie dort haben?!?
Ihre eigene technische Inkompetenz in allen Ehren, aber das halte ich für reichlich unverschämte Unterstellungen.
Take-down funktioniert wenn genügend monetäres Interesse dahinter steht
Richard Clayton und seine Kollegen von der Universität Cambridge haben schon in 2008 gezeigt, dass Phishing-Websites, die die Seiten von Banken immitieren, innerhalb von einigen Stunden nach Entdecken abgeschaltet werden. Generelle Betrugsseiten brauchten einige Tage und Kinderporno-Seiten üblicherweise mehrere Wochen. Daran hat sich bis heute nichts wesentlich geändert.
Das heißt aber: Take-down Benachrichtigungen können funktionieren, wenn sie richtig angewendet werden. Die Banken zeigen, dass sie sogar sehr gut funktioniert. Daher sollte jeder, der nach Internetsperren ruft überlegen, ob es nicht doch angemessener wäre, zunächst dieses Mittel auszuschöpfen - zumal eine einmal abgeschaltete Seite dann von nirgendwo mehr zu erreichen ist, während eine Internetsperre durch einen deutschen Provider ausschließlich den Zugriff von Deutschland aus blockiert.
Wir lassen uns für dumm verkaufen
Die Internetgemeinde, das Volk der sog. ,,digital natives’’, treibt Politik und Öffentlichkeit in Deutschland vor sich her, und die technischen Laien fallen in die gleiche Schreckstarre wie der Patient beim Arzt: Auch wenn man kein Wort versteht, bloß nicht nachfragen, der Doktor wird es schon wissen!
Nur ’mal als Denkanstoß:
Da wird behauptet, Internetsperren seien nutzlos, weil jedermann sie mit Leichtigkeit umgehen kann; gleichzeitig wird davor gewarnt, daß nicht nur Kinderpornographie, sondern auch anderer mißliebiger Inhalt auf diese Weise zensiert werden kann.
Wie das, wenn wirklich jeder Laie die Sperren umgehen kann?
Zum zweiten wird gefordert, kriminellen Inhalt nicht zu sperren, sondern zu löschen. Hase und Igel im Internet! Denn während das Finden und Löschen der betreffenden Seiten mindestens Stunden, wenn nicht Tage dauert, schafft man das Kopieren von einer Webseite auf die andere mit ein paar Mausklicks.
Glauben die ,,digital natives’’ wirklich, wir wüßten das nicht?
Jetzt haben wir die teuren Satelliten, jetzt haben wir die ganzen Kontrollpunkte, da können wir sie doch auch anderweit sinnvoll nutzen! Natürlich wird die PKW-Maut für den deutschen Autofahrer nicht kostenneutral eingeführt werden. So wenig, wie die seit zwanzig Jahren währenden Bemühungen um eine Senkung der Krankenkassenbeiträge auch nur irgendwie zu einer Senkung derselben geführt hätten (übrigens wie bei der Kinderpornografie mit dem vorgeschobenen Argument, dass eben ein verbessertes Gesundheitssystem koste - wer wollte schon den armen Kranken sagen, dass kein Geld für sie da ist!), so wenig, wie Hartz IV, dass eine deutliche Kostensenkung im Bereich der Arbeitslosen- und Sozialhilfeversorgung zu irgendeiner Kostensenkung geführt hätte! Hartz IV ist um ein X-faches teurer als das alte Modell!
Und die missbrauchten Kinder? Den hilft das alles nicht! Sie werden noch ein x-tes Mal missbraucht - durch die Rechteverwerter! Und die Erfolgsbilanz von Inhope: In einer großen deutschen Stadt rief die Kripo einen Provider an und teilte mit, dass auf dessen Server Kinderpornografie lag! Man forderte den Provider auf, die Seite auf keinen Fall zu löschen! Man wollte durch Fortbetrieb der Seite an Betreiber und dessen Kunden kommen!
Man kann all die Seiten löschen, die politisch nicht genehm sind! Merke: Das Internet ist (China, Iran & Co. machen es vor) unreguliert einfach nur für jeden "geordneten" Staat reine Anarchie! Kein Staat will dieses ungeordnete Etwas akzeptieren, diesen unregulierten Fluss von Daten und vor allem Informationen. Das gilt es, zu "kanalisieren"! Was bietet sich da Besseres an, als eine sauteure, durch die Provider (Halt! Nein! Natürlich durch die Internet-User) zu zahlende Technik! Der Zensierte zahlt gewissermaßen die Zensur selbst (der Drang des deutschen Michels zum "totalen, unbedingten" Masochismus ist der Politik nur allzu vertraut!)!
Wir erleben das entsprechende Spiel bereits anderweit: Als die auf den Autobahnen die LKW-Maut eingeführt werden sollte und sich ADAC & Co. dagegen aussprachen, weil man mit der Einführung der PKW-Maut als weitere Folge rechnete, hat die Politik zugesichert, dass es eine PKW-Maut nie geben werde. Inzwischen wird sie diskutiert! Und ich bin mir sicher, dass sie in spätestens zehn Jahren eingeführt wird! Natürlich in bester Absicht! Man will Touris usw. an den Kosten beteiligen! Für den deutschen Autofahrer bleibt alles kostenneutral!! Man hat die Technik - und jetzt will man sie nutzen!
Gesellschaftlich hätte sich der kostenträchtige technische Aufwand zur Wahrung der Interessen der so genannten Rechteinhaber nicht durchsetzen lassen. Und deshalb hat man den Aufhänger "Kinderpornografie" genommen! Wer wollte sich dem Schutz der armen Hascherl schon widersetzen - ohne sich dem Verdacht auszusetzen, eigene, perverse (!!!) Interessen zu verfolgen - den steten Zugriff auf das "Material"! Und im Internet kann auch keiner der Bürger - dafür hat man gesorgt - sich davon überzeugen, wie tragend das Problem eigentlich ist. Denn strafbar macht sich bereits, wer auch nur nach kinderpornografischen Inhalten sucht. Bereits der kleine Klick ist strafbar. Und: Wer bereits Seiten unwillentlich öffnet, läuft, wenn er Pech hat, in die Fahndung! Und selbst Comics, bei denen die Modelle der Gestalt nach kindlich sind, können den Staatsanwalt - und schlimmer noch - das Gericht auf den Plan rufen. Ein rundes Konzept! Kindern wollen alle helfen - insbesondere gegen die Perversen! Überprüfen kann's keiner, weil das strafbar ist! Und ist die Technik erst einmal eingeführt, kann man rasch sagen: Jetzt haben wir's! Jetzt können wir's auch für all die anderen Verstöße nutzen. Und auch politisch lässt es sich nutzen!
Was ist der eigentliche Hintergrund der bestehenden Diskussion. Seit Jahren versuchen die so genannten "Rechteverwerter" (Lizenzen und Urheberrechte) das Internet als einen gewinnvernichtenden Gegner in die Knie zu zwingen. Die Gewinne von Konzernen im Bereich von Software und Multimedia-Industrie sind zurückgegangen - und dies ist zu einem nicht unerheblichen Teil auf den Datentausch per Internet zurückzuführen (allerdings nicht nur). Der Software- und Multimediamarkt ist gigantisch! Und deswegen arbeite eine riesen Lobby daran, die eigenen (vermeintlichen) Rechte und vor allem daraus resultierenden (reichlich schamlosen!) Gewinne sichern! Die FR (fr-online) hat vor drei Tagen einen sehr ausführlichen Artikel über "Acta" gebracht, indem das Wirken der entsprechenden Kreise sehr schön beschrieben wird (http://www.fr-online.de/politik/geheimsache-zukunft/-/1472596/4555874/-/index.html - liebe Faz-Redaktion: Bei Euch bekommt so etwas leider nicht zu lesen!). Um den geschäftsschädigenden Austausch von Daten zu unterbinden, bedarf es aufwändiger, durch die User zu bezahlender Technik. Um die "Interessen" der sog. Rechteinhaber zu wahren, würde den Internetkunden ein solcher Mehrpreis nicht aufzuschwatzen sein!
Kann man das Thema nicht Mal abservieren II!
Kinderpornografie ist kein Problem des Internets, sondern des tatsächlichen Missbrauchs von Kindern. Wer Kinder missbraucht, hat die entsprechende sexuelle Neigung! Der missbraucht nicht Kinder, weil er es im Internet vermarkten kann, sondern er missbraucht Kinder, fotografiert oder/und filmt das - und findet in und außerhalb des Internets Gleichgesinnte, mit denen er sich in austauscht. Nicht dieser Austausch ist der Missbrauch des Kindes, sondern der sexuelle Akt an sich! Und der findet - unzweifelhaft erschütternder Weise - statt, gleich, ob es das Internet gibt oder nicht! Wir haben in Belgien die "geschlossene Gesellschaft" der "Kifi" erlebt, die vor Mord nicht zurückschrecken. Und wir haben gerade anhand dieses desastreusen Beispiels erlebt, dass im Bereich der Kinderpornografie offensichtlich ein enges Netzwerk in einer gesellschaftliche Elite besteht, in die Reiche, Superreiche, Honoratioren aus Gesellschaft, Politik, Justiz eingebunden sind, so dass diese Netzwerke kaum zu bekämpfen sind! All das hat mit dem Internet wenig zu tun!
Kann man das Thema nicht Mal abservieren!
Kann dieses Thema nicht endlich zu den Akten gelegt werden! Erstens: Man muss im Internet zwischen frei verfügbaren Seiten unterscheiden, die den belasteten Konsumenten "anfüttern" sollen. Dort werden seit Jahren immer dieselben Bildchen gezeigt. Klar kann ich, wenn diese Seiten sich mehr und mehr duplizieren und ich jeden Klick auf eines der Bildchen (das im Zweifelsfall auf irgendeine andere Pornoseite ohne kinderpornografischen Inhalt führt) als Straftat zählt, mit der Manie von Polizeibeamten und Staatsanwälten eine grauenhafte Zunahme der Kriminalität in diesem Bereich feststellen. Auf diesen Seiten werden erfahrungsgemäß immer dieselben wenigen kinderpornografischen Bildchen gezeigt! Entscheidend sind die eigentlichen Kinderpornografen, die ihr Material per Internet austauschen. Dies tun sie aber nicht über reguläre Webseiten, sondern über geschlossene Foren, wenn nicht inzwischen man sich ohnehin weitestgehend aus der elektronischen Übermittlung verabschiedet hat, weil sie inzwischen viel zu riskant geworden ist. Kinderpornografie hat stets stattgefunden, auch zu Zeiten, als es das Internet noch gar nicht gab! In diese Seiten hineinzukommen, ist schwierig, weshalb das "Anfixen" von Usern wenig bringt.
Sperren ist besser als Loeschen!
Das Gerede, man duerfe keine Praezedenzfaelle schaffen, ist abwegig. Denn die Sperrtechnik steht ohnehin bereit, nicht nur in China, und ein Einsatz ist in jedem Fall nur einer Frage der jeweiligen Politik. Dass man Sperren relativ kinderleicht umgehen kann, aendert nichts daran, dass man die Mehrzahl der User ausschliesst.
Man sollte aber auch an andere Kulturen denken. Warum ist denn der Puritanismus der Mitteleuropaeer besser als die Freizuegigkeit der Japaner? Japaner koennen es dann mit Schamhaaren, die es in Europoa noch geben soll, genauso machen.
Der Haken bei der Sache ist: Es gibt aller Wahrscheinlichkeit nach keine frei verfügbare KP im Internet. - Ich weiß z. B. von einem Spezialisten für Internetsuche, der sich mal die Mühe gemacht und die Sperrliste der dänischen Polizei durchgearbeitet hat (nachdem er sie sich vorher im Netz besorgt hatte). Ergebnis: Spam, tote Seiten und "normale", aber keine Kinderpornographie. Auch eine allgemeine Suche brachte keine Ergebnisse, und der Herr kennt sich mit Suche nun wirklich besser aus als die Spezialisten der deutschen Polizei (die ja noch nicht einmal kino.to finden). Normalbürger haben also nicht die geringsten Chancen, da was zu finden.
Es mag KP im Netz geben, aber das sind geschlossene Benutzergruppen, und die Täter verständigen sich m. E. offline, hängen diese Sachen jedenfalls nicht allgemein ins Netz. Da kann die Polizei nur offline rankommen, durch die üblichen Infiltrationsmaßnahmen.
Insofern ist das alles eine einzige Gespensterdebatte, die umso gespenstischer ist, als das Thema KP ganz offensichtlich nur vorgeschoben ist. Fragt sich halt, vor was. Es geht offensichtlich um den Versuch allgemeiner Zensur im Netz, nicht der von KP.
Wieso, liebe Löschgegner, argumentiert ihr denn mit "Löschen STATT Sperren"?
Sperren UND Löschen!!!
Ein Filter kann umgangen werden - deshalb muss auch gelöschht werden. Aber gelöschtes ist schnell wieder online und muss dann schnell wieder gesperrt werden.
Nur beides zusammen wirkt. Beides ist grundsätzlich möglich. JEDER, der wirklich gegen solche Daten ist (und das dürfte hier hoffentlich jeder sein!) sollte sich KEINER der Optionen sperren.
Gar nicht verstehen kann ich vor allem ein Argument: Wenn der Staat sperre, dann sperre er vielleicht bald auch Blogs und Opposition. Aha? Wenn der Staat löscht, warum sollte er dann nicht bald auch Blogs und Opposition löschen? Wir müssen vertrauen und überwachen - aber nicht hysterisch werden! Und wenn doch die Filter (wie auch das Löschen!!!) so "leicht" umgehbar sein soll: Das wäre es doch ohnehin auch im Falle einer befürchteten "Zensur"!
Der Verzicht auf Löschen oder Sperren hilft nur einem: Dem Pädophilen.
Löschen funktioniert / Argumentation verfälscht
Es gab von einer Privatperson, ich glaube es war entweder Alvar Freude oder Christian Bahls im letzten Jahr eine Software-Einsatz. Diese Software hat, ohne das eine Person das Bild geprüft hat, verdächtige Websites registriert. Diese wurden dann in einer Info-Mail an die PROVIDER in den jeweiligen Ländern geschickt.
In der Rückmeldung von Seiten der Provider stellten sich viele Websites als nicht kinderpornographisch heraus (was zu erwarten war bei einer rein software-basierten Suche), aber es wurden auch einige Websites mit belastenden Inhalten von den Providern als Beweise gesichert und offline genommen. Dies alles geschah innerhalb von 48h.
Jetzt war das eine Aktion einer Privatperson. Mit unzureichender technischer Ausstattung. Aber er hat eines richtig gemacht - er hat sich an die Provider gewendet, von denen keiner das Interesse hat solche Inhalte zu hosten.
Dass es im internationalen STAATLICHEN Kampf gegen die Kindferpornographie, die zu einem geringen Prozentsatz tatsächlich im web stattfindet bis heute keine erfolgsbasierten Abläufe gibt (z.B. wenn INHOPE die ausländische Polizei aber nicht die Provider informiert, hat nichts, aber auch garnichts mit dem sinnlosen Sperrgesetz zu tun. Welch eine Propaganda. #fail
Ach so, die arme überforderte Polizei !?
"Sie geben die Fälle an die Polizei ab und meinen, die kümmere sich schon darum. Ein Irrtum. Denn die Polizei ist damit oft überfordert. „In manchen Staaten gibt es überhaupt nur drei Polizisten, die dazu in der Lage wären. Dann bleibt das in der Luft hängen". Da kommen mir die Tränen. Aber darauf gibt es 2 Antworten: Erstens scheint das mit der KiPo wohl von der Justiz in anderen Ländern nicht so wichtig genommen zu werden !? Oder vielleicht ist doch nicht alles KiPo was andere aufgeregt dafür halten !? Und wenn doch tatsächlich die Polizei andernorts so eklatant überfordert sein sollte: Geld genug, nimmt man die Hunderte Milliarden Kredite an Banken und marode EU-Länder zu Maßstab, scheint ja wohl für "wichtige" Politvorhaben, an denen viel Herzblut hängt und die ohne Rücksicht auf geltende Vereinbarungen durchgepeitscht werden, vorhanden zu sein!?? Von den Milliarden könnte man doch etwas abzweigen, wenn das alles wirklich so wichtig ist, wie es hochgeputscht in den Medien erscheint ?? Oder geht es doch nur um Vorwände für Sperren?? Ein Schuft, der Böses dabei denkt!
Die Sperren sind aber auch sinnlos...
...weil man sie doch unproblematisch umgehen kann. Mit Proxies oder dem Tor-Netzwerk können Sie über einen Zugang außerhalb Deutschlands zugreifen - wie einfach das geht, sehen Sie am Beispiel der Torrent-Seite Demonoid, die im Prinzip in Deutschland gesperrt ist, auf die mittels online-Proxies aber auch komplette IT-Legasthenikern völlig unproblematisch zugreifen können.
.
Bei den Sperren ist das demokratische Gefährdungspotential m.E. weit höher als der (wie ausgeführt: sehr geringe) Nutzen. Erst werden Kinderpornos gesperrt, dann irgendwelche unhygienischen Bartträger mit Minderwertigkeitskomplexen, die sich für gefährliche Terroristen halten, dann hysterische Verschwörungstheoretiker, die meinen, daß ein bestimmtes historisches Ereignis nicht stattgefunden hat, dann wikileaks - und dann ist das schöne breite Informationsangebot für den mündigen Bürger wieder weg...
Ist das die Intention des Autors?
Da also (so schein es mir ja im Artikel) die staatlischen Stellen zu blöde, zu langsam und zu unmotiviert sind Löschungen durchzusetzen, wenn man sie schon drauf hinweist, sollen sie also jetzt sperren?
Dieser Artikel weißt netterweise auf einige Schwächen der Selbstorganisition hin... Leider scheint der Autor der Meinung zu sein, die Verantwortung statt dessen genau diesem schwächsten Glied übergeben zu müssen...
Das spricht dann aber in noch viel stärkerem Maße gegen Sperren, oder? ;)
Für mich lässt sich aus dem Artikel nur eines herauslesen: Es ist problemlos möglich, aber die Hotlines müssen ordentlich aufgesetzt werden (was immernoch DEUTLICH billiger kommt als eine ohnehin sinnlose (s. Hr. Grefe) und demokratiefeindliche Sperrerei. Wenn ich den Artikel richtig verstehe, passiert es dann so gut wie sofort.
Es waren nicht irgendwelche Lobbyisten oder Pädophilen welche die Zensurbemühungen ablehnten, es waren ganz normale freiheitsliebende Bürger. Die Mechanismen zum blocken der Kinderpornografie eignen sich wunderbar für andere "unliebsame" Internetseiten. Wehren gegen den Eintrag in der geheimen Blockliste kann man sich nicht, einsehen oder den Grund für die Blockierung erfahren geht auch nicht. Die Gremien, welche den Zensur-Eintrag veranlassen müssen sich gegen über niemandem rechtfertigen.
Erste Begehrlichkeiten in dieser Richtung (Ausweitung auf rechtslastige Internetseiten) wurde von der Partei Die Linke bereits vorgetragen. Wobei natürlich die Partei entscheidet, was rechtslastig ist.
Ob das Blocken von Internetinhalten die Kinderpornografie wirksam einschränkt, weiß ich nicht. Dass es den ersten Schritt für den Übergang von Demokratie und Freiheit in eine Diktatur bedeutet, das weiß ich!
Artikel kurz zusammen gefasst:
Die Hinweise sind also bei den Polizeien der EU-Staaten in der Rundablage verschwunden. Blöd aber auch, dann helfen doch nur noch sperren.
Glücklicherweise lassen sich mit den neuen Filtern auch die Bürger wieder auf Linie bringen oder wie es in China heißt "harmonisieren".
In einem Interview mit der PC Games beklagte sich Angela Merkel darüber, dass die Menschen in Deutschland aufgrund des Internets sich leider nicht mehr uniform über die alten Kanäle von ARD und ZDF informieren lassen. Bedauerlich.
Nun gibt es ja wieder eine Lösung gegen den Pluralismus.
Keine eigene Recherche rechtlich möglich...
...aber ehrlich gesagt überlasse ich das in dem Fall sowieso lieber Polizeibeamten. Wer sich solchen _Dreck_ beruflich angucken muss, hat meinen Respekt und mein Mitgefühl. Das will ich mir freiwillig nicht antun.
Ich bin zwar der Überzeugung dass Bilder einen nicht automatisch zu Kinderschändern/Killern machen, aber eines tun sie ganz bestimmt: Abstumpfen. Und in mancher Hinsicht will man seine Seele doch vor gewissen Zumutungen bewahren.
Stefan Tomik Jahrgang 1974, Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Jüngste Beiträge