Home
http://www.faz.net/-gpg-xr1q
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kinderpornos De Maizière will hart vorgehen

04.09.2010 ·  Thomas de Maizière hat ein härteres Vorgehen gegen Kinderpornografie angekündigt. Dafür sollten verdeckte Ermittler straflos gestellt werden, wenn sie pornographisches Material abrufen müssten, um in die Szene hineinzukommen, sagte der Innenminister der Sonntagszeitung.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (6)

Bundesinnenminister Thomas de Maizière will härter gegen Kinderpornographie vorgehen. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sprach sich der CDU-Politiker dafür aus, verdeckte Ermittler straflos zu stellen, wenn sie kinderpornographisches Material im Internet tauschen, um in die Szene hineinzukommen. Bisher ist es V-Leuten nicht erlaubt, solch szenetypische Straftaten zu begehen.

Löschen und Sperren von Internetseiten seien „keine Kriminalitätsbekämpfung“, sagte de Maizière. Vielmehr müsse man die Täter aufspüren, etwa über Kreditkarten, die sie benutzen, um illegales Material zu bezahlen.

De Maizière, der sich selbst als „IT-Minister“ bezeichnete, kündigte für den Herbst ein Eckpunktepapier zur Rolle des Staates im Internet an. „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum“, sagte der Minister. Alle Gesetze, die der Staat schütze, gälten auch im Internet. Das Eckpunktepapier werde sich mit den Themen Datensicherheit, Persönlichkeitsschutzrechte und Kriminalität im Internet befassen. Die konkrete Umsetzung sei aber ein Vorhaben „für die nächsten Jahre“.

Er sprach von einem „völligen Perspektivwechsel“ im Verhältnis von Staat und Privatsphäre, die das Internet bewirke. Jetzt gehe es nicht mehr darum, den Bürger vor einem übermächtigen Staat zu schützen, sondern die Privatsphäre vor anderen Privaten. Dabei sieht der Minister den Staat nur begrenzt in der Pflicht: „Wer mit Twitter seine stündlichen Bewegungen der Öffentlichkeit mitteilt, kann nicht erwarten, dass der Staat ihn vor der Erstellung von privaten Bewegungsprofilen schützt.“ Er wolle aber keinen „Verzicht auf Privatsphäre“.

Das komplette Interview mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 4. September.

Quelle: cho./mwe., F.A.S.
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Blumen für Athen

Von Michael Martens

Wer glaubt, künftige Athener Regierungen könnten oder wollten die Sparvorgaben einhalten, hat Griechenland nicht verstanden. Auch künftige Regierungen werden scheitern. Denn die griechischen Strukturen sind, wie sie sind. Mehr 13