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Kinderhilfswerk Unicef-Geschäftsführer gesteht Fehler ein

05.02.2008 ·  In der Affäre um undurchsichtige Beraterverträge und Verschwendung von Spendengeldern beim Kinderhilfswerk Unicef hat Geschäftsführer Dietrich Garlichs Fehler eingestanden. Die Bundesregierung hat sich eingeschaltet.

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In die Affäre um undurchsichtige Beraterverträge und Verschwendung von Spendengeldern beim Kinderhilfswerk Unicef Deutschland hat sich nun auch die Bundesregierung eingeschaltet. Alle Beteiligten sollten die Vorwürfe so schnell wie möglich aufklären, damit die wichtige Arbeit von Unicef fortgesetzt werden könne, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg. Unicef-Geschäftsführer Dietrich Garlichs gestand Versäumnisse beim Krisenmanagement ein, wies Rücktrittsforderungen aber zurück. Die Organisation bestätigte, dass rund 5000 der 200.000 Unicef-Fördermitglieder ihre Mitgliedschaft gekündigt haben.

Unterdessen wurde bekannt, dass der neue deutsche Unicef-Vorsitzende Reinhard Schlagintweit die umstrittene Geschäftsführung unter Garlichs offenbar weiter unterstützt. Unter Berufung auf ein Schreiben Schlagintweits vom Montag an alle ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kinderhilfsorganisation, berichtete die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, dass der Unicef-Vorsitzende darin Erleichterung nach dem Rücktritt von Heide Simonis äußert. Die vergangenen zweieinhalb Monate seien ein Albtraum gewesen. Man habe niemandem vertrauen können. „Daher brauche ich Ihnen nicht zu erklären, dass ich das, was am 2. Februar geschah, richtig fand“, schreibt Schlagintweit der Zeitung zufolge. Am Samstag war Simonis als deutsche Unicef-Vorsitzende zurückgetreten.

Versorgte Simonis die Staatsanwaltschaft?

In Köln berieten die Unicef-Spitzen derweil ihr weiteres Vorgehen. Am Mittwochvormittag wolle man die Öffentlichkeit auf einer Pressekonferenz in Berlin über weitere Konsequenzen informieren, sagte eine Sprecherin.

Simonis soll nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ ihre Rücktrittserklärung mit detaillierten Vorwürfen gegen Unicef Deutschland an die Direktorin der Unicef-Weltorganisation, Ann Venemann, nach New York geschickt haben. Aus dem Umfeld der Unicef-Zentrale wird Simonis einem „Tagesspiegel“-Bericht zufolge vorgeworfen, Staatsanwaltschaft und Polizei mit Material gegen Garlichs versorgt zu haben. Dem Blatt lägen Unterlagen vor, die belegten, dass Simonis anonyme Hinweise zu Beraterverträgen weitergeleitet habe, die in ihrem Kieler Büro eingegangen seien. Der persönliche Referent von Simonis, Matthias Beigel, wies das zurück. In einer Aktennotiz, die der „Frankfurter Rundschau“ vorliegt, schreibt Beigel, er sei aufgefordert worden, „alle Hinweise Unicef betreffend an die Ermittlungsbehörden weiterzuleiten“.

Christiansen will sich verstärkt engagieren

Garlichs kündigte Konsequenzen aus Fehlern beim Umgang mit den Vorwürfen gegen die Organisation an. „Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG macht dafür jetzt Vorschläge, und wir werden mit der KPMG gemeinsam diese Vorschläge durchsetzen“, sagte Garlichs.

Unterdessen mehren sich die Stimmen, die eine Reform des Kinderhilfswerks fordern. „Der Geschäftsführer hat zu viele Vollmachten, er durfte offensichtlich schalten und walten, wie er wollte - richtig nach Gutsherren-Art“, kritisierte das Mitglied des Deutschen Unicef-Komitees Edith von Welser-Ude. Die deutsche Unicef-Botschafterin Sabine Christiansen kündigte an, sich künftig stärker für die Organisation zu engagieren als bislang: „Ich selbst werde mich keineswegs zurückziehen, sondern mehr denn je an der Seite von Unicef, des alten und neuen Vorsitzenden Reinhard Schlagintweit und der tausenden von freiwilligen Helfern in Deutschland stehen.“

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