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Kinderhilfswerk Unicef-Geschäftsführer Garlichs gibt auf

09.02.2008 ·  Der wegen Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Spenden kritisierte Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Dietrich Garlichs, hat seinen Rücktritt angeboten. In einer persönlichen Erklärung an den Vorstand schreibt er: „Ich entschuldige mich bei allen, die unter der öffentlichen Diskussion zu Unrecht gelitten haben.“

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Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Dietrich Garlichs, hat am Freitag seine „Position als Geschäftsführer zur Verfügung“ gestellt. In einer persönlichen Erklärung an den Vorstand schreibt er: „Für den Vertrauensschaden, der in den vergangenen Wochen entstanden ist, übernehme ich in meiner Funktion als Geschäftsführer die Verantwortung. Ich entschuldige mich bei allen, die unter der öffentlichen Diskussion zu Unrecht gelitten haben.“

Unicef habe ihm die Chance gegeben, 18 Jahre lang „an einer der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft mitzuarbeiten“. In dieser Zeit habe Unicef „seine Einnahmen vervierfacht und die erstaunliche Summe von 1,4 Milliarden Euro aus privaten Spenden und dem Grußkartenverkauf mobilisiert. Damit konnte vielen Tausenden von Kindern geholfen werden.“

„Vertrauen ist erschüttert worden“

Das Fundament dieser Arbeit sei Vertrauen. Das sei aber in den vergangenen Wochen erschüttert worden. Das Deutsche Komitee für Unicef habe sich zu einem Neuanfang entschieden, den er voll unterstütze. Ausdrücklich bedankt sich Garlichs bei den ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern „für die tatkräftige und engagierte Unterstützung“ und äußert die Überzeugung, dass die Krise bald überwunden werde.

Das Kinderhilfswerk war seit Ende November in die Kritik geraten, nachdem der Vorwurf der Verschwendung und Vetternwirtschaft, der in einem anonymen Brief erhoben worden war, bekannt gemacht wurde. Einer Überprüfung des Geschäftsgebarens hielten diese Vorwürfe nicht stand, dennoch war das Vertrauen von Spendern und ehrenamtlichen Mitarbeitern erschüttert. Bei ihrem Rücktritt verstärkte die scheidende Vorsitzende Heide Simonis die Verunsicherung noch, indem sie abermals „Konsequenzen“ forderte (Siehe auch: Kommentar: Dietrich Garlichs, das Preußenopfer). Unterdessen lösten sich Arbeitsgruppen auf, und Dauerspender sprangen ab. Immer lauter wurde der Ruf nach einem Rücktritt der Geschäftsführung. Kritisiert wurde auch das schlechte Krisenmanagement.

In der kommenden Woche will der Vorstand zusammenkommen, um über die Zukunft von Unicef Deutschland zu beraten.

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