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Veröffentlicht: 18.02.2017, 17:42 Uhr

Hendricks schafft Fleisch ab „Veggie-Day durch die Hintertür“

Nur noch vegetarische Kost: Umweltministerin Barbara Hendricks will bei Empfängen ihres Hauses ab sofort kein Fleisch oder Fisch mehr servieren. Aus der CSU kommt Kritik.

© EPA Sind beim Thema fleischloses Catering unterschiedlicher Meinung: Barbara Hendricks und Christian Schmidt

Nicht Fisch, nicht Fleisch: Gäste des Bundesumweltministeriums werden nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Samstag) auf Anweisung von Ressortchefin Barbara Hendricks (SPD) seit Anfang Februar nur noch vegetarisch verköstigt. Die Abteilungsleiter hätten per E-Mail eine entsprechende Aufforderung erhalten, dass „Dienstleister/Caterer, die Veranstaltungen des BMUB beliefern, (...) verwenden weder Fisch oder Fischprodukte noch Fleisch oder aus Fleisch hergestellte Produkte“, zitierte die Zeitung.

Zudem sollten nur Produkte aus ökologischem Landbau, „saisonale und regionale Lebensmittel mit kurzen Transportwegen“ und bevorzugt „Produkte aus fairem Handel“ verwendet werden. Als Grund für die Anweisung wird die „Vorbildfunktion“ der Behörde beim Kampf gegen die „Auswirkungen des Konsums von Fleisch“ genannt.

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Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) empörte sich über die Vorgabe. „Mit mir gibt es keinen Veggie-Day durch die Hintertür“, sagte Schmidt. Er wandte sich gegen „Bevormundung und Ideologie“. Fleisch und Fisch gehörten „auch zu einer ausgewogenen Ernährung mit dazu".

„Kein generelles Verbot“

Ministeriumssprecher Michael Schroeren betonte am Samstag, es handele sich nicht um ein generelles „Fleisch- und Fischverbot“ von Hendricks für Gäste. „Aber als Gastgeberin bei Veranstaltungen ihres Hauses entscheidet sie selbstverständlich, was auf den Tisch kommt - so wie jeder Gastgeber das tut.“ Die Ministerin wolle beim Essen niemanden bevormunden - und achte darauf, dass es bei Tagungen oder Pressekonferenzen im Haus allen schmeckt: „Das wird ganz sicher auch gelingen, wenn wir dabei auf Fleisch verzichten.“

Das fleischlose Catering sei für das Ministerium übrigens kein Dogma. „Wenn wir demnächst in der Wahner Heide bei Köln den großen Erfolg des Naturschutzprojekts ,Nationales Naturerbe’ feiern, wird es dort ganz zünftig zugehen - Wildfleisch inbegriffen“, sagte Schroeren.

Quelle: wahlrecht.de
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