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Kommentar : Tod aus der Apotheke

Die aktuelle Entscheidung könnte auch die Debatte über den assistierten Suizid neu beleben. Bild: dpa

Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts für einen Zugang zu tödlichen Medikamenten für Sterbewillige bricht mit der Werteordnung des Grundgesetzes.

          Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, dass es ein Recht auf Zugang zu einem verkehrs- und verschreibungsfähigen Arzneimittel geben kann, das zu nichts anderem als zum Suizid dient, bricht mit allem, was in dieser Republik bislang als Ausdruck der Wertordnung des Grundgesetzes gegolten hat. Sicher zählt das Recht auf Selbstbestimmung zu den fundamentalen Menschenrechten.

          Doch dass daraus ein Recht gegenüber dem Staat abgeleitet werden kann, dass dieser zum Handlanger beim Suizid wird, ist nicht nur eine Perversion des geltenden Rechts durch Richterrecht. Sie hat überdies das Potential, auch die Diskussion über den assistierten Suizid neu beleben. Denn in der Logik der Urteilsbegründung ist es zwingend, niemandem, auch Ärzten und sogenannten Sterbehelfern nicht, das Recht zu verwehren, bei einem „selbstbestimmten“ Suizid dem Suizidenten zu Willen zu sein. Mehr noch: Ein Selbstmord lege artis erheischt geradezu die ärztliche Begleitung. Der Arzt muss nur noch ein Mittel gegen Übelkeit mitbringen. Alles andere gibt es künftig in der Apotheke.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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