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Katholische Kirche : Diagnosen und Zweifel

Eine fatale Mischung aus klerikaler Selbstherrlichkeit und Starrsinn lässt nicht zuletzt viele Katholiken an ihrer Kirche (ver)zweifeln.

          Katholikenphobie hier, Pogromstimmung da - die Diagnosen, die die Kardinäle Meisner (Köln) und Müller (Rom) im Abstand weniger Tage hinsichtlich des Verhältnisses von Kirche und (medialer) Öffentlichkeit gestellt haben, lassen an Deftigkeit nichts zu wünschen übrig.

          Richtig daran ist, dass der Grad an Emotionalität, mit der Angelegenheiten im Schnittpunkt von Kirche, Gesellschaft und Politik öffentlich wie auch oft privat verhandelt werden, höher ist als in vielen anderen Zusammenhängen - und nicht immer mit der nötigen Sachkenntnis und einem profunden Urteilsvermögen einhergeht.

          Mindestens so richtig ist aber auch die Mahnung Meisners, dass die Kirche für wie auch immer geartete „Angriffe“ keine Gründe liefern solle. Dass die Kirche mit Personen und Positionen polarisiert, ist ihr eingestiftet. Auch, dass sie immer eine „Kirche der Sünder“ war und sein wird.

          Aber diese Erkenntnis rechtfertigt heute weniger denn je jene fatale Mischung aus klerikaler Selbstherrlichkeit und Starrsinn, die nicht zuletzt viele Katholiken an ihrer Kirche (ver)zweifeln lässt.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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