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Katholische Kirche Bischöfe beraten über die „Pille danach“

 ·  Zur medizinischen Hilfe vergewaltigter Frauen könne in Katholischen Krankenhäusern die „Pille danach“ gehören. Aber nur dann, wenn sie ausschließlich eine verhütende und nicht eine abtreibende Wirkung habe. Darauf hat sich die Bischofskonferenz in Trier geeinigt.

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 23.02.2013 11:52 Uhr

Die Basis des Verständnises

ist, dass Joh. Paul II. gleich am Beginn seiner Amtszeit geltendes Kirchenrecht außer Kraft setzte, indem er seine Anwendung in bestimmten Bereichen verbot. Unzüchtige, osteurop. Priester sollten nicht mehr verfolgt werden. Erstens, um den roten Staaten keinen Anlass zum Kirchenkampf selbsttätig zu liefern. Zweitens, um die Kirche dabei nicht von vornherein zum Verlierer zu machen, auch moralisch ggü. dem frommen Volk (Kirchenaustritte). Als Pole
wusste der neue Papst genau, was er tat: Kampf dem Kommunismus bis ins Grab ! So hat er
sich auch konsequent verhalten. Er ist nie "vom Kreuz herabgestiegen" wie man so sagt. Die
Kehrsseite, dem großen Sieg quasi untergeordnet, war die Verlotterung in und um die Kirche. Anfällige Personen fühlten sich nun sicherer, Straftaten zu begehen. Diese Kehrseite kom- mt nun, zeitverzögert, zur vollen Wirkung. Ich meine, Benedikt ist auch aus dem Amt geflo- hen. Dieser Schei... ist ein Mann mit 86 gewiss nicht mehr gewachsen.

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Johannes Haufschild

cornelia Holtmann

Verstehe ich Sie richtig: Sie als Frau sind dafür, dass die vergewaltigte Frau das Kind austrägt und es einer fremden Familie zur Adoption übergibt, das Leben einer vergewaltigten Frau und deren Familie und deren Freunde vernichtet wird.
Und alles nur, weil die Kirche die Irrlehre verbreitet, es gäbe in der Realität ein Gott, der das Leben eines Menschen über alles stellt.
Ist die Kirche selbst frei von Morden (auch der Gottesvertreter auf dem Stuhl Petrie) und Verbrechen (zuletzt Missbrauch von Abhängigen)? Von den Gläubigen fordern sie es aber. Ist die Kirche und der Klerus noch glaubwürdig?
Und darum geht es, dass die Kirche sich anmaßt die Lebensqualität von Gläubigen zu vernichten, ohne eine entsprechende Qualifikation zu besitzen. Der Klerus kann nur belegen, dass Menschen selbst entschieden haben, dass der Papst Gottes Vertreter ist, es einen Gott gibt.
Es gibt nur Jesus, der eine wunderbare Lehre hinterlassen hat. Und was hat die Kirche daraus gemacht? Sie hat Jesus Lehre wirt

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2013 19:14 Uhr
Johannes Haufschild

Versuch zur Klarstellung

Der Kirche fehlt jegliche Qualifikation um solche Regeln für Gläubige aufzustellen,(siehe Missbrauch und - ganz entscheidend - der Vertuschungs-, Aufklärungsbehinderungswille der Kirche.
Es geht nur um die Kirche, denn kein Sportverein würde eine solche menschenverachtende Forderung eines Abtreibungsverbotes erheben.
Ich habe die fehlende Liebe, Adoption und auch die Kosten eines unter diesen Umständen geborenen Lebens in die Diskussion gebracht, weil ich den Finger heben wollte.
Wer sich anmaßt Regeln für andere zu erheben - in der folgenschweren Situation zur Abtreibungspille, der sollte auch so viel Verantwortung vorleben, dass er dann auch die volle Verantwortung für das Kind übernimmt. Aber immer, wenn es ums Geldgeben an Gläubige geht (Siehe Entschädigung für die Missbrauchsopfer) verfällt die Kirche in Schweigen, stellen sich die alten Männer tot. Sie sitzen ihre Pflicht zur Verantwortung aus.

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Johannes Haufschild

Unsere Meinung

Schluss:
Seltsam berührt hat mich Ihre Aussage, dass sie selbst ein Kind abtreiben würden. Nur zur Klarheit: das finde ich in der Verantwortung für sich und Ihre Familie richtig.
Aber warum versuchen sie dann anderen Frauen, die nicht so klar in der Entscheidung sind wie Sie in dem Fall, ein schlechtes Gewissen einzureden. Ist das nicht eine Entscheidung der Frau generell, eine Entscheidung so oder so zu treffen. Welcher Frau würde ein abgetriebenes Kind nicht belasten?
Es sind doch leider die einfachen Frauen, die Glauben ohne zu Wissen. Für sie ist (uns unverständlich) die Kirche unfehlbar. Und dadurch beeinflusst die Kirche dieses einfältige Gemüt, weil solche Frauen Angst vor der Hölle und dem Zorn ihres Priesters mehr fürchtet, als alles andere.
Alles Gute für die Zukunft.

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Cornelia  Holtmann

Nein, Sie verstehen mich nicht richtig, Herr Haufschild.

Denn ich bin nicht "die Kirche". Ich gehe aber davon aus, dass die kirchlichen Positionen bedacht werden sollten. (Und außerdem haben Sie die Kostenfrage ins Spiel gebracht und die Frage nach der Adoption gestellt.)

Darüber hinaus: Ich denke, dass es für eine Frau wirklich nur schwer möglich ist, das Kind eines Vergewaltigers auszutragen. Für mich selbst glaube ich sagen zu können: Mein Leben wäre wohl zerstört. Aus diesem Grund würde ich der katholischen Lehre wohl nicht folgen können und mich für eine Abtreibung entscheiden.

Das heißt aber nicht unbedingt, dass ich moralisch richtig handele. Die Kirche vertritt eine andere Lehrmeinung. Sie formuliert ein christliches Ideal, das das Leben über alles stellt. Das ist ihre Aufgabe.

Außerdem sollten Sie die Fehler einzelner Menschen nicht für die Fehler "der Kirche" halten. Kinder werden auch in Sportvereinen missbraucht. Kritisieren Sie hier ganz abstrakt "den Sportverein" oder nur einzelne Menschen des Vereins?

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Hans-Jürgen  Steffens

Herr Henk Wilbert hat eine zentrale Frage gestellt:

"Woher nehmen Sie die Normen?"

Die klassische Antwort lautet:

Die Normen sind buchstäblich "vom Himmel gefallen". Sie sind in diesem Sinne nicht weiter hinterfragbar, unveränderlich (zumindest bis zur nächsten göttlichen Offenbarung), und werden von geweihten Männern tradiert. Änderungen können deshalb nur durch Reinterpretationen erfolgen, also durch "semantische Fluktuationen" der tradierten Worte.

Die moderne Antwort:

Die Normen haben sich wie andere menschliche Eigenschaften durch Versuch und Irrtum evolutionär entwickelt. Dieser Prozess hat für eine emotionale Kalibrierung von "Gut und Böse" gesorgt, die vergleichbar ist der Kalibrierung von "süss" für energieliefernde Früchte.

Die sich entwickelnden Normen sind damit selbsttragend und damit in einem gewissen Sinne "wurzellos". Für die Vertreter der "klassischen Antwort" ist das ein unerträglicher Gedanke. Sie leben lieber mit einem ethischen "Außenskelett.

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Antworten (11) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.02.2013 17:15 Uhr
Günther Werlau

@Hans-Jürgen Steffens: Ein Modell ist nicht eine Abbild

Ich denke, über das Thema könnte man noch ein bißchen diskutieren. Da das in diesem Format aber nicht besonders gut geht, möchte ich gutmütig ironisch verbleiben mit:

Ihr Gottvertrauen (in die Zivilisation) möchte ich auch haben.

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Hans-Jürgen  Steffens

@Werlau (last minute answer) "Das ist tendenziell mit der Ablehnung der tradierten Normen verbunden"

Das muss nicht sein, denn die tradierten Normen hatten/haben ihren biologischen Sinn.

Insbesondere denke ich, dass die Lossagung von dem "Modell der Tradierung" nicht notwendig die "Ratio" ins Glied zurücktreten lässt. Gerade die Äusserung nicht traditionsgebundener Denker weisen in eine andere (optimistischere) Richtung.

Sie vergleichen selbsttragende Normen mit einer Wellenbewegung. Das ist ein Bild, das mir selbst gefällt. Eine Flüssigkeitskugel oder eine riesige Gaskugel im schwerelosen Raum (genauer: Inertialsystem) oszozilliert bis sie in einen "eingeschwungenen" Zustand gerät. Danach ist sie "selbsttragend", wie die berühmten Weltraumphotografien zeigen. Insbesondere braucht es keinen Atlas, der die Erde, die Sonne, oder - machen wir nochmals einen gedanklichen Sprung - der unsere Werte und Normen äußerlich trägt.

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Hans-Jürgen  Steffens

@Holtmann "...nicht widersprechen..." (Last minute answer)

Ja. Zweifellos. Bereits vor 40 Jahren lasen wir über "Die Biologie der 10 Gebote" (Wickler)

Und dennoch besteht ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen beiden Standpunkten: Der moderne Standpunkt lässt Änderungen/Modifikationen der Normen vor dem Hintergrund sich ändernder Umweltbedigungen/sich ändernder kultureller Randbedingungen zu.

Der klassische Standpunkt ist im wahrsten Sinne in Stein gemeißelt und nur durch eine neue göttliche Offenbarung änderbar. Er läuft damit Gefahr, sich im Laufe der Zeit sich immer weiter von der Wirklichkeit zu entfernen.

Und genau das tut er.

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Günther Werlau

@Hans-Jürgen Steffens: selbsttragende Normen vs. "Außenskelett"

Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, die "klassischen Normen" sind das konservierte kollektive Wissen, wie menschliches Zusammenleben funktionieren kann. Ob sie zu einen Urgrund hinführen, darüber kann man trefflich streiten.

Mein Eindruck ist nun, es findet momentan eine Lossagung von diesem konservierten Wissen statt. Das ist tendenziell mit der Ablehnung der tradierten Normen verbunden. Da diese Normen der Ratio vor dem Trieb den Vorzug gaben, wird dadurch der Trieb stärker betont. Folge: mehr Affekt und weniger Reflexion. Im Resultat wird dies n.m.E. mittelfristig zu einem Rückfall in das Recht des Stärkeren führen. Dann, wenn die gesellschaftlichen Zustände sich verschlechtert haben, könnte es wieder zu einer Gegenbewegung kommen, die ihreseits Normen aufstellt und durch die Zeit zu tradieren versucht.

Deshalb halte ich die selbsttragenden Normen für nicht so stabil, wie Sie es darstellen. Es ist eher eine Wellenbewegung. Die bange Frage ist: Steigt die Amplitude?

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Cornelia  Holtmann

Ich hatte in erster Linie darauf hingewiesen, Herr Steffens,

dass die "klassische" und die "moderne" Antwort einander nicht widersprechen.

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Falko Steinbach

Schöpfung

Sie haben das hervorragend dargestellt und formuliert, Herr Vormbaum. Die Evolutionstheorie und die Wissenschaft liefern auch keine letzgültige Antwort für die Entstehung des Lebens, also den Schöpfungsvorgang und werden dies meines Erachtens auch niemals leisten können.

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Hans-Jürgen  Steffens

@Vormbaum

Der Unterschied zwischen einem Natur- und einem Geisteswissenschaftler besteht darin, dass der Geisteswissenschaftler die Welt mit Worten, gewissermaßen definitorisch, erfassen will. Der Naturwissenschaftler macht wenige(r) Worte, er beobachtet vielmehr und erfährt die Realität damit in ihrer ganzen Widerspenstigkeit gegenüber Definitionen.

Ein Naturwissenschaftler wird in diesem Sinne nicht lange über den Tod philosophieren, sondern ihn beobachten, und - wenn er erstklasssig ist - auch seinen eigenen. (Feynman tat genau dies und fand sein Sterben "sterbens"-langweilig. ;-))

Vergessen Sie also Ihre ausziselierten Formulierungen (Sie erinnern zu sehr an die Hegelschen Versuche der Definition der Elektrizität).

"Die Welt ist wie sie ist und alles geschieht in ihr wie es geschieht", wir empfinden das Leben als sinnvoll (zumindest ich :-)), und mir zumindest genügt das.

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Hans-Jürgen  Steffens

@Holtmann "Ihren Ursprung, ihr Warum können Sie nicht erklären."

Nun, ich könnte jetzt mit Wittgenstein antworten, dass ich bei den Naturgesetzen stehenbleibe wie die Alten beim lieben Gott. In einem wichtigen Sinne tue ich das auch: in bezug auf die Normen. Das "Woher" der Naturgesetze ist für die Entstehung der Normen nämlich völlig irrelevant.

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Günther Werlau

@Hans-Jürgen Steffens: Danke für einen Diskussionsbeitrag, der etwas diskussionswürdiges enthält

Vielen Dank für Ihren Beitrag, der sich mit einem inhaltliches Problem auseinandersetzt, anstatt sich auf den schnellen Erfolg einer gezielten Polemik zu setzen.

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Closed via SSO

Wenn schon, Herr Steffens, dann müsste man fragen

ob ohne göttlichen Schöpfer nicht die Sinnhaftigkeit der Welt und damit auch der menschlichen Existenz aufgehoben ist. Alle modernen Entwürfe einer Ethik scheitern letztendlich an der Endlichkeit unserer Existenz, dem Tod als letztem Faktum. Der Tod stellt ja nun unzweifelhaft die radikale, nicht mehr aufhebbare Negation des Lebens dar. An der Erfahrung der Streblichkeit scheitert jede sich verabsolutierende Evolutionstheorie. Sie bleibt in letzter Konsequenz auf den Nihilismus beschränkt, in dem alle Normen sich auflösen. Anders müsste eine Evolutionstheorie eine für das Subjekt einsehbare Begründung für die Sinnhaftigkeit des Sterbens geben. Das ist aber schon aus der Erfahrung schlechterdings nicht möglich. Es bliebe noch der Ausweg ins Absurde, also ein Verständnis von Wirklichkeit als stete Negation des Seinshaften. Wo aber das Absurde die letzte Wahrheit darstellt, ist sie schon aufgehoben, da es im Absurden ja kein Sinnhaftes als Beständiges geben kann.

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Cornelia  Holtmann

Aber das eine schließt das andere doch gar nicht aus, Herr Steffens.

Warum sollte ein Schöpfer die Normen nicht schon in seinem Schöpfungsplan angelegt haben? (So wie die Haarfarbe eines Babys angelegt ist, bevor es überhaupt Haare hat.) - Sie beschreiben - wie alle Wissenschaftler - Naturgesetze. Ihren Ursprung, ihr Warum können Sie nicht erklären.

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jan hax
jan hax (Kraftwe...) - 21.02.2013 20:26 Uhr

Und der Herrgott

sprach und die Schäfchen hörten zu und schliefen friedlich ein

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Johannes Haufschild

Pille danach - Kompromissvorschlag

Es gibt tatsächlich die Kirche und Menschen, die einer geschändeten Frau die "Pille danach" verweigern.
Für die Kirche und manchen Gläubigen (nicht gleichbedeutend mit Wissenden) ein Problem, für die vergewaltigte Frau eine Katastrophe .
Kompromissvorschlag:
Die unglückliche Frau trägt das Kind aus und die Kirche und die Gläubigen, die die "Pille danach" verweigern, adoptieren das Kind und geben diesem ein glückliches Zuhause und eine solide Ausbildung

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 05:43 Uhr
Falko Steinbach

alter Vorschlag

Genau dieses zu tun gibt es in den USA Initiativen.

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Johannes Haufschild

Sehr geehrte Frau Gneis

Sie haben ja Recht und ich bin ganz Ihrer Meinung.
Es wird sich nur etwas ändern, wenn

1.) die Kirch einen Großteil ihrer Macht abgibt
2.) die Kirche gezwungen wird sich an bestehende, staatliche Gesetzte zu halten
3.) Frauen in der Kirche gleichberechtig sind
Und was wünschenswert wäre, damit den Fanatikern aller Religionen die Waffen entschärft werden
4.) die Kirch verkündet, dass Gott eine Hoffnung ist, es aber durch nichts bewiesen ist, dass es einen Gott gibt. Es bleibt eben nur eine schöne illusion, ein scöner Traum, wenn wir nicht weiter wissen.

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Raika Geng
Raika Geng (Lailaps) - 21.02.2013 19:11 Uhr

Ärztliches Gewissen statt theologische Moral

„Behandlung nach moraltheologischen Vorgaben“(FAZnet)

Ein universitär ausgebildeter und psychologisch geschulter Arzt in Deutschland soll also nach den moralischen Vorgaben eines angeblichen, nur in bestimmten geographisch-kulturellen Gegenden beheimateten, einer jungen Frau ungefragt eine Schwangerschaft verordnenden, seinen Sohn opfernden, die Menschen beim Endgericht in Schwarz-Weiss-Manier aburteilenden höheren Wesen folgen?

Ich denke, Ärzte sollten besser ihrem ärztlichen Gewissen folgen, das wäre zeitgemäßer und humaner.

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Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 11:08 Uhr
Bandas Naike

@Frau Geng: Merken sie eigentlich gar nicht, dass sie sich permanent widersprechen

Aha, wenn man ihnen Fragen stellt, ist man unfreundlich. Schauen sie sich mal lieber ihre Wortwahl an, wie sehr sie andere damit verletzen.

1.) "Moralfrei" ist kein einziger Mensch, nicht mal sie. Oder wollen sie behaupten, dass sie keine Vorstellungen darüber haben, was aus ihrer Sicht gut oder schlecht, richtig oder falsch ist?.
2.)Irgendwelche Wertvorstellungen und damit auch irgendeine wie auch immer sich konstituierende Ethik haben auch sie.
3.) Was sind denn "zeitgemäße ethische Prinzipien"? Woher kommen die? Wer definiert ihrer Ansicht nach, was ethisch ríchtig oder falsch ist?
4.) "Allgemeine Maßtstäbe": Sind die irgendjemanden mal einfach so eingefallen? Das sind alles im engeren wie im weiteren Sinne religiöse wie auch politische Maßstäbe.
5.) Merken sie eigentlich gar nicht, wie ideologisch sie argumentieren?

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Raika Geng
Raika Geng (Lailaps) - 22.02.2013 08:25 Uhr

@Bandas Naike: religiöse oder politische "Moral" sind kein allgemeiner(!) Wertemaßstab

Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber Ihre Übersetzung läßt doch arg zu wünschen übrig und sie hat wieder diesen recht unfreundlichen Stil:

Ich habe von moralfrei gesprochen und nicht von "unmoralisch". Das ist ganz was anderes.

Ich habe nicht von "prinzipienlos" gesprochen, sondern gerade empfohlen, Ärzte sollten zeitgemäßen ethischen Prinzipien folgen. Schauen Sie bitte demnächst etwas genauer hin.

Allgemeine Mäßstäbe für Ärzte sind beispielsweise:
Gesetze, ärztliche Standesregeln, Genfer Ärztegelöbnis in Weiterentwicklung des Hippokratischen Eides, Ethikkommissionen, universelle Menschenrechtsvorstellungen, humanistisches Menschenbild.

Religiös-ideologische und politisch-ideologische Maßstäbe bilden keinen allgemeinen(!) Wertemaßstab.

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paul brandt
paul brandt (stromtid) - 21.02.2013 22:46 Uhr

zu H.Wilbert

Herr Wilbert,Ihr Hinweis auf das Gewissen ist sehr wichtig. Sie sagen.es sei "relativ". Ich wuerde ,wie viele nach Kant , es das Moment einer absoluten,aber unbestimmten Freiheit nennen, die, ob ihrer formalen,unbestimmten Natur,so das Gute wie das Boese wollen kann.

Die Frage des Gewissens ist,wie Sie wohl wissen, gerade diese Tage aktuell,diese Tage nach einer mit dem Gewissen gerechtfertigten unerhoerten Tat. Nichts fuer ungut.

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Bandas Naike

@Frau Geng

"Ärzte sollten frei von jeglicher ideologischer Moral handeln und zeitgemäßen ethischen Prinzipien folgen."

Ärzte sollen also - übersetzt - unmoralisch und prinzipienlos handeln? Meinen sie das? Oder was meinen sie? Nach welchen "Maßstäben" sollen Ärzte (und weitergehend Menschen) dann handeln?

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Raika Geng
Raika Geng (Lailaps) - 21.02.2013 19:56 Uhr

@Henk Wilbert: Frei von jeglicher ideologischer Moral

Die von Ihnen als Gegenargument erwähnten Ärzte in der NS-Zeit sind natürlich ein Argument für meine(!) These.
Sie sind nicht ihrem ärztlichen Gewissen gefolgt, sondern einer ideologischen Moral.

Danke für das Beispiel. Ärzte sollten frei von jeglicher ideologischer Moral handeln und zeitgemäßen ethischen Prinzipien folgen.

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Closed via SSO

Gewissen ist relativ

Woher nimmt das Gewissen seinen "Stoff"?
In der NS-Zeit gab es universitär ausgebildete und psychologisch geschulte Ärzte, die ihrem Gewissen folgten und über Leben und Tod von angeblich rassisch oder körperlich Minderwertigen urteilten. Viele meinten sogar, das Richtige zu tun.
Das Gewissen ist nicht autark.

Woher nehmen Sie die Normen?

Und Sie wissen natürlich genau, dass Bibeltexte nicht gegen die Liebe gelesen werden sollten.

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Klaus Letis

Jetzt glauben wieder 80% der Kommentatoren, dass die Empfehlungen der KK auch für sie gelten

Ihr lieben Agnostiker: Das ist nicht so!

Die Kath Kirche gibt Empfehlungen aus für die Menschen des kath Glaubens und solche die sich daran halten wollen.

Die aus den Rahmen fallenden Aufreger sind doch nur die übliche deutsche Intolleranz gegenüber Andergläubigen. Sie wollen einer anderen gemeinschaft vorschreiben, wass sie zu Denken und zu praktizieren haben.

Soweit ist der grüne Gedanke schon in die Gesellschaft getragen worden.

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Hartmut Rencker

Kind austragen nicht ausgeschlossen

Der von der Geistlichkeit ausgeknobelte Kompromiss der Befruchtungsverhinderung kann keine Lösung sein. Was ist mit der missbrauchten Frau, wenn diese direkt nach dem Folikelsprung besamt und sogleich befruchtet wurde? Da hilft nur die weiterhin unter das kirchliche Verbot fallende Einnistungsverhinderung.

Ganz anders sehen das Juristen. Formal ist menschliches Leben bis zur 12. Woche vernichtbar. Bis dahin ist der Foetus längst zu einem kleinen Menschen herangewachsen, der zur Ausreifung lediglich auf den mütterlichen Schutz angewiesen ist. Wenn sich hier die Kirche aufbäumt, ist das zu verstehen.

Ich frage mich aber, ob eine gerade befruchtete Eizelle vor der Differenzierung in Funktionszellen wirklich schutzwürdiges menschliches Leben darstellt. Ich sehe eher ein seelenloses Zellklümpchen, allenfalls vergleichbar mit einem Haarfollikel.

Wenn Befruchtungs- oder Entwicklungsverhinderung, dann ganz früh - oder gar nicht.

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Jörg Tiffert
Jörg Tiffert (Tiffy) - 21.02.2013 18:14 Uhr

Emotional wird gestritten und geschrieben - und alle Wissen, warum?

Ich bin genauso auf die Fakten angewiesen wie alle anderen auch.Ich war an dem gewissen Abend nicht dabei.
Ich gehe mal davon aus, dass es stimmt und der Zufall die Notärztin in die zwei kath.geführten Krankenhäuser führte.
So haben es die Deutschen Bischöfe es versäumt,hier einmal reinen Tisch zu machen und die Mitarbeiter der Krankenhäuser, nicht den Mut gehabt, hier mal den Mund auf zumachen.
Jeder lebte nach seinen Vorgaben ohne über den Fall nachzudenken;Was ist denn, Wenn?
Es muss immer erst was eintreten, damit alle beteiligten sich hinsetzen!

Soweit so gut. Nur einige Foristen nutzen das aus um nicht nur die berechtigte Kritik nieder zuschreiben, nein, sie holen zum Rundumschlag aus, gegen die kath.Kirche,gegen die Bischöfe, gegen den Glauben.
Ohne, dass sie einen blassen Schimmer haben von der Kirche geschweige noch vom Glauben.
Für sie ist die Kirche doch schon seit ihrer Kindheit ein Rotes Tuch, sei es aus Enttäuschung oder einfach nur der Zwang der auf sie ausgeübt wurde.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 19:52 Uhr
Cornelia  Holtmann

So weit ich es weiß, Herr Tiffert,

hat die Notärztin in den Krankenhäusern lediglich angerufen und war an andere Krankenhäuser verwiesen worden. Die Suche nach einem anderen Krankenhaus war also nicht mit größeren Umständen verbunden.

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Horst Griepenstroh

Wie denn?

Was bilden sich diese katholischen Bischöfe eigentlich ein? Sie billigen die "Polle danach" für vergewaltigte Frauen. Offensichtlich ist den kirchlichen Herrschaften immer noch nicht klar, dass sie noch geistig tief mit dem Mittelalter verbunden sind und unserer heutigen Zeit mindestens 600 Jahre nachhinken.

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Henry Matz
Henry Matz (Columban) - 21.02.2013 18:00 Uhr

Diese Überschrift ist absolut das Letzte...

...denn sie erweckt einen Eindruck, der täuscht. (und der Ausdruck bei so einem Verbrechen einfach daneben.)

Die römische Kirche gibt die "Pille danach" nicht frei. Es geht hier allein um den absoluten Sonderfall der Vergewaltigung. Von ihrer Morallehre und vom Standpunkt des absoluten Lebensschutzes rückt römische Kirche nicht ab. Warum also diese Verballhornung?

Allerdings besteht die Frage, ob die Entscheidung dennoch faktisch eine Abweichung von der klaren Linie bedeutet. Die schwere Entscheidung über die Wirkweise der jeweiligen Pille (Verhütung oder abtreibende Wirkung) wird den Krankenhäusern überlassen, obwohl sich die Wirkweise augenblicklich gerade nicht mit Sicherheit feststellen lässt.

Trotzdem, es ist erfreulich, dass es eine Institution gibt, die so klar für den Schutz des Lebens eintritt - gegen die Diktatur des Zeitgeistes.

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Attila Csenki

Ein wichtige juristische Frage ist mir unklar ...

Vergewaltigung ist eine Straftat. Deshalb kommt die Feststellung, dass es eine Vergewaltigung stattfand rechtlich nur durch einen Richterspruch zustande. In einem Rechtsstaat stehen dem Angeklagten mehrere Instanzen, u. die Moeglichkeit der Berufung zur Verfuegung. Gruendlichkeit u. Rechtsstaatlichkeit verbieten zudem ein hastiges Vorgehen; all das kostet Zeit.

Wie soll denn die Verabreichung der 'Pille danach' bei Beachtung dieser Prinzipien erfolgen wenn man darauf besteht, dass sie nur bei Vergewaltigungsopfern eingesetzt wird? Einem Missbrauch sind hier Tuer u. Tor geoeffnet! Man bedenke, dass die einmal gefaellte Entscheidung nicht rueckgaengig gemacht werden kann. All das scheint mir ein Minenfeld fuer das Gesundheitswesen zu sein, aber eine Goldgrube fuer Juristen u. Politiker (insbesondere fuer die, die sich profilieren moechten).

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Paul Haverkamp
Paul Haverkamp (paule46) - 21.02.2013 17:55 Uhr

Pille danach

Der Berg kreißte und gebar ein Mäuschen!

Paul Haverkamp, Lingen

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Closed via SSO

Vielleicht bin ich ja etwas voreingenommen,

was eine moderne Laissez-faire-Haltung betrifft, aber ich finde es nicht so prickelnd, dass man, wenn man konsequent für menschliches Leben eintritt und dementsprechend vorsichtig agiert, auch wenn dies in ganz seltenen Fällen zu einer fatalen Übervorsicht führen kann, erst mal von allen Seiten mit Häme überzogen wird.

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Maria  Berger

Sie haben Recht, Herr Zollitsch,

Die Kirche kann es sich nicht leisten, auf die " Kompetenzen und Charismen von Frauen zu verzichten". Sie bemerken dies leider zu spät. Denn sehr viele kompetente und charismatische Frauen können durchaus auf die Kirche verzichten und tummeln sich heute eher in Volkshochschulen. Die Zeiten, in denen die Frauen ehrenamtlich das kirchliche Leben getragen haben, gehen ihrem Ende zu. Es gibt noch die Mütter, die für ihre Kinder den Kommunionunterricht gestalten, das war es dann auch. In Zeiten, wo es keine Hausfrauen mehr gibt, erlischt auch das kirchliche Leben. die berufstätige Mutter will sonntags ausschlafen.
Die deutschen Bischofe sind ca. 20 jahre zu spät.
Ich weiß, wovon ich spreche.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 20:51 Uhr
Maria  Berger

Leider auch Verbitterung,

da haben Sie recht, Herr Thielsen, wie vielleicht auch bei einigen katholischen Mitforisten. Die Aufregung der anderen verstehe allerdings nicht. In der Kirche muß niemand mehr sein.
Ich finde es aber schade, dass viele Menschen, die aufrichtig den christlichen Glauben suchen und leben wollen, von der katholischen Kirche nicht mehr angesprochen werden, bzw. abgestoßen sind. Nicht wegen Pille, Zölibat, sondern weil die Kirche ihr Kerngeschäft, die Verkündigung der Botschaft Jesu, nicht mehr angemessen ins 21. Jh.transportieren kann und außerhalb von Skandalen nicht mehr wahrgenommen wird. Derweil suchen Menschen ihr Seelenheil in Esoterikursen an Volkshochschulen. Ernsthafte Glaubensgespräche und Seelsorge gibt es kaum mehr in den Ortskirchen. Da muß man doch ab und zu mal ins Kloster fahren.

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Klaus Letis

Auf bestimmte Frauen kann die Kirche warscheinlich gerne verzichten

Die können ja tatsächlich in eine esoterische Veranstaltung gehen (oder schweben)

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Maria  Berger

Das sehe ich genauso , Herr Paul,

Trotzdem, man kann Jungfräulichkeit auch anders verstehen als biologistisch. Für mich also kein LOL-Thema, aber darum geht es hier ja nicht.
Für mich als Katholikin ( die nicht mehr der Körperschaft angehört), war die Pille davor, danach oder dabei auch nie ein relevantes Thema, eine verantwortlich gelebte Sexualität dagegen schon.

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Raika Geng
Raika Geng (Lailaps) - 21.02.2013 17:14 Uhr

Wes Brot ich ess, des Lied ich singen muß

"Katholischen Krankenhäusern ist es mit Einschränkungen erlaubt, vergewaltigten Frauen die „Pille danach“ zu verordnen."(FAZnet)

Wes Brot ish ess, des Lied ich sing (bzw. singen muß):

Mir tun die Ärzte in solchen Krankenhäusern im Grunde leid, wenn sie nicht mehr ihrem ärztlichen Gewissen folgen dürfen, sondern sich einer anachronistischen Hypermoral beugen müssen. Sie stehen unter einer unausgesprochenen existentiellen Erpressung.

Solche Gesinnungshäuser gehörten eigentlich von Ärzten boykottiert.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 19:57 Uhr
Markus Kunze
Markus Kunze (mnkunze) - 21.02.2013 19:57 Uhr

Super Idee

Zuerst der staatlichen Gemeinschaft Geld entziehen durch Steuervergünstigungen. Sich trotzdem über den Statt stellen, die eigene Infrastruktur aber vom Steuerzahler bezahlen lassen. Das nenn ich Doppelmoral.

Und mit welcher Selbstverständlichkeit sich die KK in alle möglichen Lebensbereiche aller Deutschen einmicht ist schon faszinierend!
Wir reden von einer Organisation mit 24Mio getauften - lasst mich mal schätzen, davon 10% volljährig und aktiv in der Kirche?!

Also deutlich weniger Mitglieder als der ADAC (18 Mio). Hoffentlich mischt sich der ADAC nicht bald in mein Sexualleben ein!!!

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Jürgen Kühner
Jürgen Kühner (J-M-K) - 21.02.2013 16:46 Uhr

Überschriften fürs Poesialbum

Das ist sehr nett, dass die Führer unsere Landes nun die Pille danach erlauben. Willkommen im Gottesstaat.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 18:20 Uhr
Klaus Letis

Empfohlen nicht erlaubt. Und Sie müssen sich nicht dran halten.

Es geht warscheinlich nur um die eigene Sebsterhöhung

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Jürgen Kühner
Jürgen Kühner (J-M-K) - 21.02.2013 17:10 Uhr

Ironie ist nicht Ihre Stärke?

Vielleicht überlegen Sie sich mal welche Rolle die Kirche in Deutschland spielt.

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Cornelia  Holtmann

Seit wann sind denn die Bischöfe die "Führer unseres Landes", Herr Kühner?

Niemand zwingt sie, einen Artikel über die Katholische Kirche auch nur zu lesen. Lassen Sie es doch einfach. (Ihr "Willkommen im Gottesstaat" bedarf ob seiner Unsinnigkeit wohl keiner Kommentierung.)

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Cornelia  Holtmann

Aus welchem Grund können die Kritiker der Kirche es nicht ertragen,

dass die Kirche ihre Überzeugungen formuliert? Warum ist es ihnen nicht möglich, die Katholische Kirche einfach zu ignorieren? Aus welchem Grund kritisieren sie nicht die Muslime, die Buddhisten oder andere gesellschaftliche Gruppen?

Offensichtlich gibt es Menschen, die die Überzeugungen der Kirche zumindest hören und sie bedenken wollen. Diese Überzeugungen entsprechen nicht dem, was viele Menschen als modern und zeitgemäß empfinden. Na und? Was sagt das über die Wahrheit und die Rechtmäßigkeit von Werten und Überzeugungen aus? (Es ist heute die Regel, dass Familien zerbrechen. Ist dies richtig, weil wir dies heute so häufig erleben?)

Die Kirche formuliert Ideale, an denen sich der Mensch orientieren soll. Und das ist ihre Aufgabe. Aber Ideale scheinen heute nicht gefragt zu sein. Sie führen uns vor Augen, dass nicht "erlaubt ist, was gefällt". Und viele Menschen scheinen nicht mehr dazu bereit zu sein, ihr Verhalten im Hinblick auf ein Ideal zu hinterfragen.

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Antworten (15) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 14:53 Uhr
Anton Schmid

Das stimmt nicht ganz

„Der Glaube und die Organisation Kirche sind zweierlei.“ - Das stimmt nicht: für einen Katholiken sind sie nicht zweierlei. Sein Glaube ist der Glaube der Kirche. Er ist als Glaubender ein Glied der Kirche, die er als Gemeinschaft, als Menschheitsfamilie, liebt. In ihr wird auch küsst, voreinander niedergefallen und eine Frau, Maria nämlich, als nicht ganz gering eingeschätzt.
Das andere, was Sie aufzählen, klingt doch ein wenig nach TV-Klischée. Was hat Joseph Ratzinger oder mein Bischof, Herr Zollitsch, davon, wenn sie mich „gängeln, einschüchtern, unterdrücken“? Und was für eine Machtausübung meinen Sie eigentlich? Macht über wen und wie? Ich bin Katholik und fühle den eisernen Arm von Erzbischof Zollitsch eigentlich eher selten in meinem konkreten Leben.
Und gegen „das permanent schlechte Gewissen, die ständige Last auf der Seele“, muss ein Christ nicht die Morallehre, die Lehre vom Richtigen und Falschen, verwerfen, sondern seine Sünden. Das tut er in der Beichte.

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Anton Schmid

Das stimmt nicht ganz

„Der Glaube und die Organisation Kirche sind zweierlei.“ - Das stimmt nicht: für einen Katholiken sind sie nicht zweierlei. Sein Glaube ist der Glaube der Kirche. Er ist als Glaubender ein Glied der Kirche, die er als Gemeinschaft, als Menschheitsfamilie, liebt. In ihr wird auch küsst, voreinander niedergefallen und eine Frau, Maria nämlich, als nicht ganz gering eingeschätzt.
Das andere, was Sie aufzählen, klingt doch ein wenig nach TV-Klischée. Was hat Joseph Ratzinger oder mein Bischof, Herr Zollitsch, davon, wenn sie mich „gängeln, einschüchtern, unterdrücken“? Und was für eine Machtausübung meinen Sie eigentlich? Macht über wen und wie? Ich bin Katholik und fühle den eisernen Arm von Erzbischof Zollitsch eigentlich eher selten in meinem konkreten Leben.
Und gegen „das permanent schlechte Gewissen, die ständige Last auf der Seele“, muss ein Christ nicht die Morallehre, die Lehre vom Richtigen und Falschen, verwerfen, sondern seine Sünden. Das tut er in der Beichte.

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Cornelia  Holtmann

@ Herrn Härter (Fortsetzung)

Sie haben natürlich vollkommen recht, wenn Sie auf das Leid einer Frau verweisen, die nach einer Vergewaltigung schwanger wird. Wie kann sie das Kind lieben? Erinnert sie das Kind nicht ständig an den schrecklichen Akt der Vergewaltigung? Und wie schrecklich muss es auch für das Kind sein zu wissen, dass es das Kind eines Vergewaltigers ist? - Es ist gut, dass die Kirche bereit ist, sich in diesem Punkt zu bewegen.

Wir sollten aber davon ausgehen, dass es nie Ziel der Kirche war, das Leid der Frau zu ignorieren oder - schlimmer noch - die Frau zu bestrafen. (Das scheinen manche Menschen so zu sehen.) Die Kirche hat nur den Schutz des Lebens als oberstes Prinzip über alles andere gesetzt. - Niemand ist gezwungen, in gleicher Weise zu urteilen. Wir sollten es der Kirche aber zugestehen, dass sie guten Willens ist.

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Cornelia  Holtmann

Ich danke für Ihr Kompliment und gebe es gern zurück, Herr Härter.

Das Ziel der christlichen Lehre haben sie wunderbar formuliert: Sie soll die Seelen der Menschen erheben, weiten und befreien. Der Mensch aber ist zum Guten geschaffen, und der Mensch findet zu sich, wenn er seinem Gewissen folgt. Dann ist er frei. In diesem Sinn versteht es die Kirche als ihre Aufgabe, das Gewissen des Menschen zu bilden. Ich denke, dass die Kirche sich heute darum bemüht, dieses Anliegen deutlich zu machen.

Viele Menschen aber gehen davon aus, dass die Kirche ihre Freiheit beschränken will. Daran ist die Kirche nicht unschuldig. Denn viel zu häufig hat sie sich darauf konzentriert, Menschen zu verurteilen. Nicht selten haben die Menschen daher den Katechismus als ein Regelwerk verstanden, das sie unterdrückt. (Ich denke aber, dass diese Zeiten der Vergangenheit angehören.)

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Eckart Härter

Mit Ihnen, @Frau Holtmann, zu diskutieren, "ist ehrenvoll und bringt Gewinn" (Wagner)

Ich habe grossen Respekt vor Menschen, die konsequent ihren Glauben leben. Aber der Glaube und die Organisation Kirche sind zweierlei. Der Machtapparat mit dem Rot der Generäle (Kardinäle), das Küssen des Ringes, der Kniefall, das geringer Schätzen der Frau usw. Man müsste glauben können, dass die Morallehre und die Lehre an sich, die Seelen der Menschen erhebt, weitet, frei und glücklich macht. Stattdessen entsteht bei vielen der Eindruck, die Lehre dient der Gängelung, der Einschüchterung, der Unterdrückung, letztlich der Machtausübung über die Seelen. Das permanent schlechte Gewissen, die ständige Last auf der Seele, ist das gewollt? Wie konnte man überhaupt vorschreiben, dass eine vergewaltigte Frau das aus Gewalt und Hass gezeugte Kind eines Verbrechers bekommt? Was tut man einer solchen Frau an? Kann das der Wille Gottes sein?

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Klaus Letis

Richtig. Keiner ist gewungen, den Regeln der kath Kirche zu folgen

Die Pöbelein sind pure Intolleranz

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Cornelia  Holtmann

@ Herrn Härter

Und Faust müssen wir auch zugute halten, dass er "immer strebend sich bemüht". In seiner Suche nach dem Wahren, nach dem Göttlichen hätte er sich mit den Lehren der Kirche zumindest auseinandergesetzt. Damit wäre schon viel gewonnen.

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Cornelia  Holtmann

@ Herrn Steffens

Aber warum verwahren sich die Kritiker dagegen, "dass Ihre Überzeugung ethisch nur zweite Wahl seien"? - Sie verurteilen die Überzeugungen der Kirche doch in viel schärferer Weise. Das bringen Sie doch in dem letzten Abschnitt Ihres Kommentars deutlich zum Ausdruck.

Darüber hinaus wundere ich mich darüber, in welcher Weise Sie von "älteren Herren" reden. Älter erscheint hier fast als ein Synonym für "schwachsinnig". In den meisten Kulturen war die Weisheit und die Lebenserfahrung der Alten hochgeschätzt. Aber das ist wohl nicht modern.

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Cornelia  Holtmann

@ Frau Bramante/Herrn Härter

@ Frau Bramante

Was ist der Ausdruck meiner "Freiheit"? Handle ich "frei", wenn ich meinen Trieben nachgeben kann oder handle ich frei, wenn ich meinem Gewissen folge? (Der für mich einsichtigste Freiheitsbegriff war immer der Hegels: Einsicht in die Notwendigkeit.)

@ Herrn Härter

Aber Sie wissen auch, dass Faust "in seinem dunklen Drange" eine Menge "Kollateralschäden" zu verantworten hat, oder? Die sollten wir nicht einfach schulterzuckend hinnehmen. (Zumindest Gretchen hat er ja auf dem Gewissen.)

Darüber hinaus können wir an den Überzeugungen der Kirche ja auch unser Gewissen - die göttliche Stimme in uns - schulen. Nehmen wir doch zumindest das Für und das Wider katholischer Überzeugungen zur Kenntnis, selbst wenn wir der Kirche nur die Rolle des 'advocatus diaboli' zuweisen. Denn die Kirche steht in der Tradition großer Philosophen und Denker. Bestimmt haben wir uns schon mit Überflüssigerem beschäftigt.

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Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 21.02.2013 17:48 Uhr

"Die Kirche formuliert Ideale"

Ich vermute, Frau Holtmann, dass Sie nicht mal wissen, was "die Kirche" bedeute. Ich meine auch, jeden, der Mord, Raub, Betrug, Lüge, Plünderung, Piraterie, Vertreibung, Unterdrückung und ähnliches zu rechtfertigen versucht, sollte zu Anathema erklärt werden.

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Anton Schmid

Nutzlos?

Niemand wirft der Frau "Frechheit" vor. Aber dass eine Entscheidung "um des Kindes willen" bedeuten soll, dass man dieses Kind, tragisches Lebewesen aus einem Verbrechen, abtöten soll, darf doch zumindest in Frage gestellt werden. Die Tötung Ungeborener gilt für Juden und Christen absolut, auch wenn Sie das als "nutzlose Ideale" bezeichnen. Als katholischer Arzt darf ich es nicht tun. Auch nicht angesichts immenser Tragik.

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Eckart Härter

@Frau Holtmann

Die Diskussion ist im vorliegenden Fall deshalb so heftig entbrannt, weil einer Frau in wirklicher Not in katholischen Krankenhäusern nicht geholfen wurde. Das kann man nicht einfach ignorieren. Das war unmenschlich.

Dazu kommt, dass vielen Menschen die Machtdemonstrationen der Würdenträger der katholischen Kirche nicht immer leicht erträglich sind. Ein freier Mensch will diese Bevormundung nicht. "Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst". (Sie kennen den Ausspruch "des Herrn" in Goethes Faust).

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Cornelia  Holtmann

Ich verstehe Ihren Kommentar nicht, Herr Turnier.

Denn
1. ist "die Pille danach" nach der Vergewaltigung ja erlaubt.
Und
2. ist es der Frau ja freigestellt, ob sie das "Ideal" der Katholischen Kirche für sich anerkennt.

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Heiko Baensch

Wenn Überzeugungen formuliert werden

ist dagegen nichts zusagen, auch wenn (manche Menschen freiwillig) danach leben auch nicht.

Wenn aber die Mitglieder, von der Instition welche diese Ideale formuliert, anders Handeln und sogar Verbrechen begannen haben und diese Verbrechen dann von der Instition unter den Teppich gekehrt werden, ist das in meinen Augen schon recht zu kritisieren und nicht zu Ignorieren. Ist schliesslich auch eine Art "Werteverfall".

Ich bin mit Ihnen klar auf der Linie, dass es immer weniger Vorbilder in unserer Gesselschaft gibt.
Sicher leistet die kath. Kirche in vielen Bereichen hervorragende Arbeit, in manchen Bereichen müsste aber, um weiterhin in der Breite ernstgenommen zuwerden, ein Umdenken erfolgen.

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Hans-Jürgen  Steffens

Zu Ihrem "Warum"

Antwort: Weil die "anderen gesellschaftlichen Gruppen" ihre Überzeugungen nicht in das StGB einfließen lassen wollen. Weil diese "anderen Gruppen" keine Priviliegien im Sinne von "Tendenzbetrieben" erhalten, die ihnen eine unlegitimierte Machtposition in der Gesellschaft bieten.

Darum.

Welche Ideale die Kirche im Innenverhältnis formuliert, das ist den "Kritikern der Kirche" so gleichgültig wie die Tatsache, dass die Zeugen Jehovas ihren Mitgliedern die Bluttransfusion verbieten.

Die "Kritiker der Kirche" verbitten es sich allerdings, dass ihre Überzeugungen (also die der Kritiker) als (nur) "modern und zeitgemäß" (i.S. eines Relativismus) dargestellt werden. M.a.W. sie verwahren sich gegen den Vorwurf, dass ihre Überzeugungen ethisch nur von "2.Wahl" seien.

Gewöhnen sie sich bitte an den Gedanken, dass die "Kritiker der Kirche" es vielleicht besser wissen als eine Riege älterer Herren, die sich auf die Tradition und NUR auf die Tradition berufen.

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Eckart Härter

Im Iran ist das anders, aber...

...freien deutschen Menschen, die im Einklang mit den in Deutschland geltenden Gesetzen leben, haben deutsche Bischöfe nichts zu verbieten und nichts zu genehmigen.

Es gibt nicht zweierlei Recht in Deutschland. Das gilt auch für Krankenhäuser.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2013 18:22 Uhr
Klaus Letis

Falsch

Religionsgemeisnchaften haben das Recht ihren Belang zu organisieren.
Dazu gehören auch kath Krankenhäuser.

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Anton Schmid

doch doch

Ein katholischer Bischof kann einem Gläubigen seines Bistums sehr wohl etwas verbieten, verweigern oder erlauben. Auch in Deutschland. Sie irren sich da. Das hat zwar vor dem staatlichen Recht keine Relevanz, aber sehr wohl, sofern es katholische Institutionen oder Sitten betrifft.
Insofern ein Katholik Mitglied der Kirche bleiben möchte, hat er sich an die Weisungen seines Bischofs zu halten. Ein katholischer Arzt z.B. darf keine Abtreibung vornehmen. Er wird zwar deswegen staatlich nicht verfolgt, aber kirchenrechtlich exkommuniziert.

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Michael Scheffler

Wenn es nicht so ernst wäre, müsste man lachen, wie hier der Antichrist fröhliche Urständ feiert

Ich hätte mir nie träumen lassen, als Agnostiker mal die katholische Kirche zu verteidigen. Aber: haben die Kritikaster hier im Forum schon mal darüber nachgedacht, dass ein Teil der demografischen Katastrophe der Deutschen auf die Abtreibungen zurückzuführen ist? Es ist vollkommen richtig, über so ein Thema wie Abtreibung nicht mit unausgegorenen linken Stammtischparolen zu parlieren. Zumal der aktuelle Anlass (Suche einer vergewaltigten Frau nach einem geeigneten Krankenhaus in Köln) in den Medien - mal wieder - vollkommen anders dargstellt wurde, als er in Wirklichkeit war.

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21.02.2013, 14:33 Uhr

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