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Karl-Josef Wasserhövel Das „Alter Ego“ Münteferings

10.09.2008 ·  Anfang der neunziger Jahre kam Wasserhövel in den Dunstkreis Münteferings. Und nun kehrt er mit ihm in sein altes Amt zurück - als Bundesgeschäftsführer der Partei. Sein Auftrag: die Partei wieder in die oberen Etagen zu hieven.

Von Günter Bannas
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Mit Franz Müntefering kehrt, wie es anders nicht zu erwarten war, auch Karl-Josef Wasserhövel in sein altes Amt zurück – jener als SPD-Vorsitzender, dieser als Bundesgeschäftsführer der Partei. Dort nennen sie ihn voller Respekt und manche auch mit Furcht den „Kajo“. Wenn gesagt wird, „Kajo“ sei dieser oder jener Meinung, dann hat das Gewicht, als habe es der „Franz“ soeben selbst beschlossen. Also wird er gern als das „Alter Ego“ Münteferings beschrieben, was aber auch damit zusammenhängt, dass Wasserhövel verschwiegen ist wie kaum einer sonst in Berlin.

Ganz findige Reporter fanden heraus, Wasserhövels ältester Sohn heiße Franz, sei aber nicht nach Müntefering benannt. Er hat auch einmal ein Interview gegeben, 2005, als Müntefering vergeblich versuchte, ihn zum Generalsekretär der SPD zu machen. Ob er zu „blass“ dafür gewesen sei? „Das ist eine persönliche Wertung, die jedem freisteht. Es wäre albern, darüber zu diskutieren.“ Zu „still“? „Ich hatte nie das Gefühl, dass hier in Berlin eine Marktlücke für Politiker besteht, die pausenlos mit der Presse reden.“

Seit Anfang der neunziger Jahre im Dunstkreis Münteferings

Doch für Müntefering war Wasserhövel so wichtig, dass er ihn partout zum Generalsekretär machen wollte. Als Bundesgeschäftsführer hatte er das Willy-Brandt-Haus und die Wahlkampfführung damals dermaßen im Griff, dass dem Generalsekretär Benneter, wiewohl der ein Spezi Gerhard Schröders war, im politischen Sinne des Wortes kaum Luft zum Atmen blieb. Als Müntefering dann Arbeitsminister und „Vizekanzler“ wurde, holte er Wasserhövel als beamteten Staatssekretär ins Ministerium. Wasserhövel wurde in der großen Koalition der Ansprechpartner des Kanzleramtsministers de Maizière (CDU). Öffentliches Aufheben davon machte er nicht.

Wer Karl-Josef heißt, kommt aus katholischen Regionen. Wasserhövel wurde 1962 in Aachen geboren. Im Münsterland wuchs er auf. Abitur, Zivildienst in der Altenhilfe, Studium der Geschichte, Philosophie und Soziologie. 1978 Eintritt in die SPD. Wasserhövel zählte zum marxistischen „Stamokap“-Flügel, der – in den Fähigkeiten zu Analyse und politischer Konsequenz – eine Klarheit an den Tag legt, die Müntefering schätzt. „Klare Kante“.

Über seine Tätigkeit als „Juso-Bildungsreferent“ im SPD-Bezirk Westliches Westfalen kam Wasserhövel Anfang der neunziger Jahre in den Dunstkreis Münteferings. Er wurde Redenschreiber, persönlicher Referent, Büroleiter, Wahlkampfhelfer – wo immer Müntefering auch tätig war. In Düsseldorf beim Arbeitsminister. In Bonn in der Wahlkampfzentrale. Im Verkehrsministerium. In der SPD-Bundestagsfraktion. Der Bundestagswahlkampf 2005 wurde unter der Leitung Wasserhövels geführt. Als die SPD damals im Sommer demoskopisch im Keller war, konnte Wasserhövel ziemlich messerscharf erklären, wie die Partei wieder in die oberen Etagen komme. Sein Auftrag ist es, das zu wiederholen. Sollte er, wovon die Rede ist, im Berliner Wahlkreis Treptow-Köpenick kandidieren und auch gewinnen, wäre das ein lokalpolitisches Meisterstück. Dann hätte Wasserhövel Gregor Gysi – ein Gegenstück in allen Belangen – besiegt.

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Jahrgang 1952, Leiter der politischen Redaktion in Berlin.

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