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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kampf um Stoibers Nachfolge Huber will als CSU-Chef nach Berlin wechseln

 ·  Mit einem Krisentreffen in der Staatskanzlei versucht Edmund Stoiber, den Streit um seine Nachfolge im CSU-Vorsitz zu schlichten. Dass das gelingt, glaubt aber kaum jemand. Nun erhebt Kandidat Huber auch den Anspruch, im Fall seiner Wahl nach Berlin zu wechseln.

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Die CSU-Führung sucht intensiv nach einer einvernehmlichen Lösung im Machtkampf um den Parteivorsitz nach der Ära Stoiber. Vor einem Spitzentreffen in der Münchner Staatskanzlei schloss am Freitag allerdings der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber einen Verzicht auf seine Kandidatur kategorisch aus. Auch Bundesagrarminister Horst Seehofer signalisierte bislang kein Einlenken.

Huber sagte, er „fürchte ein Votum des Parteitags nicht“ und betonte: „Ich kandidiere. Das ist unverrückbar.“ Der Wirtschaftsminister bezeichnete zudem für den Fall seiner Wahl einen Wechsel im Jahr 2009 nach Berlin als „naheliegend“. „Der Parteivorsitzende soll aus meiner Sicht als Spitzenmann in die Bundestagswahl gehen und deshalb auch nach Berlin wechseln.“ Damit sei „jeder Zweifel ausgeräumt, dass das Gewicht der CSU in Berlin und Deutschland erhalten werden kann“. Seehofer hatte die CSU am Donnerstag vor einem Bedeutungsverlust für den Fall gewarnt, dass Huber den Parteivorsitz übernimmt und die Partei von München aus leiten sollte. (Siehe auch: Seehofer warnt CSU vor Bedeutungsverlust)

„Der absolute Wahnsinn“

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Ingo Friedrich sagte unterdessen, vorzeitige Festlegungen in dieser Personalfrage wären der „absolute Wahnsinn“. Der Umbruch in der CSU brauche Zeit, um zu reifen.

Auch Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) mahnte, die CSU solle sich „nicht dem Vorwurf aussetzen, die erst beginnende Diskussion durch eine abrupte Erklärung abzubrechen“. Notwendig sei ein „echtes Überlegen“. So verbinde Seehofer die CSU als Fachmann für Sozialpolitik „nachhaltig mit der SPD“. Goppel sagte, das sei „in der Zeit der großen Koalition nicht unwichtig, zumal die CDU da eher liberal angelegt ist“. Huber sei hingegen „eher der Garant dafür, dass die CSU mit ihrer die verschiedenen Gruppen im Land verbindenden Kraft - von den leitenden Angestellten, den kleinen Unternehmern, den Vertriebenen bis hin zu sonstigen Gruppierungen - eine starke Klammer hat.“

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