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Chemnitz und K.I.Z. : Gegen jeden Hass

Maxim, der Sänger der Hiphop-Formation K.I.Z., am Montag in Chemnitz auf der Bühne Bild: dpa

In die Journalistenfresse? Jeder muss gegen Hass Stellung beziehen, fordert die Kanzlerin. Gut. Man darf hinzufügen: gegen jede Form von Hass.

          Ein bisschen peinlich war das schon: Da empfiehlt der Bundespräsident das Chemnitzer Konzert gegen „rechts“, auf dem auch eine Band auftritt, die schon einmal vom Verfassungsschutz beobachtet wurde („Die Bullenhelme, die sollen fliegen, eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein.“).

          Doch die darüber entrüstete CDU-Generalsekretärin hatte jener Gruppe einst selbst zugejubelt. Gegen „rechts“ – ist nicht „Rechtsextremismus“ gemeint? – ist offenbar alles erlaubt.

          Auch die Texte der in Chemnitz zweifellos aus edelsten Motiven beklatschten Hiphopper von K.I.Z. haben es in sich: „Ich ramm die Messerklinge in die Journalistenfresse.“ „Trete deiner Frau in den Bauch, fresse die Fehlgeburt.“

          Kunstfreiheit, gewiss. Doch man stelle sich vor, eine Rockgruppe würde nicht, wie in jenem Song von K.I.Z., eine Vergewaltigung Eva Hermans besingen, sondern die anderer Personen des öffentlichen (Fernseh-)Lebens – das würde hoffentlich kein Amtsträger „liken“. Jeder muss gegen Hass Stellung beziehen, fordert die Kanzlerin. Gut. Man darf hinzufügen: gegen jede Form von Hass.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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