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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Joachim Gauck Das Land des Predigers

 ·  In Mecklenburg hat Joachim Gauck seine ersten 50 Jahre verbracht. Er hat eine Gemeinde aufgebaut, gepredigt und bei der Revolution das Wort geführt. Manche dort schwärmen bis heute von ihm. Für andere ist Gauck nicht ihr Kandidat. Eine Spurensuche. 

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© Siegfried Wittenburg Sehnsucht Ostsee: Heiligendamm, 1988

Aus dem Kassettenrekorder auf dem Holztisch im Wohnzimmer dröhnt die Stimme von Joachim Gauck. Tief und langsam spricht er: „Weggefährtinnen, Begleiter, Suchende. Gemeinsam unterwegs, das ist das Thema unseres Gottesdienstes, und es ist eine Stunde des Sich- erinnerns.“ Pause. „Und sich erinnern heißt für uns: Benennen und bekennen, was uns überleben ließ.“ Eine Predigt vom Herbst 1990 in der Rostocker Marienkirche, ein Jahr nach der Revolution. Johann-Georg Jäger hatte die Kassette noch irgendwo zwischen seinen vielen Büchern in den Holzregalen seiner Rostocker Altbauwohnung vermutet, und schließlich fand sie seine Frau dann, unbeschriftet in einer Plastikhülle. Nun, da er die Stimme des Pastors hört, die Stimme von Jochen, wie er ihn nennt, da kann Jäger seine Rührung kaum verbergen.

Er hatte damals geholfen, die Andachten vorzubereiten. Er hat Flyer mit Wachsmatrizen gedruckt und verteilt. Er hat auch Fotos von sich selbst, wie er in der Marienkirche spricht. Spätherbst 1989, noch war sein Haar etwas voller. Jäger war Student, ein Mann der Tat. Gauck war Pastor, ein Mann des Wortes. „Von hier aus gingen wir los auf unsere unebenen Rostocker Straßen. Auszug auf eine Wanderschaft . . . Zunächst gingen wir auf die Straße – endlich, da ging es los – mit der Freiheit“, spricht Gauck. Applaus in der Kirche. Jäger steht vom Tisch auf und wendet sich ab. Seine Frau wischt sich Tränen aus dem Gesicht.

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Das Beste am Rostocker Stadtteil Evershagen ist wohl, dass es von hier aus nur noch vier S-Bahn-Stationen bis zum Strand von Warnemünde sind. In Rostock ist der nächste Bundespräsident aufgewachsen, in der Hansestadt hat er Theologie studiert und von 1971 an als Pastor in Evershagen gearbeitet. Als er dort ankam, wurden manche Plattenbaublöcke noch in die matschige Erde gestampft. Es war kahl und zugig, und es gab kaum gute Gründe, in Evershagen zu wohnen, außer den Wohnungen selbst, die es sonst nirgends gab – zumal nicht mit Fernwärme und Bad. Gauck beschrieb die wachsenden Neubaugebiete als Mondlandschaften. Man brauchte hier Gummistiefel, um durch den Modder zu waten. Als Gauck nach Evershagen zog – dreieinhalb Zimmer, 85 Quadratmeter –, da gab es keine Gemeinde. Also ging Gauck von Tür zu Tür und sagte: „Ich möchte Sie besuchen, wenn Sie evangelisch sind.“ Für die Kirche werben durfte er nicht. „Es war die Entsendung in ein Missionsland“, schreibt Gauck in seinen Erinnerungen. In diesem Missionsland fanden auch Rosemarie Albrecht und Erika Abraham zu ihm. Beide sind heute in ihren Siebzigern, zogen einst der Wohnungen wegen nach Evershagen und schwärmen noch immer von ihrem Pastor Gauck. Dem Redner, der genau gewusst habe, zu wem er predigte. Der hörte, verstand und ansprach. Gauck selbst beschrieb seine ersten Predigten als Vikar als „zu akademisch“. Lob habe er erhalten, als er einmal einen Teil der Predigt habe frei halten müssen. Er hat daraus gelernt. Die beiden Frauen erinnern sich an einen Pastor mit der Gabe, frei reden zu können.

Langsam wuchs die Gemeinde. Eine Kirche gab es in Evershagen nicht, also zog man zum Gottesdienst in ein anderes Viertel. Das Gemeindeleben fand ansonsten in den Wohnungen in den Plattenbauten statt. Hauskreise und Christenlehre. Die Gemeinde sei ein Rückzugsraum gewesen, sagt Rosemarie Albrecht. Ein Platz, an dem man freier reden konnte. Es blieben aber Ängste. Gauck kümmerte sich um die Junge Gemeinde, und zu dieser gehörte der Sohn von Erika Abraham. Man sprach über Bücher, über die sonst wenig gesprochen wurde, erinnert sie sich. Man sprach auch über Themen, für die das galt. Die Friedensbewegung in der DDR zum Beispiel. Erika Abraham sagt, sie sei skeptisch gewesen. Sie hatte Angst um ihren Sohn. Angst, dass er seiner Zukunft schaden könnte, wenn er auch außerhalb der Gemeinde so offen sprach. „Er sollte doch sein Abitur machen, dann hätte er immer noch in die Opposition gehen können.“ Ihr Sohn war auch Pionier und in der FDJ. Hier Leben für die Gemeinde, da ein Leben für den Staat. Dann verweigerte er die Wehrausbildung und trug „Schwerter zu Pflugscharen“-Aufnäher. Er wurde in der Schule bedrängt. Nach der zehnten Klasse musste er eine Lehre antreten.

Erika Abraham nennt ihren alten Pastor „mutig“. Er wird auch ihr Präsident sein. Nur steht sie mit ihrer Meinung manchmal alleine da. In ihrer Radwandergruppe ist das so. Die Stichworte lauten Stasi-Aufarbeitung, pastorale Art, Moral. „Da ist jeder gegen ihn“, sagt sie.

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Steffen Bockhahn ist zur Marienkirche gekommen, ein wuchtiger Bau aus dunkelrotem Backstein in der Rostocker Innenstadt. Es ist Sonntagmittag und die Kirche ist geschlossen. Ein berühmtes Bild von Gauck zeigt ihn in dieser Kirche. Dunkler Anzug, der Rücken durchgestreckt. Gauck spricht in ein Mikro, und hinter ihm stehen und sitzen Menschen eng beieinander. Das Bild wurde während einer der Andachten im Spätherbst oder Winter 1989 aufgenommen, die Gauck leitete. Draußen vor der Kirche warteten die Menschen, die nicht mehr hineinpassten oder -wollten, auf der Straße. Nach der Andacht begann die Demonstration. Bockhahn war zu jung für die Revolution. Er ist direkt gewählter Rostocker Bundestagsabgeordneter. Er wird an diesem Sonntag in der Bundesversammlung sein. Gauck wählen wird er nicht.

Bockhahn ist Landesvorsitzender der Linkspartei. Er sagt, Gauck sei in den vergangenen zwanzig Jahren mit dafür verantwortlich, „dass stigmatisiert, dass ausgegrenzt wurde“. Und: „Gauck hat mit dazu beigetragen, dass die Gräben so tief sind.“ Gauck, der die Stasi-Unterlagenbehörde aufbaute, ist für ihn kein Versöhner, viel eher ein Spalter. Über Twitter hat Bockhahn den Satz verbreitet: „Von Versöhnung versteht der weniger als ich von Curling.“

Als Bezirkshauptstadt war der Rostocker Boden einst tiefrot gefärbt. Die SED verwaltete den Bezirk, und die Stasi hatte ihre größte Bezirksverwaltungsstelle errichtet, zwischen Plattenbauten lag das Gefängnis versteckt. Existenzen waren verwoben mit dem Wohl des Staates. Im Rathaus ist die Linkspartei heute die größte Fraktion. Schon bevor klar war, dass Gauck Bundespräsident werden würde, sollte ihm die Rostocker Ehrenbürgerwürde verliehen werden. Die Linkspartei wehrte sich dagegen. „Wo sind die besonderen Verdienste für die Hansestadt“, fragt Bockhahn. In einer Internetumfrage der „Ostsee-Zeitung“ sprachen sich 58 Prozent der Teilnehmer gegen die Ehrung Gaucks aus. In Leserbriefen hieß es, Herr Gauck habe es „exzellent verstanden, sich in das Rampenlicht zu setzen“, oder auch, dass Gauck mit einem „Medienhype“ zum „Messias“ gemacht werde. Gauck bevormunde, sagt Bockhahn. Er vermittle gelegentlich den Eindruck, „dass wir alle nur gebückt gelebt hätten“. In der Schweriner Volkszeitung gab es auch eine Umfrage zu Gauck. 57,4 Prozent der Teilnehmer sagten, sie fühlten sich von Gauck nicht richtig repräsentiert. Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sähen Gaucks „unversöhnliche Haltung“ gegenüber der DDR besonders kritisch, schrieb die Zeitung.

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Die Mondlandschaft von einst ist längst ordentlich zubetoniert. Die Platten in Evershagen sind bunt renoviert. Schnapsflaschen und Plastiktüten liegen in den Büschen. Am Rande des Viertels steht eine Kirche. Mit Hilfe aus dem Westen hat die katholische Gemeinde sie Mitte der achtziger Jahre gebaut. Die evangelische Kirche ist Untermieter. Am Eingang hat sie einen kleinen Schaukasten, an dem noch die Reste eines Aufklebers zu sehen sind. Es war ein Porträt von Gauck. Pastor Wilpert hat es abgekratzt. Das habe sich so nicht gehört, sagt er.

Matthias Wilpert führt die Gemeinde, die Gauck einst aufbaute. Als die Mauer fiel, lebten in Evershagen mehr als 22.000 Menschen, der Universitätsprofessor neben dem Hafenarbeiter. Heute sind es 16.000 – der Professor hat längst ein Haus oder wohnt in einem der sanierten Altbauten in der Innenstadt. Der evangelischen Gemeinde gehörten etwa 4000 Mitglieder an. Heute sind es 1230. Vor allem die jungen und aktiven Mitglieder sind gegangen. „Das hat die Gemeinde sehr verändert“, sagt Wilpert. Am Sonntag zuvor waren etwa zwanzig Menschen beim Gottesdienst gewesen. Kaum jemand war nicht im Rentenalter. Geschrumpft sind die Gemeinden in den neunziger Jahren auch in anderen Stadtteilen. Manche Mitglieder traten wegen der Kirchensteuer aus – in der DDR hatte der Staat sie nicht erhoben. Aus einer einst an den Rand gedrängten Minderheit wurde so eine akzeptierte schrumpfende Minderheit. Für eine eigene evangelische Kirche in Evershagen sei, so sagt es Wilpert, „der Zug wohl abgefahren“.

Wilpert kannte Gauck, lange bevor er nach Evershagen kam. Er lernte ihn als Redner kennen. Es war der Kirchentag 1988 in Rostock. Abschlusskundgebung in einem Park am Rande der Stadt. 40.000 Menschen sollen dagewesen sein. „Eine beeindruckende Rede“, erinnert sich Wilpert. Gauck sprach den Satz: „Wir werden bleiben wollen, wenn wir gehen dürfen.“ Damit schaffte er es ins Westfernsehen. In Rostock war er ohnehin schon längst aufgefallen. Bereits im Frühjahr 1983 hatte die Stasi den operativen Vorgang „Larve“ eröffnet. Informelle Mitarbeiter berichteten fortan auch aus der Nähe des „unbelehrbaren Antikommunisten“ Gauck.

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Die Rostocker waren spät dran mit der Revolution. Es war schon Anfang Oktober 1989, als Aktivisten wie Johann-Georg Jäger die ersten Andachten organisierten. Anfangs noch in einer kleineren Kirche. Das Neue Forum in Rostock wurde gegründet – ebenfalls im Schutz einer Kirche. Die Bewegung organisierte sich. Joachim Gauck war noch nicht dabei. Dietlind Glüer schon. Sie war Gemeindepädagogin und kannte viele in der Hansestadt, sie hatte ein Telefon. Ein Weggefährte von ihr sagt, sie war die „Mutter der Revolution“ in Rostock. Dietlind Glüer lächelt darüber nur milde. Sie kann berichten von dem Chaos dieser Tage im Oktober. Von Basisgruppen und Andachtsvorbereitungen. Damals, als die Angst noch nicht verschwunden war vor einer „chinesischen Lösung“. Die Angst vor der Gewalt des Staates.

Es kamen bald so viele Menschen zu den Andachten, dass man in die große Marienkirche umzog. Ein Prediger wurde gesucht. Dietlind Glüer fragte Gauck. Den ehemaligen Stadtjugendpfarrer, den Organisator der Kirchentage. Den Mann mit dem „unglaublichen Selbstvertrauen“. Und eben: Den „begnadeten Redner“. Sie sagte also zu ihm: „Ich finde, Jochen, du musst hier jetzt das Wort ergreifen.“ Er sei gerührt gewesen und habe nicht „lange gefackelt“. „Wir waren froh, dass wir solch einen Menschen hatten“, sagt Dietlind Glüer. Gauck half der Bewegung, ließ das Neue Forum einen Briefkasten bei sich aufhängen – Nathan Frank stand darauf, N und F wie Neues Forum – und seinen Kopierer benutzen, es gab in den Rostocker Gemeinden überhaupt nur zwei. Am 19. Oktober hielt Joachim Gauck seine erste Andacht in der Marienkirche. Er sprach: „Wir wollen Recht Recht und Unrecht Unrecht nennen.“ Es folgten die Märsche auf Rostocks Straßen. In immer mehr Rostocker Kirchen wurden gleichzeitig die Predigten aus der Marienkirche von anderen Pastoren abgelesen, damit immer mehr Menschen sie hören konnten. Die Mauer fiel. Die Rostocker Stasi-Zentrale wurde besetzt. Gauck trat im Fernsehen auf. Er wurde das Gesicht der Bewegung und Kandidat für die Volkskammerwahl. Er forderte die Einheit, als manche Aktivisten noch Schreckensbilder vom Westen mit sich trugen. Der Boden für seine Karriere im wiedervereinten Deutschland war bereitet. Dietlind Glüer erinnert sich, wie er handschriftlich seinen Wahlkampfslogan für die Volkskammerwahl auf den Plakatentwurf schrieb. Es war nur ein Wort: „Freiheit“.

Vor der Bundespräsidentenwahl: Gaucks Weggefährten erinnern sich

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Heiko Lietz kann Akten des Ministeriums für Staatssicherheit vorlegen, in denen sein Ende gefordert wird: „Bis zum XI. Parteitag muß die Bearbeitung von Lietz so forciert werden, daß L. als Problemperson vom ,Tisch‘ ist. Das ist ein Kampfauftrag.“ Lietz sitzt in seinem kleinen Büro unter dem Dach eines Gemeindehauses, gleich beim Schweriner Hauptbahnhof. Dick und warm ist die Luft, die Heizung rauscht. Die Regale sind vollgestopft, mehrere Aktenordner umfassen alleine seine Stasi-Akten. Lietz war Bürgerrechtler zu einer Zeit, als es den Begriff noch gar nicht gab. Er kennt Gauck gut. Sie studierten gemeinsam in Rostock Theologie und spielten Handball. Gauck bezeichnete ihn als „Freund“. Lietz ist zurückhaltender. Zum Präsidenten würde er seinen „guten Bekannten“ wohl nicht wählen, sagt er.

Es gibt diese Stimmen – Kritik am Bürgerrechtler Gauck von alten Bürgerrechtlern. Sie kommen auch von jenen, die damals ganz vorne mit dabei waren. Und es nun nicht mehr sind. Von Hans-Jochen Tschiche zum Beispiel. Pfarrer und Mitbegründer des Neuen Forums. Gauck reise ohne Skrupel auf dem Ticket des Bürgerrechtlers durch die politische Landschaft, schrieb er in einem Zeitungsbeitrag. Auch Lietz wirft Gauck vor, nie ein Bürgerrechtler im engen Sinne gewesen zu sein. Niemand der organisierte und sich damit staatlichen Maßnahmen aussetzte. Kein Bürgerrechtler, wie er es damals eben war. Friedensseminare in Dörfern, Verhöre in Gefängnissen und Stasi-Dienststellen. „Sein Ort waren geschützte Räume“, sagt Lietz. „Mein Ort war die Straße.“ Dabei hat Gauck nie etwas anderes behauptet. Er berichtete stets davon, kein „Fundamentaloppositioneller“ gewesen zu sein. Lietz aber fragt, ob er dann nicht auch hätte sagen müssen: „Zu viel der Ehr, das steht mir gar nicht zu.“

Heiko Lietz war ein Fundamentaloppositioneller, er ist es noch immer. Er kämpft für Menschenrechte, für Arme. Der erste Teil der Revolution sei gelungen, sagt er. „Teil zwei müssen wir noch schaffen.“ An der Tür zu seinem Büro steht: Heiko Lietz, Bürgerbüro für Menschenrechte.

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Schwerin, Auftritt des Kandidaten Gauck. Im Hof des Schweriner Schlosses warten die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und Grünen. Sie haben Gauck eingeladen. Auch der Ministerpräsident ist in den Hof gekommen und sagt in die Mikros, es sei seine größte Hoffnung, dass Gauck dazu beitrage, „dass Ost und West noch besser zusammenwachsen“. Als der Kandidat dann aus dem Auto steigt, sagen sie ihm, wie sehr sie sich freuen, dass er gekommen ist. Gauck sagt, wenn alle sich freuen, dann kann irgendetwas nicht stimmen. Geschmunzel, klickende Fotoapparate. Ein kurzer Gang hin zum alten Pferdestall. Aufstellen vor einer Leinwand mit einem Bild vom Schloss, die Garderobe dahinter lugt noch hervor. Noch einmal Fotos und Statements. „Der Osten hat eine andere politische Kultur immer noch als der Westen“, sagt Gauck. Auch nach der Kritik alter Weggefährten wird er gefragt. Er weist sie zurück. „Ich muss da nicht sagen, entschuldigen Sie bitte, ich hab zu spät daran gedacht, Oppositioneller zu werden.“ Das sei eine Missdeutung seiner Laufbahn. Das werde sich legen. Dann gehen sie gemeinsam in das Schlossrestaurant. Türen zu. Nach dem Treffen wird verbreitet, wie beeindruckend der Auftritt des nächsten Bundespräsidenten gewesen sei.

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Jahrgang 1982, Redakteur in der Politik.

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