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Italienische Geisel in Afghanistan Washington rügt Rom

22.03.2007 ·  Die italienischen Regierung wird vorgeworfen, mit Terroristen verhandelt zu haben. Der Journalist Mastrogiacomo war im Austausch mit fünf Taliban-Kämpfern freigekommen. Die Vereinigten Staaten zeigen sich „überrascht“.

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Die amerikanische Regierung hat auf diplomatischem Wege der Regierung in Rom ihr Missfallen über die Umstände der Freilassung des italienischen Journalisten Mastrogiacomo aus der Geiselhaft radikalislamischer Taliban bekundet. Wie amerikanische Zeitungen am Donnerstag unter Berufung auf das Außenministerium berichteten, war man in Washington von der Nachricht „überrascht“, dass die Regierung in Kabul die Forderung der Geiselnehmer erfüllt habe, fünf Taliban im Austausch gegen den Reporter freizulassen.

Ein ranghoher Mitarbeiter des Außenministeriums wurde mit den Worten zitiert, Washington hätte der Freilassung von fünf „gefährlichen Taliban“ nicht zugestimmt, wäre man zu Rate gezogen worden. Außenamtssprecher McCormack sagte am Donnerstag: „Wir verhandeln nicht mit Terroristen, und wir raten anderen, dies ebenso wenig zu tun.“ Nachrichtenagenturen meldeten, auch London habe sich in Rom beschwert.

Offenbar hatte Italien massiven Druck auf die afghanische Regierung ausgeübt, die ihr Unbehagen darüber im Gespräch mit ihren europäischen Partnern nicht verhehlt. Der afghanische Außenminister Spanta äußerte jüngst bei einem Besuch in Berlin, die afghanische Regierung lege großen Wert darauf, beim Kampf gegen den Terror, also beim Vorgehen gegen die Taliban im Süden und Osten Afghanistans, aus einer „Position der Stärke“ heraus agieren zu können.

Europäisches Unbehagen

Ergänzend hieß es aus afghanischen Regierungskreisen, solche Anstrengungen würden konterkariert, wenn die Regierung gezwungen werde, dem Wunsch westlicher Geberländer zu folgen und im Falle einer Geiselnahme Bedingungen der Geiselnehmer zu erfüllen.

Das in Berlin und vielen militärisch in Afghanistan engagierten Regierungen verbreitete Unbehagen über den Vorgang hatte am Mittwoch der niederländische Außenminister Verhagen bei einem Truppenbesuch in Afghanistan ausgedrückt: „Wenn man eine Situation schafft, in der sich die Freilassung von Taliban-Gefangenen durch die Verschleppung von Journalisten bewerkstelligen lässt, dann wird es bald keine Journalisten mehr geben.“

In Italien drohte die Opposition Ministerpräsident Prodi, wegen des Vorgehens in der Geiselkrise ihre Unterstützung des Afghanistan-Einsatzes zurückzuziehen. Nicht alle Regierungsparteien stehen hinter dem Einsatz am Hindukusch; die Unversehrtheit Mastrogiacomos war für Prodi deshalb auch politisch entscheidend. Oppositionsführer Berlusconi sagte, die Glaubwürdigkeit Italiens sei beschädigt worden.

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