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Veröffentlicht: 23.06.2004, 22:05 Uhr

Islamismus König-Fahd-Akademie verherrlicht Kampf gegen „Ungläubige“

Die Schulbücher der König-Fahd-Akademie in Bonn verheißen Märtyrern „Belohnungen“ im Paradies. Das geht aus den übersetzten Texten hervor, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Auszügen vorliegen.

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© AP Brutstätte des Fundamentalismus? Die König-Fahd-Akademie in Bonn

In der Drachenburgstraße in Bonn-Mehlem leuchtet die Kuppel der König-Fahd-Akademie in der Nachmittagssonne. Ein mannshoher Zaun umringt das Gelände der Schule mit seinen Grünanlagen, hellen Gebäuden und dem weithin sichtbaren Minarett - ein Stück Orient im Süden von Bad Godesberg. Reihenhäuser, Gewerbebetriebe und kleine Läden liegen in der Nachbarschaft.

Das Tor ist geschlossen; seit Anfang Juni sind Ferien, drei Monate lang. Wenn im September der Unterricht für die Klassen eins bis zwölf wieder beginnt, werden weniger Schüler als bisher die Akademie besuchen, die 1995 von der saudischen Königsfamilie für 30 Millionen Mark errichtet worden war. Nur etwa 30 statt bisher doppelt so viele Anmeldungen gibt es für die erste Klasse.

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Aufruf zum „Heiligen Krieg“

Andere Eltern bekommen in diesen Tagen Briefe von den Schulbehörden, in denen sie aufgefordert werden, ihr Kind auf eine deutsche Grundschule umzumelden. Seit im Herbst 2003 bekannt wurde, daß in der Moschee der Fahd-Akademie während des Freitagsgebetes zum „Heiligen Krieg“ gegen Nichtmuslime aufgerufen wurde und sich in deren Umfeld muslimische Extremisten aufhalten, sind die Behörden alarmiert.

Zunächst wollte der Kölner Regierungspräsident Jürgen Roters die Schule schließen. Doch das Auswärtige Amt intervenierte. Die diplomatischen Beziehungen zu Saudi-Arabien würden leiden. Abgesehen davon gebe es auch eine deutsche Schule in Riad, deren Existenz man nicht gefährden wolle.

„Die Schule austrocknen“

Daraufhin ersann Roters in Abstimmung mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung, dem Auswärtigen Amt und dem Schulamt der Stadt Bonn eine neue Strategie. „Die Schule von unten austrocknen“, lautet das nicht offiziell erklärte Ziel. „Wir setzen uns mit aller Macht dafür ein, die Schülerzahl zu reduzieren“, sagte Roters. Zugleich sollen die fundamentalistischen Tendenzen an der Schule und in ihrem Umfeld unter Kontrolle gebracht werden.

Jahrelang wurden die Ausnahmegenehmigungen zum Besuch der Schule allzu großzügig erteilt. Denn zum einen galt die „Diplomatenschule“ anfangs als Prestigeprojekt, das den internationalen Anspruch der um den Regierungssitz ärmer gewordenen Bundesstadt Bonn unterstreichen sollte. Zum anderen sparte es Kosten, die zunächst etwa 600 Schüler nicht auf deutschen Schulen unterbringen zu müssen. Auch die Lehrer der abgebenden Schulen waren froh, sich nicht mit den sprachlichen Schwierigkeiten der arabischen Kinder befassen zu müssen. Viele von ihnen waren nicht im deutschen Kindergarten.

Von der Schulaufsicht unbeachtet

Über Jahre hinweg lief der Schulbetrieb nach saudischen Lehrplänen und mit saudischen Büchern unbeachtet von der deutschen Schulaufsicht. Das hatte zwar juristisch seine Richtigkeit, war aber offenbar ein politisches Versäumnis. Jetzt beobachtet der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz mit nachrichtendienstlichen Mitteln das Umfeld der Schule, „weil sie zumindest in der Vergangenheit Anziehungspunkt für Extremisten war“ - mehr will die Sprecherin des Innenministeriums dazu nicht sagen.

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