http://www.faz.net/-gpf-75v2t
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.01.2013, 16:14 Uhr

"Ich trete an" Annette Schavan hält an Bundestagsmandat fest

Annette Schavan will auch dann wieder für den Bundestag kandidieren, wenn ein Verfahren zur Aberkennung ihres Doktortitels eingeleitet wird. Sie werde sich für den Wahlkreis Ulm/Alb-Donau nominieren lassen, sagte die CDU-Politikerin der Sonntagszeitung.

© dpa Annette Schavan will wieder für den Bundestag kandidieren

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) will sich in jedem Fall am kommenden Freitag als Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Ulm/Alb-Donau nominieren lassen. „Ich trete am 25. Januar an. Das bin ich der Wissenschaft schuldig“, sagte Frau Schavan der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Sie will dies auch dann tun, wenn der Fakultätsrat der Universität Düsseldorf am Dienstag ein Verfahren zur Aberkennung ihres Doktorgrades einleitet. Im Umfeld der Ministerin wird für den Fall einer Aberkennung des Titels mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung gerechnet.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Ulmer Gemeinderat, Thomas Kienle, sagte der F.A.S., Frau Schavan werde mit den „eventuell noch bestehenden Vorwürfen nominiert“, damit werde man sich dann auch im Wahlkampf auseinandersetzen müssen. Der CDU-Kreisverband will an der Nominierung auch festhalten, falls Schavan von ihrem Amt zurücktreten muss.

Die Universität Düsseldorf hat einem Medienbericht zufolge die Plagiatsvorwürfe gegen Schavan abgeschwächt. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ erhebt die zuständige Promotionskommission nicht mehr den Vorwurf, Schavan habe in ihrer Doktorarbeit absichtlich getäuscht. Demnach hat die CDU-Politikerin jedoch in Kauf genommen, dass sie mit ihrer Zitierweise gegen gängige Regeln wissenschaftlichen Arbeitens verstößt. Die Kommission spreche sich weiterhin dafür aus, ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels einzuleiten.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z., DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
F.A.S. exklusiv EU plant Initiative für den Binnenmarkt

Schnellerer Mobilfunk, weniger digitale Schranken: Nach Informationen der F.A.S. plant die EU den Ausbau des Binnenmarkts. Der Entwurf unterstellt jedoch, dass die Briten gegen den Brexit stimmen. Mehr Von Thomas Gutschker

19.06.2016, 05:49 Uhr | Politik
Dollase vs. Mensa (1) Der Lachs wurde hingerichtet

Was bekommen Studenten eigentlich in deutschen Mensen vorgesetzt? Der F.A.Z.-Gastrokritiker Jürgen Dollase will es in einer Testreihe herausfinden. Wir haben ihn mit der Kamera begleitet. Erste Runde: Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf. Mehr

13.06.2016, 14:41 Uhr | Feuilleton
Brexit-Verhandlungen Altmaier glaubt nicht an schnellen Austritts-Antrag

Die EU-Spitzenvertreter fordern von Großbritannien, umgehend den Austritt aus der Union zu beantragen. Der Chef des Bundeskanzleramtes hält das für wenig realistisch. Mehr

26.06.2016, 09:42 Uhr | Politik
Völkermord Türkei verschärft Tonlage vor Armenien-Resolution

Die türkische Regierung hat die Tonlage gegenüber Deutschland weiter verschärft: Der Bundestag will am Donnerstag eine Erklärung verabschieden, in der die Massaker an Armeniern während des Ersten Weltkrieges Völkermord genannt werden. Der türkische Regierungschef Binali Yildirim nannte die Bezeichnung des Massenmords als Völkermord lächerlich. Mehr

02.06.2016, 09:44 Uhr | Politik
F.A.S. exklusiv EU-Parlament fordert sofortigen Beginn des Austrittsprozesses

Nach Informationen der F.A.S. fordern die großen Fraktionen im EU-Parlament die britische Regierung dazu auf, bereits am Dienstag die Austrittsverhandlungen einzuleiten. Mehr

26.06.2016, 05:57 Uhr | Politik

Eine Luftnummer

Von Daniel Deckers

In Rheinland-Pfalz hat die Regierung aus der Posse um den Nürburgring nicht allzu viel gelernt. Das Fiasko am chronisch defizitären Flughafen Hahn könnte nun jemanden in arge Bedrängnis bringen. Mehr 33