Home
http://www.faz.net/-gpg-6kebr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Hessischer Ministerpräsident Koch lässt Wechsel zu Bilfinger Berger dementieren

21.08.2010 ·  Ein Zeitungsbericht sah Hessens scheidenden Ministerpräsidenten Roland Koch schon an der Spitze des Baukonzerns Bilfinger Berger. Doch Regierungssprecher Metz und der Baukonzern in Mannheim ließen nun wissen, dass an dem Gerücht nichts dran sei.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Hessens scheidender Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat Spekulationen über einen angeblich geplanten Wechsel an die Spitze des Baukonzerns Bilfinger Berger zurückweisen lassen. „Das neueste Gerücht ist so Unfug wie die davor verbreiteten“, sagte Regierungssprecher Dirk Metz am Samstag zu einem entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung vom selben Tag. Auch ein Sprecher des Mannheimer Unternehmens nannte den Bericht „frei erfunden“.

Regierungssprecher Metz erklärte dazu: „Ministerpräsident Koch hat nirgendwo etwas zugesagt, er hat keinerlei Verhandlungen mit irgendwem geführt und nicht mal entschieden, welche berufliche Richtung er jenseits der Politik einschlägt. Es bleibt dabei: Er wird sich Anfang November entscheiden, was er zukünftig machen wird.“ Koch hatte angekündigt, Ende August sein Amt als Ministerpräsident in Hessen abzugeben und sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Zukunft offen

Laut „Bild“-Zeitung soll der 52 Jahre alte Koch den bisherigen Bilfinger-Chef Herbert Bodner (62) ablösen, wenn dieser voraussichtlich im Herbst in Rente geht. Als Vorstandschef des an der Börse gelisteten Unternehmens werde Koch nach Angaben von Insidern rund 1,5 Millionen Euro im Jahr verdienen, berichtet die Zeitung weiter. Sein Auftrag sei der Umbau des einstigen Tiefbauunternehmens in ein Handelshaus mit Weltgeltung.

Dass Koch eine Tätigkeit in der Wirtschaft anstrebt, war schon länger bekannt. Dennoch wurden ihm in den vergangenen Tagen mehrfach Ambitionen auf einen Posten als Bundesminister unterstellt. Der Ministerpräsident gibt sein Amt zum 31. August auf, seinen Posten als Bundesvize der CDU wird er im Herbst niederlegen.

In Hessen galt Koch über Jahre als politisches Stehaufmännchen: Mehrfach war er dem Ende seiner politischen Karriere nahe, etwa, als er im Jahr 2000 der Lüge in Sachen schwarze Kassen der hessischen CDU bezichtigt wurde und nach der schweren Niederlage bei der Landtagswahl Ende Januar 2008. Das Vorhaben der SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti, mit Hilfe der Linken eine rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden, scheiterte jedoch an vier Abweichlern in der eigenen Partei, und Koch konnte nach einer Neuwahl die Koalition mit der FDP in Hessen fortsetzen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel