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Hessen Sozial ist zu abstrakt

13.02.2009 ·  Obwohl „Soziales“ in Zeiten wie diesen sehr aktuell ist, verzichtet Hessen als bisher einziges Bundesland auf ein Sozialministerium - es wurde umbenannt in „Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit“. Zur Begründung heißt es: „Sozialministerium klingt abstrakt, theoretisch und nach Metaebene.“

Von Thomas Holl
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Die von Angela Merkel geführte CDU darf von den hessischen Parteifreunden lernen. Seit der Bildung ihrer Regierung mit der FDP kann die hessische CDU Roland Kochs auch durch Taten bezeugen, dass sich die Partei nicht sozialdemokratisieren lässt.

Als bisher einziges Bundesland hat Hessen das Wort Soziales aus dem bisher kurz „Sozialministerium“ genannten Ressort getilgt. Auf ausdrücklichen Wunsch des neuen Ressortchefs Jürgen Banzer heißt es nun offiziell: „Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit“.

„Sozialministerium klingt abstrakt, theoretisch und nach Metaebene“

Der CDU-Politiker, der das Ressort von der acht Jahre lang nur „Sozialministerin“ genannten Parteifreundin Silke Lautenschläger übernahm, hat inoffiziell sogar einen noch neueren Namen kreiert. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Banzer: „Es ist für mich das ,Gesellschaftsministerium, es ist das Haus, in dem Gesellschaftspolitik gemacht wird.“

Seine Sprecherin begründet die Umbenennung mit der besseren Verständlichkeit für ein breiteres Publikum: „Sozialministerium klingt abstrakt, theoretisch und nach Metaebene. Der Minister hat nun die Begriffe verwandt, die er für die Zukunftsfragen hält.“ Und schließlich stünden die Worte „Arbeit, Familie und Gesundheit“ auch für „soziale Gerechtigkeit“.

Im Landtag wird über das in Zeiten wie diesen sehr aktuelle Thema bald auf Antrag der Grünen debattiert. Danach wird abgestimmt, ob das Wort „Soziales“ wie in den Unions-geführten Bundesländern Niedersachsen, Saarland, Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern wieder in den Titel des Ministeriums kommt.

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