25.12.2011 · Hunderte Rocker sind gekommen, sie trinken Glühwein, essen Schaschlik und hören Rockmusik. Ort des Geschehens: das Klubhaus der Hells Angels in Hannover. Der Gastgeber: Frank Hanebuth.
Von Philip EppelsheimRichtlinien für Lesermeinungen
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Stärke zeigen, Ordnung schaffen ...
ad 1) Ich habe keine Berührungsängste, beim Motoradklub um die
Ecke ist das alles prima, wir trinken auch das Bier zusammen am Feuer
und die Musik ist meist prima.
ad 2) Ich höre das mit dieser klaren Rangordnung,
Sich-bewähren vor der Aufnahme, alles klappt super auf Wink des
(An-)Führers schon mit ziemlichen Bauchschmerzen, denn ich sehe die
Menschen, die solche klaren Strukturen brauchen und hier mitlaufen. Wenn
die Gruppen dann stark genug sind (mit Kutte im Brmen oder mit Hemd und
Schlips in Schwerin), bekommen das dann auch die anderen zu spüren.
Ob Bremer Rotlichtbezirk oder Vorpommern, wollen wir wirklich diese
Parallelgesellschaften tolerieren?
einige von euch schreiben recht negativ über die Hell Angels.
Ein Schlüsselwort ist Respekt oder Angst, ich benenne es mal so.
Positive Gefühle gegenüber Rockern? - Fehlanzeige. Da
möchte ich dagegen halten. Es fängt bei der
Körperlichkeit an, die diese Individuen ausstrahlen. Als
Bürgerlicher hat man solche Erfahrungen z.B. als Besitzer eines
großen Hundes, mein Hund wiegt 65 kg und ist ein sanfter Riese.
Ein anderer Punkt wäre der Ehrenkodex. Gibt es da Erfahrungen?
Sollte ich schlechte Erfahrungen mit einem Rocker machen, würde ich
zu deren Versammlung gehen und die Person und das Verhalten nennen,
meines Erachtens nach wirkungsvoller als zur Polizei zu gehen.
Auf einem offenen Treffen eines Motorradclubs habe ich kritisch meine
Meinung gesagt - dies ist ok.
Dann die Pauschalisierung. Ich bin von Anzug- und Schlipsträgern
ausgeraubt worden. Die Täter ohne Moral waren eine Bankberaterin,
eine Steuerberaterin und ein Anlageberater. Personen aus diesen Berufen
anfeinden? mach ich nicht
Nachdem ich mir gerade den Artikel über Rechtsextremisten im Osten der Republik durchgelesen und mir das übliche "furchtbar" durch den Kopf gegangen ist, las ich nun dieses hier. Erst war noch einen ordentliche Portion Vertrautheit dabei: Lagerfeuer, Rockerfeten, Rituale aller Art. Dann kam der eigentliche Flashback: Was, wenn man hier die Abzeichen vertauschen würde? Vielleicht noch die Kleidung etwas bürgerlicher? Aber mindestens die Strukturen weisen Parallelen auf. Wie viel Platz bekommt ein Zuhälter mit seiner Bande hier?
Männlichkeitswahn, Machtgeilheit, die Illusion von Freiheit und Überlegenheit. Diese Rocker haben sich die Werte und Ideale ihrer Pubertät ein Leben lang bewahrt. Und diese joviale Willkür, mit der dem Herrn Eppelsheim begegnet wird. Das ist noch beleidigender und respektloser als gar nicht zu der dämlichen Feier reingelassen zu werden. Denn es bedeutet letztlich: wir verachten dich zwar, aber du bist so irrelevant, dass du ruhig hier rumhängen darfst.
Alle Macht geht vom Staate aus!
Das ist die Nachricht, denn SO ist es. Genau so ist es. Hört da gut
zu!
Es ist für die überwiegende Mehrheit sehr gut, daß es
eine Obrigkeit gibt, die uns vor solchen Primaten schützt.
Mögen sie verschwinden, und mit ihnen ihre Bordelle, ihr Gehabe,
ihre Machtdemonstrationen, ihre Verbrechen. Und mögen die
Behörden gleich noch die Afghanischen, Albanischen und weiß
Gott noch welchem Volksstamm angehörigen Nachfolgeorganisationen
der Halbwelt gleich mit den Garaus machen.
Wenn ich ehrlich bin,
..habe ich den Eindruck, viele Rocker haben einen ehrlicheren Begriff
von Ehre und Solidarität als sämtliche Politiker und viele
durchschnitliche "ehrbare Bürger" in der BRD.
Ich weiss, wovon ich spreche.
Ich würde den meisten deutschen Rockern bedenkenlos mein Anwesen
für Feuern zur Verfügung stellen, stünde es in der BRD. Wirklich.
Ich kenne keinen, der von Sozialhilfe lebt, nicht in seinem Beruf
fleissig wäre oder nicht ein Pfundskerl, hinter der manchmal zu
rauen Schale.
Hanebuth erinnert mich von seinem Äusseren im positiven Sinne fast
an einen alten Wikinger.
Lieber solche Menschen als die Millionen Jasager, die Zivilcourage nur
dann kennen, wenn es keinen Anlass dazu gibt.
Hells Angles und ihrer Fanboys
Falls jmd. nicht weiß, um was für eine Art von Mensch es sich
bei den Hells Angles und ihrer Verehrer handelt, der google bitte nach
dem Justizskandal höchster Größenordnung aus meiner
Region. Man kann hier leider keinen Link einfügen, daher bitte nach
"Angst: Ravensburger fühlt sich von Hells Angels bedroht
– Zeugenschutz gibt’s nicht" suchen.
Mir ist bewusst, dass es sich hierbei, für Gesamtdeutschland
gesehen, nicht um einen besonders hervorstechenden Skandal bzgl. unserer
Judikative/Exekutive handelt, und schon gar nicht bzgl. der Hells
Angles. Aber genau DAS ist das Problem.
Wer es nachliest, dem wird es nicht schwer fallen Sidos Wunsch
"immer schön aggro bleiben" nachzukommen. In diesem
Sinne, "auf ein Neues". Ein "gutes" oder auch nur
"besseres" wird es erst werden, nachdem einiges zu Staub
zermahlen wurde. Ich für meine Person, werde DIESES Deutschland
nicht verteidigen. Und meine Sicht teilen inzwischen viele Millionen,
Tendenz stark ansteigend.
An Peinlichkeit kaum zu überbieten
Irgendwo sind es halbstarke Kinder geblieben, derren Körper einem
Malbuch gleichen. Jede alleinerziehende Mutter, jeder Fabrikarbeiter aus
der Türkei, Italien oder Deutschland, der daheim seine Familie
ernährt hat mehr Respekt, als diese peinlich, kindische Truppe.
Dass die negativen Themen wie Prostitution, Selbstjustiz und Gewalt bei
Darstellungen grundsätzlich ausgeklammert werden, ist schade. Sie
haben eine eigenes Vereinsheim gebaut? Ja super, eine tolle Leistung,
schaffte die Jugendabteilung unserer Dormusik auch.
Leider ist es doch so, dass Menschen mit erheblichen
Minderwertigkeitskomplexen, wie Kampfsport-Putin, der italienische
Regierungsclown oder eben auch die im Artikel beschriebenen Personen,
immer noch in nicht unerheblicher Zahl durch unsere Gesellschaft streifen.
Ich habe da keine Ängste vor diesen Menschen!
Wenn wir die meist deutschen Hells Angels nicht häten, wären
noch mehr Rotlichtbezirke in kurdischer, türkischer oder gar
albanischer Hand, was ungleich schlimmer wäre.
Ich selber geriet auch schon unter Rocker und mit ihnen ins
Gespräch (es waren allerdings keine Angels) - ich hatte keinerlei
Problem mit ihnen und auch keinerlei "Angst" vor ihnen und
habe mich interessiert mit ihnen unterhalten.
Jederzeit würde ich in Ruhe zwischen deutschen Rockern ein Bierchen
trinken oder in Ruhe meine Freizeit geniessen.
Etwas anderes wäre es schon unter den Kurden von MC Mongols.
Da haben Sie recht
..mit Ihrer Anmerkung zu den Mongols.
In meiner Nachbarschaft in Kanada , nur ein Haus weiter, wohnt
ebenfalls ein Mitglied eines Motorradclubs.
Ein absolut feiner Kerl, der schon mal auf unser Haus achtet, sind wir,
wie jetzt, länger in der BRD.
In unserem grossen Garten lasse ich die Jungs auch mal feiern, hinterher
ist dann alles so sauber, wie ich es niemals hinbekäme.
Hier in der BRD halte ich das sog "Rockerproblem" für
absolut inexistent.
Und wie gesagt, es ist 1000x besser, die Angels oder deren Supporter
kümmern sich um das Rotlichtgeschäft, als wenn es Albaner oder
Kurden/Türken tun.
Insofern hoffe ich, dass Hanebuth dort präsent bleibt.
Verglichen mit 1993 ist es jetzt ein Ort, wo man sich nicht unsicher
fühlen muss, benutzt man diese Strassen auch abends als Durchgang
zu anderen Stadtgebieten.
Damals, mit Kurden, Albanern und Türken war dies ein
gefährlicher Ort.
Ich bin daher durchaus bereit, zu sagen: Danke,Frank!!
Angst
Es geht doch gar icht darum ob man vor einer Gruppe Angst haben sollte oder nicht. Entscheidend sind die krimiellen Hintergründe die von Ihnen selbst oder über Dritte ausgeübt werden. Egal ob NPD, Terroristen oder Vereinigungen wie die Hells Angels, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden und Ihre Einnahmen durch den Verkauf von Drogen und Sex verbessern. Schließlich haben die Hells Angls ncht aus edelen Gründen im Steintorviertel anschinend "aufgeräumt". Die haben die Geschäfte dort einfach übernommen und dem ganzen ein anderes Aussehen gegeben. Kriminell bleiben die Dinge für mich trotzdem.
Zustimmung mit Einschränkung
Hiep van Tran, ich unterstütze gerne, was Sie geschrieben haben.
Allerdings will ich es weit über Deutschalnd hinaus so sehen, dass
so ziemlich jeder sein Bierchen genießen kann und ohne Angst und
ganz in Ruhe seine Freizeit genießen kann, wenn Rocker in der
Nähe sind. Zu den Rockern darf man jedoch nicht die Vereinigungen
zählen, die sich wie die Mongols eher als Gangs darstellen.
Was sicherlich für den Normalo hier nicht wert erscheint, dass es
differenziert betrachtet werden muss, ist der Unterschied zwischen einer
Gang und einem MC. Müsste ich eine Einschätzung vornehmen,
welche Gefährdung für Dritte von verschiedenen als Gruppe
auftretenden Leuten ausginge, bekämen solche Zusammenrottungen wie
die Mongols die höchste Einstufung. Was Sie, liebe Leser, jetzt
vielleicht übberrascht: ein Zusammentreffen mit einer Horde sich
von Junggesellendasein verabschiedender Münsterländer
schätze ich auch noch gefährlicher ein als Frank seine Truppe.
Den Artikel über die Höllenengel habe ich mit zunächst
mit ein wenig Voyeurismus, dann aber kopfschüttelnd zu Ende
gelesen. Schon sehr schick zu erfahren in welchen hierarchischen
Ordnungen die Jungs so leben. Typisch menschlich scheint mir auch die
Faszination zu sein, die solche radikalen, kriminellen Gruppen haben.
Nicht umsonst war die Serie "Sopranos" so erfolgreich.
Rührend, wie es schon in anderen Kommentaren zu lesen ist, der
starke gnadenlose Mann, dessen Herz dann doch schmelzen kann. Totaler Kitsch.
Bei aller Rührseligkeit zu Weihnachten und Faszinationen
gegenüber krimineller Gruppen: So ein Artikel gehört nicht in
die Weihnachts FAS. Zumindest nicht auf die zweite und dritte Seite.
Der Artikel macht deutlich wie die Idee des Rockertums, nämlich
einen Platz für Unangepasste und Aussenseiter zu schaffen,
mittlerweile durch Kommerz und Kinokultur verbogen worden ist. Daran
haben die "Rot-Weissen" einen maßgeblichen Anteil!
Ist euch schon aufgefallen das euer ganzer Zirkus eine billige Kopie der
Konsumgesellschaft geworden ist? Geld, Ansehen, Macht, darum geht
es..... Ehre? Bruderschaft? Kann man kaufen wie die Ablassbriefe im
Mittelalter. "Member" bist du mit Geld auch schneller als
ohne, gell?
In ein paar Jahren ist die Rockerei ein Thema für Historiker.
Schönen Tag noch.
Gott weiß, ich will kein Engel sein!
Was für eine anheimelndes Märlein. Mitr kommen gleich die Tränen! Ich habe noch nie eine so rührselige Weihnachtsgeschichte zum Feste gelesen oder gehört.
@ Hodina: Ist ein Zuhälter, der einer alten Dame über die Straße hilft deswegen schon ein ...
netter Mensch oder gar ein wohltätiger Engel? Ich beobachte leider
immer wieder und viel zu häufig, dass dieses, bei Machthabern aller
Coleur bis hin zu den mächtigsten Staaten der Weltgeschichte
äußerst beliebte verlogene Gutmenschhandeln leider immer
wieder erfolgreich Früchte trägt. Am Ende ist das Verwerfliche
sogar noch in Ordnung oder gar gut, weil es noch etwas viel
Verwerflicheres gibt oder der Protagonist noch viel verwerflicher
hätte handeln können. Bis hin, dass man Dankbarkeit zeigen
muss und jemandem sein Leben schuldet, nur weil dieser einen nicht
umbringt und am Leben läßt.
.
Ich bitte zu bedenken: Jede Tat steht für sich und rechtfertigt,
relativiert oder heilt niemals eine andere Tat! Aber ich kann schon
verstehen, dss Sie angesichts dieser anheimelnden Weihnachtsgeschichte
mit echten "Engeln" sich ein wenig im sentimentalen Taumel der
Gefühlduselei verloren haben. ... und es ist ja schließlich
auch Weihnachten!
.
Gott weiß, ich will kein Engel sein!
....wenn das Ganze - wie es aussieht - ohne Stress ausgegangen ist. Jetzt ist es - nicht nur weihnachtlich - auch an der Zeit für die deutschen HA, sich so zu verhalten, wie die Kollegen aus San Franzisco, die, so ein TV Bericht der CBS, sich nicht zu schade sind, die "stille Zeit" zu nutzen, um in einer Hilfseinrichtung (analog der Tafel) Essen für die Armenspeisung an "Thanksgiving"vorzubreiten. Mein persönliches Fazit: Rocker können unter der harten Kutte ein weiches Herz haben - Freie Fahrt für "Rocker mit Herz".
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.12.2011 22:26 UhrEine Frage, Herr Wolf:
Haben Sie mal in der Bibel nachgelesen, wie Jesus in dieser Frage argumentiert hat?
Eine Frage Herr Hodina: Ist ein Zuhälter, der einer alten Dame über die Straße hilft, deswegen ...
schon ein netter Mensch oder gar ein wohltätiger Engel? Ich
beobachte leider immer wieder und viel zu häufig, dass dieses, bei
Machthabern aller Coleur bis hin zu den mächtigsten Staaten der
Weltgeschichte äußerst beliebte verlogene Gutmenschhandeln
leider immer wieder erfolgreich Früchte trägt. Am Ende ist das
Verwerfliche sogar noch in Ordnung oder gar gut, weil es noch etwas viel
Verwerflicheres gibt oder der Protagonist noch viel verwerflicher
hätte handeln können. Bis hin, dass man Dankbarkeit zeigen
muss und jemandem sein Leben schuldet, nur weil dieser einen nicht
umbringt und am Leben läßt.
.
Ich bitte zu bedenken: Jede Tat steht für sich und rechtfertigt,
relativiert oder heilt niemals eine andere Tat! Aber ich kann schon
verstehen, dss Sie angesichts dieser anheimelnden Weihnachtsgeschichte
mit echten "Engeln" sich ein wenig im sentimentalen Taumel der
Gefühlduselei verloren haben. ... und es ist ja schließlich
auch Weihnachten!
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Gott weiß, ich will kein Engel sein!
Philip Eppelsheim Jahrgang 1981, Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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