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Hacker-Angriffe Immer wieder Schäuble

12.02.2009 ·  Der jüngste Hacker-Angriff auf die Homepage von Wolfgang Schäuble zeigt einmal mehr, dass der Innenminister für viele in der Internet-Szene das Symbol eines Überwachungsstaates ist, den sie fürchten.

Von Stefan Tomik
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Immer wieder Schäuble: Der Bundesinnenminister ist zum Lieblingsgegner der Internet-Szene avanciert. Abermals wurde seine Homepage www.wolfgang-schaeuble.de Ziel eines Hacker-Angriffs. Am Dienstag plazierten Unbekannte dort einen prominenten Link auf die Internetseite des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung - einer Organisation, die sich gegen die Speicherpflicht von Internet- und Telefon-Verbindungsdaten wendet. Für mehrere Stunden musste Schäubles Netzpräsenz abgeschaltet werden.

Möglich wurde der Eingriff durch eine Schwachstelle in der Software „Typo 3“, mit der die Internetseite bespielt wird. Erst am Tag zuvor war eine Sicherheitslücke in diesem Programm bekannt geworden. Möglicherweise brachte das den oder die Hacker erst auf die Idee. Ein Sicherheitsupdate wurde auch kurz darauf eingespielt, „aber offensichtlich war jemand schneller“, sagt Sebastian Pieper, der Schäubles Abgeordnetenbüro leitet.

Es ist nicht der erste Angriff dieser Art. Schon im Mai 2008 plazierten Hacker einen Totenkopf auf Schäubles Homepage. Im März desselben Jahres veröffentlichte der „Chaos Computer Club“ den Fingerabdruck des Ministers, den man unbemerkt von einem Glas abgenommen hatte. Damit wollte die Hacker-Vereinigung gegen biometrische Merkmale im Reisepass demonstrieren. Massenanfragen setzten Ende des Jahres Schäubles Homepage zu. Und Plakate mit dem Konterfei des Ministers nebst Unterzeile „Stasi 2.0“ fehlen auf keiner Demonstration.

Schäuble sei eben jemand, „der sehr großes Interesse auslöst“, sagt Pieper und umschreibt damit den Umstand, dass der Innenminister zur Symbolfigur einer angeblichen staatlichen Überwachung geworden ist, an der sich die Internetgemeinde abarbeitet.

Diesmal sei der Angreifer „zwar schnell, aber offensichtlich nicht sachkundig“ gewesen, erklärte Schäubles Büro nach der Attacke. Denn die Zuständigkeit für die Vorratsdatenspeicherung liege beim Justiz- und nicht beim Innenministerium.

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Jahrgang 1974, Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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