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Aufsichtsrat bei Rosneft : Grüne und CDU kritisieren Schröders Wahl

  • Aktualisiert am

Gerhard Schröder ist naturgemäß mit seiner neuen Position sehr zufrieden. Bild: dpa

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder führt künftig den Aufsichtsrat des russischen Ölkonzerns Rosneft. Ein lukrativer Posten, der die Kritiker auf den Plan ruft.

          CDU und Grüne kritisierten die Wahl Gerhard Schröders zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats von Rosneft. „Auch ein ehemaliger Bundeskanzler hat weiterhin eine staatspolitische Verantwortung, die er nicht auf dem Altar eigener finanzieller Interessen opfern darf“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstagsausgabe). Es sei inakzeptabel, dass Schröder in den Aufsichtsrat eines russischen Energie-Konzerns geht, gegen den die EU mehrfach einstimmig Sanktionen verhängt hat und der ein zentraler Baustein im Machtsystem von Präsident Putin ist. „Mit seiner eigennützigen Entscheidung stellt sich Schröder gerade im Hinblick auf die Ukraine-Krise gegen die Sicherheitspolitik aller 28 EU-Länder.“

          Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte der F.A.Z.: „Nach Gasprom und Nordstream lässt sich Altkanzler Schröder nun auch beim russischen Erdölriesen Rosneft, der vom Kreml kontrolliert wird, auf die Gehaltsliste setzen.“ Es sei deshalb fraglich, wo heute die Loyalitäten von Schröder lägen. „Ich erwarte von einem Altkanzler, dass er durch sein Verhalten nicht die Politik der aktuellen Bundesregierung und EU konterkariert“, sagte Özdemir der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Schröders Argument, er suche das Gespräch mit Russland, klinge hohl, wenn er gleichzeitig ein saftiges Gehalt vom Gesprächspartner einstreiche. „Ein Kuschelkurs gegenüber Putin und seinem engsten Umfeld wird die Gewalt in der Ostukraine sicherlich nicht beenden. Im Gegenteil, Schröder erweckt damit den Eindruck, dass für uns Europäer am Ende wirtschaftliche Interessen mehr zählen könnten als das Völkerrecht“, sagte Özdemir. 

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