Home
http://www.faz.net/-gpf-78t9v
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Grüne Roth will Pädophilie-Aufarbeitung unterstützen

Die Grünen-Parteichefin Roth hat sich für eine Untersuchung der Pädophilie-Vorwürfe gegen Parteimitglieder der Gründungszeit ausgesprochen. Dies betrifft auch Äußerungen des Grünen-Politikers Cohn-Bendit über Intimitäten mit Kindern.

© dpa Will aufklären: Claudia Roth

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hat sich für eine Untersuchung der Pädophilie-Vorwürfe gegen Parteimitglieder aus der Gründungszeit ausgesprochen. „Der Bundesvorstand begrüßt es, wenn unabhängige Wissenschaftler die Schriften und Aktivitäten bestimmter gesellschaftlicher Gruppen aus den Achtziger Jahren untersuchen“, sagte Frau Roth dem Internetportal „Spiegel Online“.

Sie sagte zugleich, dass Gruppen, die sich für Pädophilie einsetzten, in der grünen Partei niemals mehrheitsfähig gewesen seien. „Ganz im Gegenteil: Zu keinem Zeitpunkt hat ein Gremium der grünen Bundespartei einen Beschluss gefasst, der die Entkriminalisierung von sexuellem Missbrauch von Kindern befürwortet hätte.“ Der Versuch, die Positionen Einzelner in der Vergangenheit zu einer laxen Haltung der Grünen gegenüber dem sexuellen Missbrauch von Kindern umzudeuten, sei unanständig, sagte Frau Roth.

Bei den Grünen gab es noch in den achtziger Jahren einen Ausschuss „Schwule, Päderasten und Transsexuelle (SchwuP)“.

„Kleine Mädchen von fünf hatten gelernt, mich anzumachen“

Die Debatte hatte sich entzündet an früheren Äußerungen des grünen Europapolitikers Daniel Cohn-Bendit über Intimitäten mit Kindern. Deswegen hatte es kürzlich erheblichen Protest um die Auszeichnung Cohn-Bendits mit dem Theodor-Heuss-Preis gegeben.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete, hatte Cohn-Bendit in dem Buch „Der große Basar“ 1975 ausführlich über seine Zeit als Kinderbetreuer im Kinderladen der Universität Frankfurt zwischen 1972 und 1974 geschrieben.  „Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf schon gelernt hatten, mich anzumachen“, schrieb Cohn-Bendit. Er berichtete,  wie es „mehrmals passierte, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln“. „Auf Wunsch“ habe er dann auch zurückgestreichelt.

Als diese Stellen 2001 zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte wurden, verteidigte sich Cohn-Bendit mit einem Brief von Eltern, deren Kinder er betreut oder mit denen er in einer Wohngemeinschaft zusammengewohnt hatte. Eine der Mütter, die Cohn-Bendit vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs entlastete, gab in der F.A.S. im vergangenen Monat zu, dass ihr Sohn zu der fraglichen Zeit gar nicht von Cohn-Bendit betreut worden ist.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Leichtathletik-WM 2015 Alle deutschen Starter im Überblick

66 Deutsche starten bei der Leichtathletik-WM 2015 in Peking. Vom 22. bis 30 August laufen, werfen und springen 35 Männer und 31 Frauen für den DLV im Olympiastadion von 2008. Mehr

25.08.2015, 08:59 Uhr | Sport
Merkel Griechenland ist Thema bei Kanzlerin und Grünen

Bundeskanzlerin Merkel will die Gespräche zwischen Griechenland und den Institutionen abwarten und Grünen-Chefin Peter hat Sorge vor dem Grexit. Mehr

31.03.2015, 14:57 Uhr | Aktuell
Peking 2015 Zeitplan der Leichtathletik-WM im Überblick

47 Entscheidungen fallen bei der Leichtathletik-WM 2015 in Peking zwischen dem 22. und 30. August. Wer läuft, wirft und springt wann? Und wer ist jeweils Titelverteidiger? Ein Überblick. Mehr

27.08.2015, 15:22 Uhr | Sport
Die Grünen Cannabis-Gesetzesentwurf im Bundestag präsentiert

Die Grünen haben einen Kontrollgesetz-Entwurf für den Anbau, Besitz und Konsum von Cannabis bei einer Debatte im Bundestag vorgestellt. Mehr

20.03.2015, 18:31 Uhr | Politik
Migration Erfurts Bürgermeister will Schulpflicht für Flüchtlinge abschaffen

Der Erfurter Oberbürgermeister Bausewein sieht die Kommunen durch die Flüchtlinge zu sehr belastet – und will deshalb Flüchtlingskinder nicht mehr einschulen lassen. Die Forderungen des Thüringischen SPD-Chefs gehen jedoch noch weiter. Mehr Von Claus Peter Müller, Erfurt

26.08.2015, 11:08 Uhr | Politik

Veröffentlicht: 01.05.2013, 12:51 Uhr

Schuld und Flüchtlinge

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Auch wenn die Regierung Cameron nun ein paar tausend syrische Flüchtlinge aufnehmen will. Eine gemeinsame Strategie hat die EU damit noch nicht. Mehr 40