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Veröffentlicht: 01.05.2013, 12:51 Uhr

Grüne Roth will Pädophilie-Aufarbeitung unterstützen

Die Grünen-Parteichefin Roth hat sich für eine Untersuchung der Pädophilie-Vorwürfe gegen Parteimitglieder der Gründungszeit ausgesprochen. Dies betrifft auch Äußerungen des Grünen-Politikers Cohn-Bendit über Intimitäten mit Kindern.

© dpa Will aufklären: Claudia Roth

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hat sich für eine Untersuchung der Pädophilie-Vorwürfe gegen Parteimitglieder aus der Gründungszeit ausgesprochen. „Der Bundesvorstand begrüßt es, wenn unabhängige Wissenschaftler die Schriften und Aktivitäten bestimmter gesellschaftlicher Gruppen aus den Achtziger Jahren untersuchen“, sagte Frau Roth dem Internetportal „Spiegel Online“.

Sie sagte zugleich, dass Gruppen, die sich für Pädophilie einsetzten, in der grünen Partei niemals mehrheitsfähig gewesen seien. „Ganz im Gegenteil: Zu keinem Zeitpunkt hat ein Gremium der grünen Bundespartei einen Beschluss gefasst, der die Entkriminalisierung von sexuellem Missbrauch von Kindern befürwortet hätte.“ Der Versuch, die Positionen Einzelner in der Vergangenheit zu einer laxen Haltung der Grünen gegenüber dem sexuellen Missbrauch von Kindern umzudeuten, sei unanständig, sagte Frau Roth.

Bei den Grünen gab es noch in den achtziger Jahren einen Ausschuss „Schwule, Päderasten und Transsexuelle (SchwuP)“.

„Kleine Mädchen von fünf hatten gelernt, mich anzumachen“

Die Debatte hatte sich entzündet an früheren Äußerungen des grünen Europapolitikers Daniel Cohn-Bendit über Intimitäten mit Kindern. Deswegen hatte es kürzlich erheblichen Protest um die Auszeichnung Cohn-Bendits mit dem Theodor-Heuss-Preis gegeben.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete, hatte Cohn-Bendit in dem Buch „Der große Basar“ 1975 ausführlich über seine Zeit als Kinderbetreuer im Kinderladen der Universität Frankfurt zwischen 1972 und 1974 geschrieben.  „Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf schon gelernt hatten, mich anzumachen“, schrieb Cohn-Bendit. Er berichtete,  wie es „mehrmals passierte, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln“. „Auf Wunsch“ habe er dann auch zurückgestreichelt.

Als diese Stellen 2001 zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte wurden, verteidigte sich Cohn-Bendit mit einem Brief von Eltern, deren Kinder er betreut oder mit denen er in einer Wohngemeinschaft zusammengewohnt hatte. Eine der Mütter, die Cohn-Bendit vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs entlastete, gab in der F.A.S. im vergangenen Monat zu, dass ihr Sohn zu der fraglichen Zeit gar nicht von Cohn-Bendit betreut worden ist.

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