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Veröffentlicht: 19.05.2013, 11:18 Uhr

Grüne Ein Triumph der Päderasten

Es gab nie Beschlüsse. Das sagten Katja Dörner und Volker Beck, wenn es um den Umgang ihrer Partei mit Pädophilie ging. Stimmt leider nicht.

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© SvenSimon „Stadtindianer“ - Mitglieder der sogenannten Indianerkommune - besetzen das Podium auf dem Grünen-Parteitag 1980

Eine Gewissheit glaubte Katja Dörner zu haben: „Beschlüsse gab es nie.“ Am 5. Mai äußerte sich die kinder- und familienpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag erschrocken über ein dunkles Kapitel in der Geschichte ihrer Partei. Der F.A.S. sagte sie: „Ich finde es unvorstellbar, dass Themen wie die Tolerierung von Pädophilie überhaupt diskutiert worden sind.“ Es habe sich aber immer um die Positionen einer kleinen Minderheit gehandelt, versicherte Frau Dörner. Und eben: „Beschlüsse gab es nie.“ Frau Dörner arbeitete am Runden Tisch des Bundestags zur Gewalt gegen Heimkinder mit, den ihre Parteifreundin Antje Vollmer leitete. Sie ist die Missbrauchsexpertin ihrer Fraktion.

Reiner Burger Folgen:

Der Beschluss wurde am frühen Nachmittag des 10. März 1985 in Lüdenscheid gefasst. Mit 73 zu 53 Stimmen bei sieben Enthaltungen nahm der Parteitag das Arbeitspapier „Sexualität und Herrschaft“ in das Programm der Grünen für die nordrhein-westfälische Landtagswahl auf. Die Kernthese des Papiers lautet: Jede Form von „gewaltfreiem“ Sexualverkehr - auch jener zwischen Kinder und Erwachsenen - müsse straffrei bleiben. Als umstritten kennzeichneten die Delegierten die Forderung nach ersatzloser Streichung der Schutzaltersgrenze. Dafür wurde eine ganz besonders perfide Rechtfertigung für Pädophilie als Änderungsantrag angenommen. „Auf der einen Seite werden Menschen, die die sexuellen Wünsche von Kindern und Jugendlichen ernst nehmen und liebevolle Beziehungen zu ihnen unterhalten, mit Gefängnis bis zu zehn Jahren bestraft. Auf der anderen Seite wird sexuelle Gewalt gegenüber Mädchen nicht wahrgenommen, vertuscht oder sogar als Gewohnheitsrecht betrachtet. Kindesmisshandlung wird nur selten von den Gerichten angemessen bestraft“, heißt es im Parteitagsprotokoll. Es war der größte Triumph der Päderasten.

Parteiforscher soll Transparenz in Vergangenheit bringen

Volker Beck ist parlamentarischer Geschäftsführer der grünen Bundestagsfraktion. Auf seinem Blog „Beckstage“ findet sich ein Schlüsseltext zur immer wieder aufflammenden Pädophilie-Debatte. In dem Artikel, der seit 2010 mehrfach redaktionell bearbeitet wurde, nimmt Beck sich und seine Partei gegen „haltlose Vorwürfe“ in Schutz. Eines von Becks zentralen Abwehrargumenten lautet: Beschlüsse habe es nie gegeben. Auf dem Parteitag in Lüdenscheid habe das Papier „Sexualität und Herrschaft“ keine Mehrheit gefunden und sei „um der Transparenz der Diskussion willen“ als Minderheitenposition im Text beibehalten worden.

Grüne Verdrängungs-Legenden wie diese machen deutlich, wie nötig die Aufarbeitung der pädophilen Geschichte ist. Zu Wochenbeginn haben sich die Grünen nach langem Hin und Her dazu durchgerungen. „Wir wollen genauer wissen, wie lange und in welchem Umfang Gruppen, die völlig inakzeptable pädophile Forderung nach Straffreiheit für Sexualität von Erwachsenen mit Kindern vertreten haben, innerhalb der Partei wirken konnten“, heißt es in einem Beschluss des Bundesvorstands. Ein unabhängiger Parteiforscher soll die grünen Abgründe erkunden.

Die Grünen Parteitage - Auseinandersetzung zw. Walde und 'Indianer' Reschke auf d. Bundesparteitag in Karlsruhe © ullstein bild Vergrößern Auseinandersetzungen zwischen Vorstandsmitgliedern und „Stadtindianern“ auf dem Bundesparteitag 1984 in Dortmund

Wer sich informieren wollte, konnte dies freilich stets ohne wissenschaftliche Hilfe. Auch Zeitzeugen wie Michael Vesper geben bereitwillig Auskunft. Er nahm 1985 in seiner Funktion als Geschäftsführer der Bundestagfraktion an Parteitagen seines Landesverbands teil, und er erinnert sich: „Ja, na sicher war das ein Beschluss. Das war eine Panne, das war eine totale Panne.“ Die Grünen seien nie eine Partei von Kindersexbefürwortern gewesen. „Aber aus falsch verstandener Toleranz hat man eben nicht klare Kante gezeigt, sondern einen ziemlich laxen Larifari-Umgang.“

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