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Gründung der Nordkirche Gauck: Einheit braucht noch viele Jahre

 ·  Bundespräsident Gauck hat die Gründung der Nordkirche - der ersten Fusion von ost- und westdeutschen Landeskirchen - gewürdigt. „Es hat ein lange Phase gegeben, die uns unterschiedlich gemacht hat“, sagte Gauck. Bis die Menschen in Ostdeutschland den Status der Unterdrückten ablegten, werde es noch etwa 20 Jahre dauern.

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Jürgen Spiegel

Und auch im Westen wird es noch für den Mentalitätswandel brauchen

Ich wünschte, Herr Gauck könnte das bei seinem Antrittsbesuch in Bonn zum Ausdruck bringen! Wie man das von Berlin-West aus 1949 ff. empfunden hat, nämlich AUCH als Bonner JA zur provisorischen Teilung der Nation: Es konnte in der Sowjetzone auch nur in Staatsform weitergehen! Und mit „Souveränität der BRD“ schalteten die Sowjets von „Kerndeutschland-Politik“ um auf „Zwei-Deutsche-Staaten-Politik“. Das hat zugegeben Bonn Milliarden gekostet. Aber heute noch diese hinterherkonstruierte Regierungsteilung deshalb aufrechterhalten zu wollen, sollte bald mal hinterfragt werden: Ob das die innere Einheit befördert? Raumsauer würde nicht sagen: „Ich lasse nicht am Bonn/München-Gesetz, Bonn/Frankfurt-Gesetz rütteln“. Da muss also ein Mentalitätswandel her. Wir haben seit 1990 Gesamtnation, Bundeshauptstadt, und trauen uns mit Bonner GG einen alleinigen Regierungssitz in der Bundeshauptstadt zu! (Kann das unser politisches Wollen sein, dass der Verteidigungsminister nicht beim AA sitzen darf?)

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Udo Meissner
Udo Meissner (carmudo) - 28.05.2012 13:05 Uhr

@Jorst Jungsbluth: Zu den grausamen Fehlern

"Mit den DDR-Banken verfuhr man im Rahmen der Wiedervereinigung ebenfalls in besonderer Weise. Die standen eigentlich gar nicht so schlecht da, denn in ihrem Abschlussbericht zur Situation der DDR wies die Deutsche Bundesbank für die DDR nur Auslandsschulden von rund 12 Mrd $ aus. Die 550 DDR-Banken mit ihrem Gold-, Kassen- und Immobilienbesitz überließ man westliche Banken zu einem Zehntel des Wertes und weniger. Der Journalist Karl Weiss schätzt, dass die westlichen Privatbanken, die Deutsche Bank, die Dresdner Bank u.a.m. so einen Profit von 200 Mrd € machten.[47] Man machte die Westbanken dabei auch zu rechtmäßigen Gläubigern der ganz anders funktionierenden Kredite der DDR, und erlaubte ihnen dann noch, den vereinbarten DDR-Zins von 0,5% auf westliche 10% anzuheben, und für die unter dieser plötzlichen Last zusammenbrechenden Firmen und Kommunen, man ahnt es schon, durfte wieder der deutsche Steuerzahler aufkommen.[48]"
Aus "Sklaven ohne Ketten"

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Werner Grunewald

Gauck spaltet Deutschland

Das ist er also, der "Präsident aller Deutschen". Gauck denkt 23 Jahre nach der Wende bedauerlicherweise immer noch nur im alten Ost-West-Muster und spaltet schon alleine durch seine "Analyse" Deutschland weiterhin. Ich glaube auch kaum, daß sich seine Rückwärtsgewandtheit jemals ändern wird. Das kommt davon, wenn solche Leute durch wahltaktische Entscheidungen am gesunden Menschenverstand vorbei quasi in einer Nacht- und Nebelaktion ausgewählt werden. Danke, liebe Regierung! Jetzt müssen wir uns die ganze Amtszeit diesen alten Ost-West-Käse anhören.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.05.2012 21:59 Uhr
Udo Meissner
Udo Meissner (carmudo) - 29.05.2012 21:59 Uhr

@Herr Lindemann: Seit wann redet ein Bundespräsident

nur als Christ und lässt diese Rede auch noch veröffentlichen?
Das kann er in den Hinterstuben seiner Glaubensbrüder machen aber nicht in einer öffentlichen Veranstaltung. Die ständigen Tiraden dieses selbstverliebten Mannes zur Unvollkommenheit der Ostbürger gehen mir gelinde gesagt auf den Geist. Der hat in seiner durch den Westen unterstützten fetten Amtsstube und durch seinen begrenzten kirchlichen Horizont überhaupt nicht mitbekommen, was vor seiner Tür ablief. Er sollte sich mit Pastor Schorlemmer und anderen, die an der Basis tätig waren, unterhalten. Dann geht ihm vielleicht ein Licht auf.
Was ich allerdings bezweifele.

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Heinz Lindemann

"quasi" ??? - huuuch, ein "Lateiner" ;-)))

Was hat die Einheit der Nordkirche mit "Ost-West-Käse" zu tun???
- Dann ware wohl der Dom zu Ratzeburg in seiner Doppelzugehörigkeit eine Molkerei ? -

Rückwärtsgewandt ist eher jener Rentner in Dierhagen/Ostsee, dessen Namen ich vergessen habe.
Jener "Genosse" versuchte sich mit einer "Wende" (statt Wiedervereinigung) an der Macht zu halten.
"Für unser Land" - war 1989/90 sein untauglicher Strohhalm...

Übrigens, die Worte: QUASI, QUA und QUAAK überlasse ich gern den gänzlich unakadämischen Fröschen...

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Helmut Smith
Helmut Smith (fmsus) - 27.05.2012 21:33 Uhr

Die Mauer steht

Ich weiß nicht, wo dieser Präsident lebt - aber ich weiß sehr wohl, für wen er arbeitet. Die Wiedervereinigung wurde ohne Rücksicht vorangetrieben um ein paar alte Männer in die Geschichtsbücher zu bekommen, nicht um ein Volk zusammen zu führen.

Die Grabenkämpfe und Vorurteile werden dieser Tage weiterhin ausgebaut, man findet sogar noch neue Unterschiede und Gruppierungen zum hassen. Erfolgreich wie "Europa".

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.05.2012 11:53 Uhr
Peter Herbeck M.A.

@helmut smith: Sie sind anscheinend auf der falschen Seite der Mauer groß geworden

Für mich und meine Familie hat es nie eine Mauer gegeben. Herr Lafontaine hätte die Mauer gerne weiter behalten und wurde dafür auch heftig kritisiert. Lafontaine erwartete, dass der nächste Bundestagswahlkampf nur in Westdeutschland stattfinden würde und sprach daher primär die westdeutschen Wähler an. Erst im Juli 1990 erfolgte die Festlegung der ersten gesamtdeutschen Wahlen auf den 2. Dezember 1990. Danach passte er die SPD-Wahlstrategie nach Meinung mancher Analytiker zu spät an.] Vor der Wahl sagte der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt Lafontaine wegen dessen deutschlandpolitischer Grundhaltung eine „verdiente Niederlage“ voraus. Sie sind wahrscheinlich auch Saarländer Herr Smith ?

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Heinz Lindemann

Die Mauern des Ratzeburger Doms überleben auch SIE !!!

Der Dom zu Ratzeburg -
gebäudemäßig mit der Dom-Insel
seit wenigen Jahren (1938) zu Schleswig-Holstein gehörend -

doch kirchenmäßig stets, ungeachtet aller Teilungen, zur "Mecklenburgischen" -
ist DAS Symbol der Einheit -

jenseits aller Gehässigkeiten!

----
Herzliche Pfingstgrüße von einem Sohn der Europastadt Schwarzenbek...

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Udo Meissner
Udo Meissner (carmudo) - 27.05.2012 20:31 Uhr

Da sehe ich schwarz für Herrn Gauck!

Wir werden also von einem Bundespräsidenten vertreten, der mitten in seiner freiheitlichen Entwicklung steckt. Dass er je den angestrebten Idealzustand erreichen wird, ist unwahrscheinlich.
Er gehörte bekanntermaßen in der DDR zu den ganz Vorsichtigen, zu den Risikovermeidern.
Das fortgeschrittene Alter ist für einen gesunden Lernprozess auch nicht gerade förderlich.
Da hat er es uns sogenannten Ossis wieder mal gegeben. Unter Motivation verstehe ich etwas anderes.

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Claudia Paul
Claudia Paul (Nizzre) - 27.05.2012 20:28 Uhr

Die Christen in Deutschland täten gut daran mehr gemeinsame Identität zu wagen.

Bevor die Leserdebatte sich auf den Geld-/Soli-Aspekt stürzt, sollte man daran denken, dass gemeinsamer Glaube - auch über Konfessionen und Lebenserfahrung hinweg - durchaus die Fähigkeit hat, Gemeinschaft und Identität zu stiften.

Während sich die muslimischen Deutschen und in Deutschland Lebenden Muslime immer enger zusammenschließen und den Glauben zu einem festen Bestandteil ihrer Identiät erhoben haben, scheinen die Christen immer verschämter und bagatellisierender mit ihrem Glauben umzugehen.

Das ist in vieler Hinsicht schade, denn zum Beispiel unser Sozialstaat, der eine der größten Errungenschaften unserer Nachkriegsära ist, haben die Gründungsväter ganz entscheidend aus dem Glauben an die christlichen Grundwerte, wie Nächstenliebe und Gleichheit "vor dem Herrn" geprägt.

Dieses sollte jeder sich ganz bewusst machen und auch nach außen tragen. Denn unser Verständnis von Freiheit, Gleichheit und Gesellschaftsverantwortung ist ebenso christlich wie einzigartig in der Welt.

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Horst Jungsbluth

Da ist vieles verpasst worden und es hat grausame Fehler und Unterlassungen gegeben

Als die Einheit nur ein knappes Jahr nach dem Fall der Mauer anstand und die Diskussionen über die Angleichung der Lebensverhältnisse geführt wurden, da rechneten Realisten wie ich angesichts der schlimmen Verwerfungen in der DDR auf fast allen Gebieten mit einem Zeitraum von einer bis zwei Generationen. Man war in der Bundesrepublik politisch nicht vorbereitet, obwohl verschiedene Geheimdenste den Zusammenbruch kommen sahen und es ein eigenes Ministerium für die DDR gab. Dass die Vereinigung eine Herkulesaufgabe war, die den Einsatz aller demokratischen Parteien erforderte, war den Grünen und grossen Teilen der SPD nicht zu vermitteln, obwohl zu erkennen war, dass die umbenannte SED eine schamlose Politik der verbrannnten Erde betrieb. Anstatt nun das, was vollkommen falsch in der BRD lief, zu reformieren, suchte man unbedingt etwas aus der DDR zu übernehmen und kam dabei neben Ampel- und Sandmännchen auch auf vieles, was dort zum Untergang geführt hat.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.05.2012 11:45 Uhr
Marco Blumenstein

"Schön" diese Art der Sichtweise

Seit der Wende sind unsere Frauen mit den meisten Errungenschaften, wieder ins finstereste Christliche Mittelalter versenkt worden! Wenn das Röschen aus Hannover 150 Jahre früher geboren worden wäre, hätte sie mit Ihren Forderungen, als etwas revolutionäres gegolten. Aber so ist sie nur rückwärts konservierend. Wo bitte war das Bürgerliche Lager der alten Bundesrepublik zur Wende? Es kämpfte höchstens für körperliche Unversehrtheit, aber mehr nicht. Den meisten Frauen im Westen wurde doch systematisch anerzogen, daß sie sich einen Mann angeln sollten der sie bis ans Lebensende aushält und versorgt, ohne das Frau sich selber bewegt(persönliche Erfahrung nach 12 Jahren BW). Dachte sie auch über den Satz nach mit dem Anpassen der Lebensverhältnisse nach? Den Standart im Osten etwas anheben und gleichzeitig den Mittelstand im Westen in die Armut fahren. Das ist mit der Angleichung der Lebensverhältnisse gemeint gewesen!

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Christian Köhler

Ist das ein dezenter Hinweis darauf, dass der Solidarzuschlag

noch 20 Jahre lang weiter gezahlt werden muss, bis die Unterdrückten in Ostdeutschland emotional darauf verzichten können?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.05.2012 11:56 Uhr
Marco Blumenstein

mal anderst herum

kann man die Finanzströme heute noch gut nachvollziehen und da zeigt sich ein ganz anderes Bild der Lage. Die "Investoren" kamen aus dem Westen. Haben im Osten die Steuergelder der Westbürger gern in Emfang genommen und auf privaten Wege wieder in die Bundesrepublik zurückgesendet. Funktionierte nach der "Wiedervereinigung" noch viel einfacher und Effizienter. Klar ist im Osten auch was gebaut worden, aber der Überwiegende Teil ist Richtung Westen in Private Taschen geflossen(Jürgen Schneider ist da ein schönes Beispiel). Und noch eine Frage: Wo war das Bürgerliche Lager aus dem Westen?
Zitat Uwe Steimle: "Wir Ostdeutschen haben unsere Wende gemacht, Ihr Westdeutschen werdet schon machen das es nichts wird!"

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Peter Herbeck M.A.

Soli: Ja oder nein - ja, und warum.Die Treuhand hat viele wirtschaftlich intakte Firmen abgewickelt

Dies wurde auch von Herrn Rohwedder einmal bekrätigt,indem er sagte das hier Fehler gemacht wurden.Eins dieser krassen Beispiele bei mir in der Region:eine Fabrik die verkauft werden sollte und die Kredite die ausgereicht werden sollten wären von einer Bank gekommen die auch zugleich die Hausbank der beiden westdeutschen Konkurrenten war.Die beiden Firmen sagten wenn der Kredit ausgereicht wird wechseln wir die Bank.Die Antwort dürfen sie sich selber geben. Dies ist nicht der einzige Fall. Dies allein meinte Gauck auch nicht.Es ist erforderlich vieles noch aufzuarbeiten.Habe das Glück im Westen geboren zu sein,Familie ist auch im Osten zu Hause gewesen,seit 1775 in Stettin ansässig und zuvor von Maria-Theresia als Habsburger Protestanten das Land verlassen. Ich dürfte wissen,was es heißt als Vertriebener bzw. in der DDR durfte nur von Umsiedlern gesprochen werden, zu gelten.Habe zudem in den 50-zigern an der Zonengrenze gelebt,wo der Hund verfroren war und es nur Zonenrandförderung gab

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