Große Unsicherheit und Angst vor Fundamentalismus
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Studie der Bundeswehr : Gefühle der Unsicherheit auf Höchstwert

  • Aktualisiert am

Polizisten der Antiterroreinheit der GSG 9 bei einem Einsatz (Archiv) Bild: dpa

Reiligiöser Fanatismus und Zuwanderung machen der deutschen Bevölkerung Angst. Die Unsicherheit steigt auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Besonders eine Gruppe ist betroffen.

          Laut einer neuen Studie ist das Gefühl der Unsicherheit in der deutschen Bevölkerung auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. AfD-Wähler fühlen sich demnach am unsichersten, und als größte Bedrohungen werden religiöser Fundamentalismus und die Zuwanderung wahrgenommen. Das berichtet die „Thüringer Allgemeine“ (Mittwoch) und beruft sich dabei auf ihr vorliegende Ergebnisse einer Befragung des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), die an diesem Mittwoch veröffentlicht werden soll.

          Insgesamt habe sich das Unsicherheitsgefühl 2015 deutlich verstärkt und sei auf das höchste Niveau seit 2006 angestiegen. Die repräsentative Befragung von 2600 Personen habe bereits im letzten Herbst stattgefunden, also noch vor den Terroranschlägen in Paris und Brüssel. Die Veröffentlichung sei aber erst jetzt vom Verteidigungsministerium freigegeben worden, so die Zeitung.

          Frauen fühlen sich unsicherer als Männer

          Bei den Bedrohungsfaktoren mache sich die Flüchtlingsdebatte bemerkbar: 44 Prozent der Befragten fühlten sich persönlich bedroht durch religiösen Fundamentalismus, 41 Prozent durch die Zuwanderung. Diese Faktoren seien als gefährlicher eingeschätzt worden als unzureichende finanzielle Absicherung im Alter, steigende Preise und Fremdenfeindlichkeit (je 39 Prozent). Knapp jeder Dritte (31 Prozent) habe sich schon zum Zeitpunkt der Befragung vor den Attentaten von Paris und Brüssel von Terroranschlägen bedroht gefühlt.

          Bei den Einzelergebnissen sei weiter herausgekommen, dass sich Frauen in Deutschland unsicherer fühlten als Männer und ältere Menschen unsicherer als jüngere. Zudem nehme das Unsicherheitsgefühl mit steigendem Bildungs- und Einkommensniveau ab.

          Unter Anhängern der AfD hätten vergleichsweise die meisten Befragten (39 Prozent) angegeben, die nationale Lage als unsicher wahrzunehmen, bei den Anhängern der Linken die wenigsten (11 Prozent).

          Insgesamt sei seit 2014 „der Anteil der Befragten, die sich unsicher fühlen, um 17 Prozentpunkte gestiegen“, zitiert die Zeitung aus der Studie: „Die derzeitigen Krisen und Konflikte inner- und außerhalb Deutschlands schlagen sich im persönlichen Sicherheitsempfinden der Befragten derzeit deutlich nieder.“

          Das ZMSBw ist eine Forschungseinrichtung des Verteidigungsministeriums. Die Umfrage zum sicherheitspolitischen Meinungsbild wird seit 1996 durchgeführt und ist nach Angabe des Institutes die längste Zeitreihe sicherheits- und verteidigungspolitischer Umfragen in Deutschland.

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