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„Grobe Fehlplanung“ : Kritik an Berliner Flughafen

  • Aktualisiert am

Grau und menschenleer: Die Baustelle des Flughafens BER Bild: dpa

Ein von der CDU in Auftrag gegebenes Gutachten nennt den neuen Berliner Flughafen eine „grobe Fehlplanung“. Bei Ausfall auch nur eines Gepäckförderbands könne am neuen Flughafen „Chaos“ entstehen.

          Die Vermutung, der Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg werde schon mit seiner Eröffnung zu klein sein, ist durch eine Studie bestärkt worden. Nach Auffassung eines Gutachtens für die CDU ist der Flughafen eine „grobe Fehlplanung“. Der Landesvorsitzende der brandenburgischen CDU, Michael Schierack, und der CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Dombrowski forderten die Landesregierung deshalb auf, tätig zu werden. Auf ein „geheimes Gutachten“ beruft sich auch die Zeitung „Bild“: Bei Ausfall auch nur eines Gepäckförderbands könne am neuen Flughafen „Chaos“ entstehen.

          Die Flughafengesellschaft wies die Darstellung am Freitag als „bewusst unvollständig und irreführend“ zurück. „Für den Winterflugplan 2013/14 bestätigt die Studie ausreichende Abfertigungsressourcen unter der Prämisse einer aktiven betrieblichen Kontrolle und Steuerung“, teilte sie mit. Bei Bedarf könnten zudem gleich nach Eröffnung weitere Bänder zur Verfügung gestellt werden.

          Unmut gibt es derweil an den alten Flughäfen Schönefeld und Tegel zwischen Taxifahrern. Berliner Taxis dürfen in Schönefeld, das im Landkreis Dahme-Spreewald liegt, keine Gäste aufnehmen, in Tegel dürfen es Taxis mit dem Auto-Kennzeichen LDS nicht. Eine gütliche Einigung, die an beiden Flughäfen Fahrer aus beiden Ländern zuließ, war vom Landkreis Dahme-Spreewald Ende 2012 gekündigt worden, von März an sollen neue Regelungen gefunden werden. Offenbar haben sich viele Berliner Taxifahrer in der Erwartung des neuen Flughafens, der im Juni 2012 in Betrieb gehen sollte, im Landkreis Dahme-Spree angemeldet und fühlen sich von der Konkurrenz aus Berlin benachteiligt.

          Passagierrekord an Berliner Flughäfen

          Die Flughafengesellschaft meldet dieser Tage einen Passagierrekord an den Berliner Flughäfen: Mehr als 25 Millionen Fluggäste seien im Jahr 2012 von oder nach Tegel oder Schönefeld geflogen, doppelt so viele wie vor acht Jahren und fast sechs Prozent mehr als im Jahr 2011. Der neue Flughafen Berlin-Brandenburg ist für 27 Millionen Passagiere ausgelegt. Der für Technik zuständige Geschäftsführer Horst Amann wies Vermutungen zurück, Fehler im Kühlsystem der Computeranlagen könnten die im Oktober 2013 geplant Eröffnung abermals scheitern lassen: Die Mängel seien „nicht terminkritisch“.

          Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat indes in jüngster Zeit wiederholt Zweifel am neuen Eröffnungstermin geäußert. Er fordert überdies die Abberufung des Flughafen-Geschäftsführers Rainer Schwarz und bezweifelt, dass die Kosten den neuen Rahmen von 4,3 Milliarden Euro nicht übersteigen werden.

          Quelle: F.A.Z./mk./enn.

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