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Gleichstellung SPD will Frauenquote in Aufsichtsräten

 ·  Bis 2013 sollen 40 Prozent der Aufsichtsratmitglieder in deutschen Konzernen weiblich sein. Bisher sind es nur drei Prozent. SPD-Chef Müntefering will das norwegische Modell übernehmen und eine Frauenquote einführen.

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Nach dem Willen der SPD soll der Frauenanteil aller Aufsichtsgremien deutscher Aktiengesellschaften bis zum Jahr 2013 bei 40 Prozent liegen. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering sprach sich am Dienstag für die Einführung einer solchen verbindlichen Frauenquote nach norwegischem Vorbild aus. Er will sich dafür einsetzen, dass diese Forderung in das im April vorliegende SPD-Wahlprogramm aufgenommen wird. Eine gesetzliche Fixierung im Aktienrecht sowie ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft könnten dann in der nächsten Wahlperiode verabschiedet werden. Über eine Frauenquote lasse sich zwar streiten, sagte Müntefering, fügte aber hinzu: „Die Lebenserfahrung meiner Partei ist gewesen: Ohne geht das nicht.“

Nach langem Streit hatten sich die Sozialdemokraten 1988 auf einen Quotenbeschluss geeignet, der die Besetzung von Spitzenämtern in der Partei auf allen Ebenen zu 40 Prozent für Frauen vorschreibt. Ohne diese Vorgabe hätte die SPD die stärkere Beteiligung von Frauen an Führungspositionen nicht erreicht, so Müntefering. Er sei sicher, dass dies auch in der Wirtschaft der Fall sei.

Merkel dagegen

Bislang haben nur die Grünen eine Frauenquote für hohe Wirtschaftsposten unterstützt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich ausdrücklich dagegen gewandt.

Müntefering traf in der Berliner SPD-Zentrale mit den Initiatorinnen der „Nürnberger Resolution“ zusammen, die sich eine deutliche Erhöhung des Frauenanteils in den Führungsetagen der Wirtschaft zum Ziel gesetzt hat. Nach Angaben ihrer Sprecherin Martine Herpers fordert die Gruppe auch den Aufbau einer Datenbank für interessierte Aufsichtsratsmitglieder sowie festgelegte Qualifikationsstandards.

In Deutschland sind nach Angaben der Initiative von etwa 1100 Aufsichtsratsmitgliedern börsennotierter Unternehmen auf Seiten der Anteilseigner lediglich drei Prozent weiblich. In den Vorständen der 30 DAX-notierten Unternehmen sind in Deutschland weiterhin kaum Frauen vertreten.

In Norwegen gilt seit 2008 für knapp 500 Aktiengesellschaften die 40-prozentige Frauenquote in Aufsichtsräten. Firmen, die dagegen verstoßen, drohen Strafen bis zum Entzug der Börsenzulassung. Auch Länder wie Schweden und Spanien haben ähnliche gesetzliche Vorschriften auf den Weg gebracht.

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