24.02.2013 · Die Polizeilobby plärrt wie keine andere: Polizisten würden angegriffen, bespuckt, beleidigt. Doch was ist an den Behauptungen wirklich dran? Und wer kämpft hier eigentlich gegen wen?
Von Friederike HauptRichtlinien für Lesermeinungen
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Ob Polizisten (auch Polizistinnen?) nun verbal oder körperlich angegriffen werden oder ob sie dies ihrerseits tun, ob das nun zugenommen hat oder nicht - das ist medienwirksam. Polizisten/-innen werden in Diktaturen respektiert und vor allem gefürchtet. Die "Deutsche Polizei" Heinrich Himmlers - eng verbunden mit der SS - oder die "Deutsche Volkspolizei" der DDR gaben in ihren militärisch ausgerichteten Uniformen ein respektables und furchteinflößendes Erscheinungsbild ab. Die DDR-Vopos habe ich selbst noch in Aktion erlebt. Da erscheinen die Polizisten und Polizisten heute in ihren amerikanisierten oder blauen, Postboten ähnlichen Kleidungen wie uniformierte Sozialarbeiter. Aber ehrlich gesagt, das ist mir lieber als Furcht und Terror, die ihre Väter und Großväter verbreiteten. Eine offene, demokratische und leistungsorientiert marktwirtschaftlich getriebene Gesellschaft muss das zum einen aushalten, zum anderen als Kollateralschaden der Konkurrenz- und Konsumwirtschaft erdulden.
Gewalt gegen Polizisten ist gar nicht so schlimm ... weil ... sie Privilegien haben?
Ich bin bisher davon ausgegangen, dass zum einen persönliche
Meinungen auch als solche deklariert werden und zum anderen die Artikel
der FAZ auf einer gründlichen Recherche basieren. Das beides in
diesem Artikel nicht gegeben ist, wird beispielsweise an der
„Freien Heilfürsorge“ deutlich. Dies ist eben keine
Krankenversicherung im herkömmlichen Sinne. Ganz im Gegenteil!
Werden Polizeibeamte dienstunfähig, werden sie in den Ruhestand
versetzt. Wenn also erhebliche Ausgaben für die Gesunderhaltung
anfallen, greift die „Freie Heilfürsorge“ gar nicht
mehr, sondern eine private Krankenversicherung muss einspringen.
Wer sich einmal über das System der Freien Heilfürsorge im
Abgleich mit anderen Versicherungssystemen informieren möchte, kann
dies auf der Website der GDP tun.
Übrigens: Nach Berechnungen des Finanzressorts ist die Einsparsumme
durch die "Freie Heilfürsorge" sogar noch höher.
Wissenschaftler als Helfer der Politik
Sicherlich interessant geschrieben, jammernde, die Bevölkerung abzockende Polizisten übertreiben die Gefahrensituation. Es ist doch gar nicht gefährlich in Deutschland, nein alles ist rückläufig. Früher war es viel schlimmer und gefährlicher. Na ja jeder sollte hier einmal nachdenken. Gab es da Täter die andere totprügelten und tottraten ohne sichtlichen Grund, man hört das ja jetzt öfters? Die Gewalt in den Fußballstadien ist doch nicht so schlimm und rückläufig, die rechte Szene ist doch lange nicht mehr so gewaltbereit wie früher und die Linksautonomen machen längst nicht mehr so eine Randale in Berlin, Hamburg und Dresden. Auch ist die Rockerkriminalität lange nicht mehr so schlimm wie früher, ganz zu schweigen von der organisierten Kriminalität. Da muss der Polizeibeamte schon durch, er wird doch gut bezahlt. Wissenschaftlich beleuchtet wird hier nur die Möglichkeit weiterer Einsparungen bei der Polizei. Das ist der Auftrag für Wissenschaft und Journalisten.
Und auch nicht mit einem Polizisten verwandt oder verschwägert.
Es hat mich auch schon aufgeregt, wenn ich wegen einem fehlendem
Fahrradlicht Strafe zahlen musste, hier in München.
Aber wenn Jugendliche auf den Straßen laut Parolen skandieren und
gewalttätig Leute in der U-Bahn herumschubsen (sehe ich fast
täglich) oder schlagen, bin ich froh über jeden Polizisten,
den ich sehe. Die machen einen guten Job und werden dabei ständig
beleidigt, von "Wixer", "Drecksbulle" über
"deutsches Schwein" bis hin zu "Ich töte deine ganze
Familie".
Jeder Polizist hört das täglich in einer deutschen
Großstadt.
Völlig egal? Heulsusen? Aha.
Vielleicht sollte Frau Haupt mal nur eine Streife in einer solchen
deutschen Großstadt mitmachen. Das führt sicher zu ganz neuen
Erkenntnissen. Und dann kann sie sogar differenziert einen solchen
Artikel schreiben.
Gewalt und schlechte Bezahlung...
...lassen sich auch von "Polizeiwissenschaftlern" nicht
wegdiskutieren. Dadurch belastet ist aber nur eine Minderheit, die den
wirklichen Polizeidienst versieht. In den Stuben und den Stäben
sitzen recht hoch dotierte Beamte, die oftmals seit Jahren jedes
Wochenende, jede Nacht und jeden Feiertag frei haben und die für
reine Verwaltunstätigkeiten die Polizeizulage kassieren. Auf der
Straße sind sind nur anzutreffen, wenn sie mit den Gewerkschaften
vom "schweren Polizeidienst" schwadronieren. Bei der Kripo ist
das Eingangsamt (in Hamburg) A9, bei der Schutzpolizei A 7.
Gewalterfahrungen macht man bei der Kripo ebensowenig wie in den
Stäben oder in den Büros der Soziologen.
Insgesamt ist der Artikel oberflächlich und tendenziös. Von
der FAZ bin ich eigentlich besseren Journalismus gewohnt. Man
könnte an der Polizei vieles modernisieren und darüber auch
gute Artikel schreiben. Viele Missstände werden vom Apparat
bemäntelt. Die FAZ sollte einen zweiten Anlauf nehmen.
über die angeblich schlechte Bezahlung der Polizisten zeugt von profunder Unkenntnis oder ist gewollt. In vielen Bundesländern werden neue Beamte nur noch im gehobenen Dienst eingestellt. Polizeizulage und freie Heilfürsorge stammen aus Zeiten, als Polizisten wirklich schlecht besoldet wurden. Ein Blick über den Gartenzaun zeigt da gravierende Ungleichbehandlung: Soldaten werden im Verhältnis zu Polizisten krass schlechter bezahlt. Dies gilt umso mehr, wenn man die Verantwortung und die Gefährdung berücksichtigt. A 9 ist bei vielen Polizisten heute Eingangsbesoldung, bei Soldaten oft Endbesoldung. Dabei haben Portepeeunteroffziere erheblich mehr Verantwortung für mehr Soldaten und Material als jeder Kommissar. Der Kommandeur der FlaRakstaffel, die in der Türkei eingesetzt ist, hat als Oberst A 15 und verantwortet hunderte von Soldaten und zig Mio an Material. In jeder Polizeibehörde tummeln sich etliche A 15er als reine Schreibtischbeamte mit vergleichsweise minimaler Verantwortung.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.02.2013 11:02 UhrAuf welcher Grundlage basieren Ihre Behauptungen?
Sollte die BW abgeschafft werden, weil diese wirklich nicht notwendig
ist oder um Geld einzusparen?
Was ist ein Schreibtisch-Polizist? Ein Polizeipräsident? Ja, der
Verdient nicht schlecht. Was auch sonst?
Haben Sie mal den Notruf gewählt? Die Polizei ist in Teilen so
unternetzt, dass die Polizei gar nicht kommt oder 45 min später.
Und das liegt mit Sicherheit nicht an der klischeehaften Behauptung,
dass dort alle mit Zwei-Finger-Schreibsystem tippen.
Und an Herrn Ose: Verdienen jetzt Polizisten zu viel oder Soldaten zu
wenig?
Das mit den Soldaten leuchtet mir ein,
Die BW könnte man aber ohnehin abschaffen.
Diese hochbezahlten Schreibtisch Polizisten könnten alle durch
billige Tippsen von Manpower ersetzt werden. Ich mein, hat Jemand schon
mal so einem Beamten beim Tippen zugesehen? Die traktieren das Keyboard
mit 2 Fingern. Und brauchen für eine Seite 1 Stunde. Man sieht ja
keine Zahlen als weiss man nicht was die so verdienen. Ich gönns
ihnen, den Job möchte ich nicht machen. Aber es gibt definitiv zu
Viele von ihnen.
ist einfach schlecht. Wer den Polizeivollzugsdienst als privilegierten
Segeltörn auf der Sonnenseite der Ich-Gesellschaft versteht, sollte
mal von seinem roten Stern herunter auf diese Erde kommen und
Erfahrungen an der Basis sammeln.
Wer glaubt, dass die meisten Polizeidienststellen überbesetzt sein
und viel Sparpotential inne hielten, der kann ja mal nachts ins
Ländliche reisen und den Selbsttest wagen... 'nem Rocker an die
Kutte machen, oder so!?
Was in dem Artikel außerdem unzureichend differenziert wird:
Gewalt gegen Polizisten erfolgt aktiv UND passiv. Das eine ist nicht
weniger falsch als das andere - und darüber muss gesprochen werden!
Beleidigung, Drohung, Widersetzung - drei Formen passiver Gewalt, die
fast immer aktives Einschreiten der Polizei erforderlich machen; und am
Ende steht ein fetter Artikel in der Bild, wie gemein unsere Polizisten
doch sind...
Verzeihung, das ist zu einfach! Gewalt gegen Beamte ist real, sie ist
ubiquitär, in allen gesellschaftlichen Schichten.
Tut mir echt sowas von leid
eine passive Drohung wie Sie sie verstehen wäre dann auch aktive
Insubordination oder? Deswegen die Kommentarfunktion im Internet. Wo die
freie Meinung noch was zählt. Bitte
liebe Polizisten und Beamten, steigt mal vom hohen Ross herunter.
Gewerkschaft der Polizei kritisiert seit Jahren ...
Es ist die Politik. Sie kriminalisiert BürgerInnen,welche gegen
Nazis, sinnlose Großprojekte, falsche politische Entscheidungen zu
gunsten der Wirtschaftslobby,etc. fällen.
08.11.2010 :
"Wir haben seit Jahren kritisiert, dass auf dem Rücken der
Polizei politische Entscheidungen und Fehler ausgetragen werden",
sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der
Polizei (GdP), Bernhard Witthaut. Er ist selbst bei den
Anti-Castor-Protesten unterwegs, um sich ein Bild von der Situation
für die Beamten zu machen. "Ob in Stuttgart oder heute im
Wendland, meine Kolleginnen und Kollegen kommen wegen politischer
Fehlentscheidungen nicht mehr aus ihren Einsatzanzügen."
[siehe gdp]
Polizeigewalt bei einem eigentlich nicht zu genehmigenden Einsatz,da die
Baumfällungen illegitim waren [siehe youtube].
Wir hatten früher noch Respekt ...
... vor dem Schutzmann. Heute ist der Polizist ein überqualifizierter, sowie unterbezahlter potenzieller Gegner, der von einem lobbyistischen Machtapparat, zur Durchsetzung seiner materiellen Interessen missbraucht wird ...
Gesunde Reaktion auf der Polizeigewerkschaften auf den Jammerkopf Vorwurf
Jeden Kratzer zu Dokumentieren ist meiner Meinung kein Gejammer sondern
eine Selbstverständlichkeit, denn es handelt sich um
Arbeitsunfälle. Auch wenn sie teilweise bagatellen sind kann sich
jeder Kratzer theoretisch Entzünden und schwerwiegende Konsequenzen haben.
.
Ich komme aus der Chemie und dort ist es in vernünftigen Betrieben
normal Arbeitsunfälle zu dokumentieren um eine Ursachenforschung
betreiben zu können und damit den Betrieb in Konsequenz
kontinuierlich sicherer zu machen.
.
Dass wir in Deutschland den Standard an Sicherheit haben auf den sich
alle Verlassen ist genau dieser Systematik der kontinuierlichen
Verbesserung zu verdanken und kein gottgegebenes Geschenk.
.
Zur Ursachenforschung möchte ich noch einmal anmerken, dass Armut
und Persektivlosigkeit meinr Meinung nach die Hauptursache für eine
Zunahme an Kriminalität ist und an diesem Hebel hat die Hartz IV
Gesetzgebung keinen positiven Effekt geleistet. Sicher müssen auch
die Clanstrukturen angegangen werden.
Staatsräson statt Wissenschaft
Die Politik, vor allem in der Legislative, aber auch in der Exekutive
und leider selbst in der Judikative, beansprucht längst die
Deutungshoheit auch über wissenschaftliche Fragen. Es hat eben
eklatante Nachteile, solch wichtige Dinge wie Bildung und Wissenschaft
zu monopolisieren und dann auch noch staatlich zu betreiben. Das kann
auf Dauer nicht gutgehen.
Wo Gewalt herrscht - und Politik ist Gewalt (Franz Oppenheimer) - da
bleiben Recht und Wahrhaftigkeit allzu schnell und leicht auf der
Strecke. Es ist daher ein Gebot der Vernunft, Politik zu
beschränken, besser noch zu ächten. Von daher geht der Artikel
in die richtige Richtung und kritisiert zurecht unlautere Machenschaften
gegen Forschung und Wissenschaft.
Die Autorin verdient außerordentliche Anerkennung, dies auch bei
einem solch kritischen Thema wie der Polizeiarbeit, das der
Staatsräson unterliegt, aufzugreifen und anzugehen.
Das kommt auf den Standpunkt drauf an
Meine letzte Begegnung mit der Polizei als Zeuge war von gegenseitigem
Respekt gekennzeichnet. Es hat mich erstens überrascht wie schnell
und wie Zahlreich die Polizisten gekommen sind als ich mit 4 anderen mir
unbekannten Zeugen einen Zwischenfall gemeldet haben.
.
Für mich war das ein beruhigendes Gefühl ein Lob für
meine sachliche Zeugenaussage zu bekommen.
Gerade die Beamten, die in diesem Lande notwendig sind (Richter, Lehrer
und Polizisten) werden von den Landesregierungen zum teil übelst
behandelt. Es liegt leider in der Tradition dieser Parteien.
Ganz genau, Herr Scheffler, oder "Bremen" und "Miri-Clan"
Die Verhöhnung von Polizeibeamten, die sich ja auch in der
Karikatur zeigt, die mit dem "schlaffen" Kellenstiel
unverhohlen deren "mangelnde Männlichkeit" insinuiert,
muß einen triftigen Grund haben.
Und das ist meiner Meinung nach, daß die Politik UND die Medien
viel zu lange Multikulti das Wort geredet und die Probleme, die dadurch
verursacht wurden, ignoriert haben. Gleichzeitig wurde jeder, der es
wagte, die millionenfache Einwanderung von Menschen aus einem ganz
anderen Kulturkreis zu kritisieren, in die rechte Ecke gestellt.
Wenn nun der Deckel anfängt, auf dem überkochenden Topf zu
tanzen, dann muß natürlich etwas ran, das so schwer wiegt
(und was würde Polizisten härter treffen als die
Unterstellung, "Weicheier" zu sein? Was stopft ihnen schneller
"das Maul"?), daß es wenigstens kurzfristig nochmal
für "Ruhe" sorgt.
Daß die spätere Explosion damit geradezu zwingend wird, ist
egal.
Hauptsache, erstmal die nächsten Wahlen überstehen.
Lesen Sie meinen Kommentar, Herr Tarasenko, da steht es. Allerdings könnte ich
noch präziser werden, indem ich den Ausdruck "Weichei",
der nicht ganz genau trifft, durch "Schlappschwanz" ersetze.
Dieser beleidigende Ausdruck ist eigentlich bei Licht besehen der
einzige, der auf die Form des Kellenstiels im Bild paßt.
Oder können Sie den irgendwie anders interpretieren?
Fänden Sie es fair, so unter der Gürtellinie angegriffen zu
werden, wenn Sie sich z.B. über unerträgliche
Arbeitsbedingungen in Ihrer Firma beschwert hätten?
Das muß doch einen Grund haben, das man sich zu so was, zu so
einer vulgären Polemik hergibt. Ich meine, ihn gefunden zu haben
(wie Sie an meinem Kommentar sehen können).
Macho Rhetorik die so nicht stattfindet
Wo sehen Sie eine Verhöhnung von Polizeibeamten?
Für die härtesten Polizeikritiker unter den Forumsteilnehmern
Suchen Sie mal im Netz nach Duisburg, Roma und Polizei. Da werden Sie geholfen. Ich jedenfalls möchte nicht, dass sich solche Zustände in ganz Deutschland noch weiter ausbreiten.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 11:49 UhrKritik ist Teil der Demokratie
Kritik kann auch zum Nachdenken anregen und ist nicht als Majestätsbeleidigung zu verstehen.
Es ist schon erstaunlich, wie sich der Tenor der Posts mit Schichtende verändert. Ich selbst bin zwar noch nicht zum Opfer von Polizeiwillkür geworden, aber Freunde von mir schon. Die ich als eher pazifistische Menschen kenne. Daß nach einem gewalttätigen Zwischenfall die Polizei erst auftaucht, wenn auch wirklich keine Gefahr mehr besteht, was ja aus den Funkübertragungen der Rettungskräfte plus einem ordentlichen Sicherheitszuschlag als gegeben angesehen werden kann, habe ich dagegen mehrmals erlebt. Tapfer sind nur die Hundertschaften bei genügender Überzahl. In meinem Fall 8:100 + Hunde, War dann selbst für die todesmutigen Freunde und Helfer lächerlich. Eine kleine Alibibeschlagnahme und wieder abrücken. Man beachte: Etwas lautere Musik an einem Grillplatz wegen einer Geburtstagsfeier war der Grund für diese Krisensituation, die den Einsatz einer Hundertschaft notwendig machte. Es war übrigens weder der Badenweiler Marsch noch die Internationale unter den meist englischen Songs.
Wiki hat nicht recht, ich verweise auf Thüringen und Niedersachsen: auch der aktive Polizist erhält nur eine Beihilfe (entspricht dem Arbeitgeberanteil in der SoZialversicherung), die Hälfte seiner Krankheitskosten muß auch der aktive Polizist durch eine eigene private Krankenversicherung abdecken. Klaus Schmidt
Der Arktikel wirft ein paar durchaus interessante und bedenkenswerte Punkte auf, aber dennoch, mit Verlaub, er ist einfach nicht sachlich geschrieben und tut der Sache damit einen Baerendienst. Ich hatte ihn zuerst den brownie-Punkt gegeben, aber nach Lesen einiger Leserzuschriften doch bedenken bekommen. Die Lobby der Polizei schiesst sicherlich des oefteren ueber das Ziel hinsaus, aber ich habe lange in Berlin-Neukoelln gewohnt und kann durchaus bestaetigen, dass allg. Respekt dort (wie sicherlich in vielen Brennpunkten, und nicht nur da), aber fuer die Polizei Mangelware ist. Wer die FAZ liest hat idR hoehere Erwartungen, und ein Versuch, auch die andere Seite zu verstehen, haette dem Artikel gut getan. Manche der dort genannten Zahlen sind fuer ein 80-Millionen Volk wenig plausibel. Und auch wenn die Schutzkleidung heutzutage viel besser ist, will man doch dennoch mit Molotovcoktails, Steinen etc. beworfen werden. PS: ich bin kein Polizist.
Kommentar zu den Lesermeinungen
Gemessen an der Kritik scheinen erstaunlich viele Polizisten die FAZ zu
lesen. :) Umso erfrischender finde ich den Artikel, der die FAZ mal
wieder zu einem der differenziertesten Blätter der Republik macht.
Was denken Sie denn, was Polizisten lesen?
Ich denke das ist schon das allgemeine Grundproblem, welches unsere Bevölkerung mit Berufen, wie den Polizei- oder Soldatenberuf haben. Diese Leute werden für dumm verkauft, dabei haben diese meist studiert, wie auch unsere hoch anerkannten Ingenieure und Ärzte (gibt es natürlich auch bei der Bundeswehr). Das soll natürlich nicht heißen, dass die mittlere Ebene weniger gebildet ist.
Der hinkt
Ich gebe Ihnen recht, dass der Artikel insofern provoziert, als dass er
leicht im Stil einer Glosse daher kommt. Dies aber nicht, ohne
augenzwinkernd zu bemerken, dass das, was die sog. Polizeigewerkschaften
jeden zweiten Tag pressemitteilen, einen solchen Ausgleich auch mal
verdient hat.
Mein erster, selbst gemachter Grundsatz ist: "Du sollst nicht alles
lesen, was Du glaubst". Das gilt für mich vor allem bei nicht
so konformen Artikeln wie dem o.g.
Was aber die Journalisten angeht, haben Sie mmn. ein falsches Bild. Ich
möchte jetzt nicht gleich die mittedreißiger
Kriegsberichterstatter aus dem Hut ziehen, die ihr Leben für
spektakuläre Fotos oft genug lassen. Tu es aber doch :) Nur selbst
lokale Berichterstattung wird allzu oft unterbezahlt, vor allem die
Freelancer müssen sich einiges gefallen lassen. Es gibt weder
Gefahrenzulagen, noch eine Arbeitszeit nach Stechuhr und was die
Krankenversicherung angeht, muss auch jeder sehen wo er bleibt. Daher
finde ich den Vergleich falsch
Falsch
Ich bin kein Polizist, weder mit einer/einem liiert oder verwandt.
Trotzdem ist der Artikel eine Frechheit. Nicht wegen der Kritik an den
Polizei"gewerkschaften", die kann, muss und soll geübt
werden. Nicht akzeptabel für eine Zeitung mit dem Anspruch der FAZ
auf Qualitätsjournalismus ist jedoch die Form.
Es ist unerträglich, wenn eine Frau Haupt Polizeizulagen für
Gefahrenarbeit kritisiert, wo diese doch wahrlich gering sind, vor allem
im Vergleich zu den Vergünstigungen, die sich Journalisten qua
Berufsfunktion servieren lassen, nein, einfordern. Ebenso, wenn sie der
Zeitschrift aus NRW vorwirft, Einflussnahme auf eine Umfrage durch den
Begleitartikel zu nehmen, gleichzeitig aber selbst reihenweise in
(ab)wertender Sprache die Argumente der Polizisten nicht
sachlich-inhaltlich widerlegt, sondern diffamiert. Wenn Sie so etwas
erfrischend finden, sollten Sie womöglich eher zur Bild-Zeitung als
Leser wechseln.
Wer einfach mal zu einem Einsatz dazu läuft und sich beizeiten das
freche Gesocks anhört, welches die Beamten anpöbelt, sofern
man die Sprache versteht, der weiß, daß manche davon
überzeugt sind, sich viel herausnehmen zu können.
Es gibt bei der Polizei auch schwarze Schafe, diese sollten schnell und
zügig ausgesondert werden, aber 99% macht da einen guten Job,
verdienen es, daß man ordentlich mit ihnen umgeht.
"Die Beamten seien Heulbojen, die "Bullen" sollen sich
nicht so anstellen." Existent sind geistig Überaktive, welche
diese Meinung tragen, aber die bekommt man auch noch stubenrein. Am
Genick packen, aus den bürgerlichen Vierteln ziehen und mal 2
Wochen in einem Problemviertel für Ordnung sorgen lassen. Da wird
man dann beleidigt, bedroht und bekommt ein paar auf den nicht mehr so
recht funktionierenden Denkapparat, ab dann hat sich das Geschwafel auch erledigt.
Traue keiner Statistik...
> "(...) aber 99% macht da einen guten Job (...)"
Sagt wer basierend auf welchen Erhebungen?
Zwar provokant doch durch Studien belegt
"Liefern die Wissenschaftler die gewünschten Ergebnisse,
zitieren die Gewerkschaftler sie gern. Wenn nicht, schmähen sie sie
als Bücherwürmer."
Dieses Phänomen lässt sich auch in hiesigen Kommentarspalten
finden. Eine "Frechheit" sei der Artikel und er wäre
unsachlich. Unsachlich sind derlei Unterstellungen. So las man doch erst
vor Kurzem in der SZ über den nicht gerade zimperlichen Umgang
bayrischer Polizisten mit oftmals harmlosen Bürgern. Die Opfer
werden mit Knochenbrüchen und offenen Wunden auf die Straße
gesetzt und die vermeintlich angegriffenen Beamten dokumentieren ihre
Hautkratzer auf das penibelste genau. Fakt ist: Die Polizei verfügt
über eine der besten Lobbys hier im Land auch wenn es einige
Beamten vielleicht anders wahrnehmen wollen. Ich lese kaum Artikel
über jammernde Straßenkehrer, die Tag für Tag ihre
Gesundheit für die öffentliche Sauberkeit einsetzen. Von daher
schliesße ich mit dem Zitat:"Wer dauernd alle Welt auf seine
Opferrolle hinweist,macht sich zum Opfer"