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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Gesundheitssystem „Auf Solidarität verzichten“

 ·  Der Chef der Berliner Charité, Karl Max Einhäupl, hält das Gesundheitssystem auf Dauer nicht mehr für finanzierbar. Ein F.A.Z.-Gespräch über Solidarität und ihre Grenzen, schwere ethische Entscheidungen und Missbrauchsfälle im Krankenhaus.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (26)
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Helga Zießler

Der Berliner Arzt hat recht

Wir müssen uns schnellstens von diesem allumfassenden Versorgungsstaat verabschieden. Warum nicht auch für Krankheit so etwas wie Teil- oder Vollkasko beim Auto? Eine obligatorische Grundversicherung gegen schlimme Krankheiten (Krebs u.ä.), alles andere als Zusatzversicherung. Und wer besonders risikoreich lebt, z.B. Raucher (bin ich selbst), oder gefährlichen Extremsport (Skifahren) betreibt, muss sich eben auch extra dafür versichern. Es ist nicht einzusehen, dass solche beeinflussbaren Risiken von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Für Kinder könnte es Extra-Regelungen geben.
Ich höre aber schon das Geschrei gegen solche Vorschläge. Doch wenn erstmal nicht mehr genug arbeitende Menschen da sind, die das alles finanzieren könnten, was der Staat an Wohltaten verteilt, dann wird es so kommen MÜSSEN!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.01.2013 10:07 Uhr
Dirk  Lehmann

Frau Ziessler, wir HABEN die Versicherung ja, jeder zahlt ja schliesslich... aber:

es ist bspw überhaupt nicht einzusehen, weswegen bei KINDERLOSEN VERHEIRATETEN der Partner über den arbeitenden Partner kostenlos sozialversichert ist, bis hin zur Rente!

Diese regelung stammt aus dem 19. JAhrhundert, wo sie gerecht war und aus Ehen zwangsläufig Kinder entstanden.
WARUM soll jedoch in unserem zeitalter der perfekten Verhütung ein Familienvater und ein Lediger für das sexuelle und sonstige private Vergnügen seines Nachbarn mit seinem Partner mit seinen Sozialbeiträgen zahlen???

Und gleichzeitig ein Elternpaar, welches Kinder großzieht, ohne verheiratet zu sein, auf diese Förderung verzichten müssen??

Wer sich entscheidet, weder Kinder großzuziehen noch zu arbeiten, sollte halt von seinem Ehepartner die soziale Absicherung bezahlt bekommen und nicht von der Gemeinschaft!

Die Korrektur dieser absurden Subvention privaten Vergnügens würde jedes Jahr eine zweistellige Höhe an zweckentfremdeten Milliarden für die Gesundheitsversorgung freisetzen.

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Gerhard Katz

War es nicht schon immer so,

dass "Medizin" nach der finanziellen Leistungsfähigkeit des Patienten erfolgte?

Ich erinnere mich sehr genau an das Sterben, nein Verrecken meines Großvaters anfangs der 50er, der als kleiner Landwirt und Kassenpatient mit Mundkrebs im Endstadium auf der Straße VOR dem Klinikum zu hören war.

Morphium oder ähnliche Medikamente gab es für ihn nicht.
Das wäre heutzutage sicher unvorstellbar, aber haben sich nicht lediglich die Standards nach "oben" verschoben?
Und werden sie nicht deshalb auch für die "Masse" unbezahlbar?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.01.2013 19:30 Uhr
Helga Zießler

Wen meinen Sie denn, Frau von Czekus,

... in diesem Zusammenhang mit den Schweinen??

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Dirk  Lehmann

Noch ein Wort zur fatalen Rolle der Politik...

bereits Seehofer hat seinerzeit mit sehr kreativem Umgang mit der Wahrheit den Begriff der "Kostenexplosion" geschaffen. In WAhrheit gab es damals keine Kostenexplosion, sondern die ersten dramatischen EINNAHMEIMPLOSION, weil unter Kohl die Arbeitslosigkeit sich extrem erhöhte und logischerweise die Beiträge der Arbeitslosen in der Kasse fehlten.
DAs ist aber ein schönes Beispiel für die verlogenheit.

Die Ärzteverbände haben bereits vor 15 JAhren massiv ein Werbeverbot für Tabak gefordert und darüber hinaus Aufklärungskampagnen.

Ausgerechnet die ROTGRÜNE Regierung (Sic!!) hat das weiterhin verhindert, die Umsetzung eines EU-weiten Tabakwerbeverbotes als EINZIGE Regierung verweigert !!!

Die Begründung unter der Hand: Die dt. Werbeindustrie solle vor Umsatzeinbrüchen geschützt werden. Offiziell wurden formalrechtliche "Bedenken" und jahrelange Prüfungen vorgegeben.

DAS muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.. ich könnte noch Dutzende solcher Skandale hier erwähnen...

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Franz-Josef Wilde

Wo er Recht hat hat er Recht!

Den Verkündern schlechter Nachrichten hat man immer schon den Hals abgeschnitten. Nur dadurch wird die Wahrheit nicht zur Unwahrheit. Fest steht, und das ist wissenschaftlich nachweisbar, dass bei sinkender Bevölkerung und steigendem Niveau der Leistungen bei Krankheit, die jetzigen Ressourcen nicht ausreichen. Da kann man irgendwelche Wasserköpfe abschneiden, KVen und KZVen beseitigen (die übrigens im SGBV gesetzkich gefordert sind wie vieles andere auch) oder was auch immer tun, entweder man muss die Beiträge weiterhin anheben oder das Niveau der Versorgung senken oder bbeides. Privat Versicherte oder solche die die Kosten aus der Portokasse zahlen können, kann man ja gesetzlich verbieten (die fliegen dann in die USA oder wohin auch immer). Dadurch rettet man das System aber ebensowenig, wie mit einer noch größeren Umverteilung. Es reichen die Mittel nicht. Die Zahnmedizin ist ein gutes Beispiel, wie Notwendigs, Ausreichendes solidarisch finanziert wird und der Rest Privatsache ist.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.12.2012 14:44 Uhr
Dirk  Lehmann

@ wilde

ok, jetzt verstehe ich Sie besser.

Die ZAhnmedizin hat jedoch andere Dimensionen, was die Konsequenzen restriktiverer Handhabung der finanziellen Kassenressourcen anbelangt, als das in der übrigen Medizin der Fall ist. DA geht es nicht um Leben und Tod oder Berufsfähigkeit oder nicht etc.

seitens der Politik nimmt man der PKV ständig mehr neue und junge Patienten weg, indem man die Einstiegshürden immer heftiger hochsetzt.
Daher trocknet man die PKV nicht nur aus, sondern führt die jahrzehntelang einzahlenden Mitglieder GEZIELT aus ideologischen Gründen in den Ruin und nimmt billigend und busst in Kauf, daß sie im Alter wegen explodierender Beiträge praktisch ohne Versorgung dastehen.

FAIR wäre es, eine solide Grundversorgung wie bei der GKV für ALLE einzuführen, darüber hinaus jedoch Private zusatzversicherungen. Damit könnte man die Punktewerte gerecht umverteilen, gleiche Gesamtkosten, höherer Einzelwert, plus persönliche PrivatOptionen per Zusatzversicherung.

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Dirk  Lehmann

@ Wilde

ok, das war etwas mißverständlich formuliert, jetzt verstehe ich Sie besser.

Die ZAhnmedizin hat jedoch andere Dimensionen, was die Konsequenzen restriktiverer Handhabung der finanziellen Kassenressourcen anbelangt, als das in der übrigen Medizin der Fall ist. DA geht es nicht um Leben und Tod oder Berufsfähigkeit oder nicht etc.

seitens der Politik nimmt man der PKV ständig mehr neue und junge Patienten weg, indem man die Einstiegshürden immer heftiger hochsetzt.
Daher trocknet man die PKV nicht nur aus, sondern führt die jahrzehntelang einzahlenden Mitglieder GEZIELT aus ideologischen Gründen in den Ruin und nimmt billigend und busst in Kauf, daß sie im Alter wegen explodierender Beiträge praktisch ohne Versorgung dastehen.

FAIR wäre es, eine solide Grundversorgung wie bei der GKV für ALLE einzuführen, darüber hinaus jedoch Private zusatzversicherungen. Damit könnte man die Punktewerte gerecht umverteilen, gleiche Gesamtkosten, höherer Einzelwert, plus persönliche PrivatOptionen.

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Franz-Josef Wilde

@ Lehmann

Vielleicht hab ich mich da nicht gut genug ausgedrückt. Mein Augenmerk liegt darauf, dass das GKV-System auf Dauer nicht auf diesem Niveau gehalten werden kann. Entweder man kappt Leistungen (Beske hat da gute Vorschläge gemacht) oder man erhöht die Beiträge. Mein Focus liegt nicht auf privat Versicherte oder Einnahmen aus diesem Bereich. Sie wissen wie Teile der Politik meinen, durch Unterbinden dieses Bereiches die GKV sichern zu können. Ein Irrtum. Da haben Sie sicher Recht, dass Einnahmen aus dem Privatsektor die Kassenpraxis subventionieren. Und wir beide freuen uns dann schon mal auf die sogenannte Bürgerversicherung, die kommt, wenn Sie 2013 das Kreuzchen an der falschen Stelle machen. Die wird nämlich den Bereich der PKV plafondieren, dass Ihnen als Arzt die Tränen kommen werden. Aber darum geht es in dem Interview nicht. Hier geht es um solidarisch finanzierte Medizin und da stimme ich dem Charite Chef völlig zu. Übrigens bin ich Zahnarzt mit langer Berufspolitikerfahrung.

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Dirk  Lehmann

Sie verstehen da wohl einiges falsch..

Ich vermute, Sie haben keinen tieferen Einblick ins Gesundheitssystem...

Fragen Sie mal einen Verwaltungsdirektor eines Krankenhauses oder einen niedergelassenen Arzt, ob er ohne die Privatpatienten wirtschfatlich überleben könne!

Ich kann Ihnen die Antwort sagen: "NEIN!"

Die Erträge aus den leistungen für KAssenpatienten sind derart niedrig, daß die Privatpatienten mittlerweile nicht zu Gewinnen dienen, sondern die Defizite im bereich der gestzlichen Krankenkassen kompensieren. Das Private System ist zwar ein Anachronismus, ein System mit EINER GKV für alle und privater Zusatzversicherung a la carte wäre besser - aber die leistungen der PKV querfinanziert mittlerweile die GKV - jedes Jahr mit Abermilliarden.

Und bis auf Unikliniken und wenige Spezialkliniken ist es so, daß die Krankenhäuser den Löwenanteil der Privateinnahmen der Chefärzte selber einstreicht, bis zu 90% !

Sonst wären die am Jahresende Pleite.

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Klaus Michael Strauss

Zu den vier letzten Fragen

-"Im Krankenhaus.."
Grenzsituationen erfordern gewissenhafte Abwägung der Ressourcen institutionell und seitens des Patienten. "Hospice Care" als Hochleistungform traditioneller Heilkunde muß integriert werden.
Patientenverfügungen sind ein Hilferuf in dieser Hinsicht.
"Zwei Dinge sind einfach, nichts tun oder alles versuchen."
Geschäftsmodell "Alles versuchen" oder optimierte Heilkunde, Kostenexplosion oder Erfolg.

-"Welche Lösung.."
Medizin ist nicht Geschäft sondern Kulturleistung. Memento Jörg-Dietrich Hoppe.

-"Ist es nicht Zeit.."
Eigenverantwortliche und wirksam geförderte Prävention fehlen. Ansonsten als schicksalhaft unvorhersehbar regelhaft ein klassischer Fall für Versicherung.
Vertrauen in Sinn und Qualität gründet auf Mitmenschlichkeit. Vom Bundespräsidenten Solidarität, Nächstenliebe und Liebe genannt.

-"Es geht also nicht um Solidarität.."
Ungeheuerlich falsch. Arzt wie Pfleger sind persönlich haftende Mittler der Individualmedizin, nicht Exekutoren von "sonstwas".

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Andreas Buntrock

WER hat denn dieses "Leuchtfeuer"

entseelter Gerätemedizin zum Chef der Berliner Charité gemacht?

Dagegen wäre ja selbst Dr. Frankenstein ein durchaus akzeptables Beispiel humanitären Denkens UND Handelns!

MfG
A.Buntrock

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Anna Menz
Anna Menz (Anna_Menz) - 31.12.2012 09:36 Uhr

Hab' ich das jetzt richtig verstanden?

Wer genug Geld hat, wird mit teuren, unerprobten, innovativen Therapien behandelt und weil sie so neu und unerprobt sind, viel Geld für die Behandlung kosten, ohne das die Ärzte wissen, ob's wirkt und die anderen bekommen nur die bekannte und wirksame Therapie, die die GKV genehmigt hat?
Also da treiben sie die Versicherten der PKV aber auch in den Ruin, oder wer, glauben Sie, bezahlt die Beiträge?
Übrigens, damit hier kein falsches Bild aufkommt - es sind nicht die Ärzte, die darüber befinden, ob eine Behandlung abgebrochen wird, es sind die Angehörigen der Patienten, die ohne ärztliche Kenntnisse, darüber entscheiden müssen, ob es Zeit wird ihren Elter/Partner/Kind sterben zu lassen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.12.2012 12:17 Uhr
Dirk  Lehmann

Ergänzung

Im Zweifelsfall wird eine gerichtliche Entscheidung ("Vormundschaft" ) nötig sein, streng formalrechtlich betrachtet sogar in den meisten Fällen ohne Patientenverfügung.
Würde man das auf Intensivstationen streng so handhaben, hätte jede Station eine eigene Rechtsabteilung und die Rechtssprechung würde in Deutschland wegen Überlastung zusammenbrechen.
Also bewegen sich die Ärzte ständig auf rechtlich dünnem Eis.
Jeder Intensivmediziner kennt Fälle, wo Patienten nach schwerstem Verlauf (wo man sich immer wieder kritisch fragte, ob eine Weiterführung der maximalen Therapie wirklich noch Sinn macht) gegen jede langjährige klinische Erfahrung und gegen jede "Statistik" so gesund wurde, daß er ein normales oder zumindest lebenswertes Leben weiterführen konnte.
Solche Erlebnisse machen jeden Intensivmediziner demütig, bei Einhäupl ist das fraglich..

Patientenverfügungen werden fast NIE auf Basis echter Information, sondern in tiefer UNKENNTNIS und meist unberechtigten Ängsten gemacht...

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Dirk  Lehmann

Sie liegen falsch, die Entscheidung über eine Einschränkung der Therapie bzw deren Einstellung..

liegt EINZIG und ALLEIN beim Arzt.

Die Familie wird bei Nichtvorliegen einer verbindlichen und gültigen Patientenverfügung und bei fehlender Fähigkeit des Patienten, selber eine Entscheidung zu treffen, LEDIGLICH hinzugezogen, um sich ein Bild über die VERMUTLICHE Entscheidung des PAtienten zu machen, wäre er zu einer eigenen Entscheidung fähig.
Die Familie mag das so empfinden, dass sie selber eine Entscheidung trifft, oft wird die Meinung auch mit der ärztlichen Ansicht in etwa übereinstimmen, aber rein rechtlich hat sie nur einen Hinweischarakter.
Sie glauben ja gar nicht, was sich in solchen Gesprächen bisweilen (selten, aber immerhin) für Abgründe auftun... da spekulieren sichtlich bereits die Erben offensichtlich wohlhabender Patienten auf raschen Vermögenszuwachs, der verkrachte Ehepartner sieht seine Chance, oder die Aussicht auf evtl. zukünftige Pflegebdürftigkeit der Eltern wird als lästig empfunden... ausserdem ist die Prognosesicherheit nie 100%ig sicher...

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gert kock
gert kock (gertKo) - 31.12.2012 09:19 Uhr

Den Bürgern, die immer ihre Beiträge in die Pflicht Krankenversicherung eingezaht haben kann

man ja auf diese "Scheinheilige Tour" versuchen klar zu machen, was passiert wenn sie denn selbst einmal Versicherungleistungen in Anspruch nehmen wollen für die sie ja auch selbst immer viel eingezahlt haben. Wenn man es etwas geschickt verpackt stimmt der einfältige Michel sogar selbst noch zu, dass es zuviel "Solidarität" gibt, die deshalb bei ihm selbst gestutzt wird. Schön, wenn immer wieder deutlich wird, dass man den zahlenden Bürger nur als Nutzvieh betrachtet.

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Jens Hunger
Jens Hunger (hero02) - 31.12.2012 07:19 Uhr

ungetrübt

Karl Max Einhäupls Sicht ist ungetrübt von jeglicher Kompetenz. Er lebt in der Käseglocke eines Mäusezirkus mit großem Namen. Warum er sich zur Gesundheitspolitik äußern muss wenn er seinen eigenen Laden nicht im Griff hat ist mir schleierhaft.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.12.2012 11:05 Uhr
Dirk  Lehmann

Vermutlich sieht er auch fast nur noch Privatpatienten...

... und der gegen jede Ethik frech von ihm geforderte Abbau des weltweit vorbildlichen (wenngleich keineswegs fehlerfreien) solidarischen Gesundheitssystems führt zwangsläufig zu mehr privat Zusatz- oder vollversicherten Patienten.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt....

Vermutlich wird er aber mal wieder anschliessend sagen, es wäre halt nur ein weiteres Kommunikationsproblem.... alle organisatorischen und qualitätsmäßigen Probleme scheinen für ihn ja nur Probleme der Kommunikation zu sein, auch wenn es sich um Säuglinge handelt die an Sepsis sterben....

Ich kenne diese Art von Lehrstuhlinhabern... einer, der seine Klinik nicht im geringsten im Griff hatte, wurde mal auf dem Jahreskongress seines Fachgebietes allen Ernstes der Vorsitz für den Themenbereich "Qualitätssicherung" gegeben... der hat sich auch nicht geschämt, das anzunehmen und als Blinder unter Sehenden die Diskussionen zu leiten....

Kaum Kompetenz, aber viel show... siehe Steinbrück...

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Klaus Letis

Der Sozialstaat bleibt unverhandelbar

Wenn das nicht klappt, kann man den Landen Deutschland dichtmachen.
Das werden sich die Menschen hier nicht gefallen lassen.

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Thomas Weber

Natürlich wird das Gesundheitssystem kollabieren!

Das Geld wird nämlich bald nicht mehr reichen, da die Masse an Einzahlern in so 20 Jahren in Rente gehen wird und bis dahin werden es immer weniger die einzahlen. Betrachtet man weiter das das Geld bis jetzt geradeso ausreicht und die Überschüsse nur absolut aber nicht relativ beruhigen gilt folgendes:

Wenn man zu viel Kosten und zu wenige Einnahmen hat, dann hat man bald nur noch den Insolvenzverwalter als Arbeitskraft. ^^

Woran liegt es? Ganz einfach! - Wir habne zu lange zu sozial agiert und dem Mittelstand zu sehr geschröpft. Die Folge ist das durch Abgaben (u.a. Sozialabgaben u. Steuern), Bürokratie und immer weniger Rechtssicherheit (siehe z.B. RWE und E.on) immer weniger bock haben sich das anzutun. Es werden also immer weniger die einzahlen.

Wer bleibt? Die richtig Reichen, also ab so 100 Millionen Euro aufwärts. Diese kann man nicht schröpfen, da dazu kein Staat ernsthaft fähig ist, wenn sich die wirklich Reichen dagegen wehren.

Die Linken haben sich somit selbst besiegt.

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Svenja Sirisee
Svenja Sirisee (Sirisee) - 31.12.2012 00:54 Uhr

Noch bösartiger: Griechenland in Berlin oder: DDR 2.0

... man leistet sich mehr, als man sich leisten kann und weiss das auch, hat keine Lösung, ist strukturell reformunwillig. Die Lösung sollen Dritte liefern - hier eine Kommission mit Leitlinien, dort eine "Troika". Das ganze Gebäude ist ein Selbstbedienungsladen, in dem alle möglichst viel für sich abzocken wollen und das Ganze überkleistert mit "Solidarität".

Der Unterschied: Der Chef der Charité ist zusätzlich noch Professor, das ist Herr Samaras nicht (aber wird es vielleicht noch.

Ansonsten nehmen sich beide nicht viel.

Man stellte sich so eine Haltung von einem beliebigen Geschäftsführer einer beliebigen GmbH vor. Den würde man schnellstens feuern und müsste man, um den Schaden für die GmbH nicht größer zu machen.

Aber anders im Subventions- und Grundeinkommensparadies Berlin. Da klappt nichts, aber alle sind Professoren, habe große Wohnungen, sind spätestens nach der 2. Latte kritisch und alles kreist um Solidarität. Das ist DDR 2.0. Unreformierbar.

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George Rauscher

Tja

Ohne Gesundheit ist man in dieser Gesellschaft nicht wettbewerbsfähig. Aber ohne Solidarität ist die ganze Gesellschaft nichts als ein Haifischbecken. Wer kann das wollen?

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Klaus Michael Strauss

Fundamentales Mißverständnis

1.) Höherer Aufwand und neue Verfahren an sich müssen keinen Fortschritt bedeuten.

2.) Grenznutzen ist primär eine humanitäre und ethische Frage.

3.) Wesentlich sind Optimierung und Verhältnismäßigkeit in der Ausgestaltung jeder klinischen Leistung. Für aufwendige Interventionen gilt: entweder bestmöglich oder gar nicht.

4.) Der Nutzen und Belastung für die Kranken sind Entscheidungskriterien, nicht Verfügbarkeit und Ertragsziele.

5.) Früher war Gewinn vom individuellen oder institutionellen Ruf abhängig, neu verdient bei jedem Patienten. Weil eigentliche Komplikationen im DRG-System oft als neue Erkrankung gelten, bringt für den Kranken unvorteilhaftes Arbeiten auch Gewinn.

6.) Institutionelle Organisation zugunsten reduzierter Arbeitszeit und Vergütung bringt das Gegenteil der für gefährliche Arbeitsumgebungen erforderlichen Kultur und Kompetenz.

7.) Dokumentation simultan zu eigentlicher medizinischer Arbeit -ärztlich wie pflegerisch knapp besetzt- behindert Qualität.

Gut?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.12.2012 10:50 Uhr
Dirk  Lehmann

guter Beitrag!

Sie zeigen gut die fehlentwicklung auf.

MAn sollte noch ergänzen, daß in Deutschland jedes JAhr sagenhafte 45 Mrd Euro NUR FÜR DIE VERWALTUNG DER KRANKENKASSEN zum Fenster herausgeschmissen werden.
Wir haben noch über 100 gesetzliche Krankenkassen die per Sozialgesetzbuch dazu verpflichtet sind, alle exakt (bzw mehr oder weniger) die gleichen Leistungen anzubieten, es können sicherlich bei ZUsammenlegung aller Kassen mindestens 15-20 Mrd pro Jahr (!) eingespart werden. OHNE jede Leistungseinschränkung, im Gegenteil dieses Geld steht dann endlich für med. Leistungen zur Verfügung.

Hier wird aber ein neuer Versuch gestartet, den Menschen nach der Rente nun auch noch eine der weltweit besten Gesundheitsversorgungen zu nehmen.

Und schliesslich noch das: Die Personalquote im Krankenhaus und auch in vielen Praxen beträgt 55-60% . Im Klartext:
Dort arbeiten finden weit über eine Million Menschen SINNVOLLE und gesellschaftlich Segensreiche ARBEIT !!!

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Alexander Berndt

Solidarität im Faktencheck

In einer Art Faktencheck könnte man doch mal klären, wie es sich auswirken würde, die hunderten Kassen in diesem Land zu ein paar zusammenzulegen und damit zig Vorstände und Verwaltungen nicht mehr bezahlen zu müssen. Wie würde es sich auswirken, wenn es die Beitragsbemessungsgrenze und den dadurch erfolgten Ausstieg aus dem Solidarsystem nicht mehr gäbe und wie würde es sich in der Folge auswirken, aus privaten Vollversicherungen lediglich Zusatzversicherungen zu machen?

Ein System, aus dem immer mehr aussteigen können, die anderen (im System verbleibenden) immer weniger Lohn (daran sind ja die Einnahmen der gesetzlichen Kassen gekoppelt) bei steigender Produktivität und Vermögen im Land erhalten... Klar, das ist nicht finanzierbar, aber vor Aufkündigung der Solidarität sollte man doch darüber nachdenken, die Basis dieser Solidarität wieder angemessen zu erweitern.

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Dirk  Lehmann

unfassbar, daß so etwas aus dem Mund eines Arztes kommt...

aber er lässt ja die Entscheidungen lieber von einer externen Kommission fällen, wem das Recht auf Weiterleben gnädig gewährt wird und wen man abkratzen lässt...

In Zukunft lassen wir also regelmäßig ein paar Zehntausend wehrlose Menschen bewusst sterben, damit die Steuerflüchtlinge aus Griechenland nicht um ihr Schwarzgeld in der Schweiz bangen müssen und noch ein paar Billionen in andere Länder transferiert werden können, wo man wie in Frankreich mit 55 in Rente geht oder wie in Spanien ganze Landstriche von korrupten Politikern mit absurden "Projekten" zubetoniert werden.

Ach so - und, wirklich sehr wichtig: Damit unsere Politiker in hochdotierte Versorgungsposten kommen (Stadtwerke, Krankenkassendirektoren, "gemeinnützige" Parteistiftungen, Ministerialposten, öffentlich-rechtliche Gremien, ... )

DA stirbt Oma doch sicherlich total gerne... Euthanasie hatten wir ja schon mal in Deutschland.... ob nun aktiv oder jetzt passiv....

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29.12.2012, 19:20 Uhr

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