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Gesundheitspolitik Patienten auf dem Land sollen besser versorgt werden

Um die Patientenversorgung auch auf dem Land langfristig sicherzustellen, sollen sich in den kommenden Jahren bis zu 5900 Allgemein- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten zusätzlich niederlassen können.

© dpa Vergrößern Gut gut 1000 zusätzliche Hausarztsitze sollen entstehen - vor allem auf dem Land

Um die Patientenversorgung auch auf dem Land langfristig sicherzustellen, sollen sich in den kommenden Jahren bis zu 5900 Allgemein- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten zusätzlich niederlassen können. Die Voraussetzungen dafür hat die Selbstverwaltung der Ärzte, Kassen und Krankenhäuser, der Gemeinsame Bundesausschuss, am Donnerstag in Berlin festgelegt.

Das Gremium beschloss dafür eine vom Gesetzgeber vorgegebene Änderung am Zulassungsverfahren. Die Planungsbezirke sollen künftig nicht mehr den Landkreisgrenzen entsprechen, sondern kleiner gefasst werde. So soll verhindert werden, dass sich die Ärzte beispielsweise in der Kreisstadt, aber nicht im Umland ansiedeln und damit unterversorgte Gebiet entstehen, obwohl rechnerisch genügend Ärzte vorhanden wären.

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Bundesweit führe die neue, kleinteiligere Planung dazu, dass annähernd 3000 freie Hausarztsitze ausgewiesen würden, sagte der Vorsitzende des Bundesausschusses, Josef Hecken. Davon müssten heute nicht besetzte Sitze abgezogen werden. Netto dürften damit gut 1000 zusätzliche Hausarztsitze entstehen. Die Kosten dafür werden auf mehr als 200 Millionen Euro beziffert. Derzeit gibt es nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gut 60.000 Allgemeinmediziner mit Kassenarztzulassung.

Auch die Planung für Fachärzte wird angepasst. Hier werden 1500 neue Zulassungsmöglichkeiten ausgewiesen. Aktuell sind 77.000 Fachärzte ambulant tätig. Die Zahl der niedergelassenen Psychotherapeuten soll um 1350 steigen. Das hält deren Berufsvereinigung für unzureichend, um einen wachsenden Bedarf zu decken.

Hecken sagte, die größer werdenden Besetzungsprobleme könnten mit der neuen Planung zielgerichtet angegangen werden, Versorgungslücken schneller erkannt und geschlossen werden. Für die KBV sagte Vorstand Regina Feldmann, die wohnortnahe Versorgung der Patienten werde verbessert. Die Krankenkassen wiesen darauf hin, dass eine besser Planung allein keine besser Versorgung bedeute. Junge Mediziner müssten überzeugt werden, sich für den Hausarztberuf zu entscheiden, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Spitzenverbands der Kassen, Johann Magnus von Stackelberg.

Quelle: F.A.Z.

 
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