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Gespräch mit der F.A.S. : Merkel grenzt Union nach rechts ab

  • Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel während des Gesprächs mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung im Kanzleramt in Berlin Bild: Julia Zimmermann

Rechts von der Union dürfe keine demokratisch legitimierte Kraft entstehen, hat Franz Josef Strauß gesagt. Im Gespräch mit der F.A.S. schränkt Kanzlerin Merkel den Satz ein: Wenn er bedeute, dass dafür Prinzipien der Union aufgegeben werden müssten, gelte er für sie nicht.

          Die Bundeskanzlerin und CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel hat die Union klar nach rechts abgegrenzt. In einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung  legte die Kanzlerin dazu den Satz von Franz Josef Strauß aus, dass rechts von der Union keine demokratisch legitimierte Kraft entstehen dürfe.

          „Der Satz ist einerseits richtig“, sagte Merkel, „weil wir uns als Union stets so verstehen müssen, dass wir zur Mitte hin integrieren, auch indem wir zum Beispiel als Partei der Sicherheit Lösungen für die innere und äußere Sicherheit anbieten, Ordnung und Steuerung in als ungeordnet empfundene Zustände bringen. Damit geben wir konkrete Antworten auf reale Sorgen und Anliegen der Menschen.“

          Dann schränkte sie ein: „Wenn der Satz von Strauß aber andererseits auch so verstanden werden kann, dass im Ergebnis Prinzipien relativiert oder gar aufgegeben werden müssten, damit Menschen sich nicht von der Union abwenden, Prinzipien, die für unser Land wie auch die Union konstitutiv sind, die den Kern unserer Überzeugungen ausmachen, dann gilt dieser Satz für mich nicht.“

          Die Kanzlerin antwortete damit auf Kritik des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer. Seehofer hatte Merkels Flüchtlingspolitik zuletzt für das Erstarken der AfD in den letzten Monaten verantwortlich gemacht. Im Zuge der Flüchtlingskrise hatte sich Seehofer mehrmals selbst auf den Satz von Strauß berufen, um sich damit gegen den Kurs der Kanzlerin abzugrenzen.

          Merkel: Irritiert über Freude am Scheitern

          Merkel zeigte gegenüber der F.A.S. Verständnis gegenüber Kritik an den türkischen Verhältnissen. Sie wies aber eine Form dieser Kritik zurück, die immer wieder das Scheitern des mit dem Land geschlossenen Flüchtlingsabkommens vorhersage. „Was mich irritiert, ist, dass ich manchmal fast so etwas wie eine Freude am Scheitern beobachte“, sagte sie, ohne Namen zu nennen. Ihr Politikverständnis sei anders: „Ich will etwas zum Gelingen beitragen. Das ist oft genug sehr mühsam und dauert lange. Wenn Schwierigkeiten auftauchen, versuche ich sie zu überwinden oder andere Wege zu finden, damit wir es schaffen, eine Herausforderung zu meistern.“

          Das vollständige Gespräch mit der Bundeskanzlerin lesen Sie am Sonntag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Quelle: F.A.S.

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