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Haftbefehl gegen Frau : Generalbundesanwalt lässt IS-Heimkehrerin festnehmen

  • Aktualisiert am

Erst zweieinhalb Jahre nach der Heimkehr der jungen Frau konnte die Bundesanwaltschaft einen Haftbefehl gegen sie erwirken. Bild: dpa

Bereits 2016 ist sie von der Türkei nach Deutschland abgeschoben worden. Doch erst jetzt konnte ein Haftbefehl gegen die 27 Jahre alte Frau aus Niedersachsen erwirkt werden.

          Ermittlern ist es erstmals gelungen, gegen eine deutsche Anhängerin der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) nach ihrer Rückkehr in die Bundesrepublik einen Haftbefehl zu erwirken. Die 27 Jahre alte Jennifer W. sei am Freitag im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben festgenommen worden, teilte die Bundesanwaltschaft am Montag in Karlsruhe mit. Zudem sei ihre Wohnung im Landkreis Vechta in Niedersachsen durchsucht worden.

          Die junge Frau hatte sich den Angaben zufolge zwischen September 2014 und Anfang 2016 im Irak der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Dort habe sie gegen Lohn als „Sittenpolizistin“ überwacht, dass andere Frauen die vom IS aufgestellten Verhaltens- und Bekleidungsvorschriften einhielten.

          Ende Januar 2016 beantragte W. laut Bundesanwaltschaft in der deutschen Botschaft in Ankara neue Ausweispapiere. Sie wurde danach von den türkischen Sicherheitsbehörden festgenommen und nach Deutschland abgeschoben. Seither habe sie in das Gebiet des IS zurückkehren wollen.

          Laut einer Sprecherin des Generalbundesanwalts konnten die Ermittler erst jetzt den Nachweis führen, um einen Haftbefehl des Bundesgerichtshofs (BGH) gegen Jennifer W. zu erwirken. Sie sitzt den Angaben zufolge seit Samstag in Untersuchungshaft.

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