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Gedenken in Dresden : Die eigenen Opfer

Das eigene Land zuerst – das ist kein abwegiger Gedanke. Auch das staatliche Gedenken, das Soldaten, Vertriebene und die Opfer des Bombenkrieges umfasst.

          Es gab schon einen amerikanischen Präsidenten, der die Parole ausgab „Deutschland zuerst“. Das war im Zweiten Weltkrieg und bedeutete, dass Deutschland zuerst niedergekämpft werden sollte. Dass ein Präsident das eigene Land zuerst nennt, das allein sollte man ihm, auch wenn er Trump heißt, nicht vorhalten.

          Denn auch der Amtseid des deutschen Bundespräsidenten verpflichtet ihn auf das Wohl des deutschen Volkes – und keines anderen. Erst danach ist von Grundgesetz, Pflichten und Gerechtigkeit die Rede. Natürlich muss sich das Staatsoberhaupt im Rahmen der Verfassung bewegen – und hier muss das Verständnis für Trump enden.

          Doch werden gerade deutsche Politiker nicht ohne Grund immer wieder misstrauisch beäugt, wenn sie vorgeben, die eigenen Interessen hintanzustellen. Und mitunter sorgt auch das Bemühen für Kopfschütteln, der eigenen Opfer nicht angemessen zu gedenken. Dieses staatliche Gedenken umfasst gleichsam die Angehörigen der Nation, unabhängig von ihrer Verstrickung – auch die Soldaten, die Vertriebenen und die Opfer des Bombenkriegs.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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